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Full text: 46, 1928/1929

Dr. H. Thora de: Gezeiten Untersuchungen in der Deutschen Bucht der Nordsee. 49 
Will man die Junibeobachtungen einem solchen Vergleich unterwerfen, so ist es zunächst zweck 
mäßig, von der Spring zeit und Nipp zeit auf die Spring t i d e und Nipp t i d e überzugehen. Das kann 
geschehen mittels des S. 24 entwickelten Vergrößerungsfaktors 1.07, bei dessen Anwendung sich 75% als 
Verhältniszahl ergibt. Sie stimmt gut zu den in Tab. 3, S. 34 gegebenen Zahlen von 75% für Helgoland, 
73% für Norderney, 75% für Wangeroog. Reiht man die erloteten, also weniger genauen Hübe des Beobach 
tungsortes, 2.1 m und 2.7 m, deren Verhältnis = 78% ist, an, so gelangt man zu dem Schlüsse, daß jeden 
falls im Juni 1924 das Verhältnis der Höchstgeschwindigkeit bei Nipptide zu der bei Springtide an 
nähernd dem zwischen den Tidenhüben gleich war. Nach F. Wendicke und A. Schumacher hätte 
es kleiner sein sollen; ob der Widerspruch nur in der örtlichen und zeitlichen Verschiedenheit der Be 
obachtungen beruht, oder darauf, daß in jenen beiden Arbeiten nur Pegel zum Vergleiche herangezogen 
werden konnten, die bereits der Küste zu nahe lagen, diese grundsätzlich wichtige Frage kann erst durch 
künftige Untersuchungen beantwortet werden, bei denen darauf zu achten sein wird, daß Pegel und Strom 
meßstelle möglichst nahe beieinander liegen. Wenn daher oben das Verhältnis der Strömungen 
beiNipp-undSpringtidezu75% oder % angegeben war, so kann diese Zahl nur unter Vor 
behalt allgemeinere Gültigkeit beanspruchen, zumal ja im Juni 1924 infolge der Mondnahe und des jähr 
lichen Ganges (S. 28 u. 29) das Verhältnis der Tidenhübe, Np : Sp, besonders groß war. Für Helgoland 
geben die „Gezeitentafeln für das Jahr 1928“ als langjähriges Mittel 72% (s. Tab. 3, S. 34) statt 75%, und 
man wird deshalb im allgemeinen auf der Spring- und Nipptideposition bei Nipptide noch etwas weniger 
als % des Stromes bei Springtide zu erwarten haben. 
Man kann den Unterschied zwischen Spring- und Nipptide grundsätzlich noch reiner ermitteln, 
wenn man nach dem S. 24 beschriebenen Verfahren die Anteile von Sonne und Mond aus den 6 Tiden 
um Spring- und den 6 anderen um Nippzeit getrennt berechnet. Allerdings ist auch dann noch der 
Zeitraum zu kurz, um die halbtägige Mondtide M 2 rein herauszubekommen. Vielmehr wird sie noch 
stark mit der parallaktischen Ungleichheit behaftet sein und mag hier daher mit M.' bezeichnet werden; 
ebenso sei S 2 durch S 2 ' ersetzt, denn es sind alle Tidenhübe, sowohl zur Nipp- wie zur Springzeit, wie 
oben ausgeführt, infolge des jährlichen Ganges übernormal groß, und das ermittelte Verhältnis der 
Nipptide zur Springtide wird immer noch zu groß bleiben. Die Ausrechnung ergibt, daß die halb 
tägige Tide des Juni 1924 für Spring- und Nippzeit durch die gemeinschaftliche Formel X 2 = 
M/ cos (2at — k) + S 2 cos (2a't — y.') darstellbar ist, wo a — 30°, a — 31 • 051°, und t die Anzahl der Mond 
stunden seit dem Meridiandurchgange in Greenwich bezeichnet; die Konstanten sind: 
Tiefe Ostkomponente Nordkömponente 
M'j 
■/. 
S' ä 
■/. 
M, 
'S. 
S\, 
7. 
1 
m 
63.6 
254° 
13.4 
217° 
2.1 
31° 
0.7 
207° 
5 
m 
66.6 
254° 
13.9 
219° 
5.5 
77° 
5.2 
43 :: 
10 
m 
57.1 
254° 
10.0 
195° 
9.7 
38° 
4.4 
41° 
20 
in 
51.7 
248° 
12.7 
O 
co 
o 
17.1 
14° 
2.9 
348 3 
1 
m üb. 
Grund 32.5 
245° 
5.7 
203° 
13.0 
4 
1.3 
157° 
Die Stellen hinterm Komma sind wieder reine Rechnungsgrößen, und auch die Nordkomponenten 
sind zum Teil so schwach, daß die zugehörigen x-Zahlen, wie schon oben (S. 47) auseinandergesetzt, 
keine besondere Genauigkeit beanspruchen können. Taf. 3, Nr. 47—51 gibt die aus den obigen Zahlen 
berechneten Stromellipsen der M' 2 - und S' 2 -Tide gesondert wieder, wobei, jede Tide jeweils in 12 gleiche 
Zeitabschnitte geteilt, und wo die Bezeichnung der Anfangspunkte 0 so gewählt ist, daß sie der Mitte 
der „Springzeit“, d. i. dem Zeitpunkte 4'“ Vm. am 20. VI. 1924 entspricht. Die resultierende Ge 
schwindigkeit ergibt sich dann, wenn man den M' 2 - und den S' 2 -Vektor, vom Mittelpunkte O aus nach 
dem der Zeit entsprechenden Umfangspunkte gezogen, jeweils nach dem Satze vom Bewegungsparallelo 
gramm zusammensetzt. Dabei ist zu beachten, daß die MVEllipse in 12 Mond-, die S'.-F.lüpse aber in 
12 Sonnenstunden, also etwa % Stunde schneller, durchlaufen wird. Wenn also die Spitze des zu M' a 
gehörenden Geschwindigkeitspfeiles den Punkt 0 wieder erreicht hat, so wird die Spitze des zu S 2 ge
	        
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