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Full text : 46, 1928/1929

48

Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte.  —  46.  Bd,  Nr.  3.

(bei  einer  Dauer  der  Tide  von  12 22  bzw.  12 29  betrug.  Man  hat  daher  in  bürgerlichen  Stunden,  bezogen
auf  den  Monddurchgang  in  Greenwich:
Helgoland:  Hochwasser:  Sprzt.  ll 28 ,  Npzt.  ll 4 *,  Niedrigwasser  Sprzt.  5 i0 ,  Npzt.  6“
—  0 a “  +  0 02  —  0“  -f  0“
„Panther“:  „  Sprzt.  10“,  Npzt.  II 45 ,  Niedrigwasser  Sprzt.  5 40 ,  Npzt.  6*”
„Panther“:  Stromkentern:  „  ll* 8 ,  „  ll 50 ,  Stromkentern  „  5 39 ,  „  6* 5
Panther:  Strom  kentert  um  „  +  0 4 ®,  „  +  0 11 ,  und  „  —  0 01 ,  „  —  0“
nach  Hochwasser  und  Niedrigwasser,  indem  —0"  und  —  0 M  der  obigen  Tabelle  mit  +  11 38  und
+11“  vertauscht  wurden.  Die  Kenterzeiten  fielen,  mit  Ausnahme  der  ersten,  mit  Hochwasser  und
Niedrigwasser  am  Orte  praktisch  zusammen,  wenn  man  die  mittleren  Fehler  in  Rücksicht  zieht.  Daraus ­
  ist  zu  schließen,  daß  die  Flutwelle  beinahe  den  Charakter  einer  stehenden,  nicht  einer  fortschreitenden ­
  Welle  hatte.
Die  halbmonatliche  Ungleichheit  der  Stromgeschwindigkeit  fällt  schon  bei
einem  oberflächlichen  Vergleich  der  Stromrosen  Nr.  37—41  mit  Nr.  42—46,  Taf.  3,  auf  und  kommt  in
den  harmonischen  Konstanten,  S.  46  auch  zahlenmäßig  zum  Ausdruck.  Aus  ihnen  berechnet  man
leicht  die  folgende  Übersicht  der  größten  Geschwindigkeiten,  abgerundet,  in  Sm  je  Stunde.  Sowohl  für
den  Ebbstrom  wie  für  den  Flutstrom  ist  das  Verhältnis  der  größten  Geschwindigkeit  bei  Nippzeit  zu
derjenigen  bei  Springzeit,  aus  den  harmonischen  Konstanten  berechnet,  in  %  ausgedrückt,

Spring  -  und  Nipptideposition.

Stärkster  Ebbstrom,  kn.

Stärkster  Flutstrom,  kn.

Tiefe

Springs.

Nippz.  %

Spriugz.

Nippz.

%

(»)

(b)  1  (b):  (a)

(c)

(d)

(d):  (c)

1  IM

1.3

1.0  83

1.5

1.2

80

5  m

1.4

1.0  1  70

1.5

1.1

75

10  m

1.2

1.0  79

1.2

1.1

88

20  m

1.1

0.9  76

1.3

0.9

74

1  m

¡ih.0  rund

0.8

0.5  61

0.8

0.6

76

Mittel

74%

79  %

Man  kann  daher  das  Verhältnis  der  Stromgeschwindigkeiten  im  Mittel  zu  76%  annehmen  (Np  :  Sp.  =
76:100),  oder  man  kann  den  Strom  bei  Nippzeit  gleich  M  von  dem  bei  Springzeit  gefundenen  setzen.
Es  ist  bekannt,  daß  das  Verhältnis  der  Hübe  bei  Nipptide  und  Springtide,  künftig  ebenfalls  mit
Np  :  Sp  bezeichnet  und  in  %  ausdrückt,  in  der  Deutschen  Bucht  ziemlich  stark  wechselt;  eine  Karte  mit
Linien  gleichen  Verhältnisses  Np  :  Sp,  die  A.  Merz  im  Nordseehandbuch,  südlicher  Teil  (Berlin  1923),
S.  36,  gab 11 ),  läßt  die  Verhältniszahl  von  70%  auf  mehr  als  80%  landwärts  zunehmen.  Die  drei  letzten
Spalten  der  Tab.  3,  S.  34,  bringen  für  den  Juni  1924  dieselbe  Tatsache  zum  Ausdruck.  Angesichts  dieser
Veränderlichkeit  gewinnt  die  Frage  an  Bedeutung,  ob  der  halbmonatliche  Gang  der  (höchsten)  Stromgeschwindigkeit ­
  dem  des  Tidenhubs  parallel  gehe.  Sie  wurde  bereits  S.  36  berührt,  als  es  sich  darum  handelte, ­
  die  Beobachtungsergebnisse  einer  einzelnen  Tide  zu  verallgemeinern,  und  dort  wurde  schon  darauf ­
  hingewiesen,  daß  F.  Wendicke  auf  Grund  von  gleichzeitigen  Beobachtungen  auf  den  deutschen
Feuerschiffen  und  an  den  festländischen  Pegeln  die  Frage  verneinte,  indem  er  eine  Proportionalität
zwischen  Strom  und  Tidenhub  in  Abrede  stellte.  A.  Schumacher  fand  ebenso  aus  Beobachtungen
westlich  von  Sylt 12 ),  daß  das  Verhältnis  der  stärksten  Strömungen  bei  Nipp  und  Spring  etwa  2:3  war,
während  sich  die  entsprechenden  Tidenhübe  in  List  auf  Sylt  wie  78  :10O  verhielten.

ll )  Vgl.  a.  Handbuch  für  Küstenvermessungen,  Berlin  1927,  Marineleitung,  S.  258.
li )  Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte,  XLI,  2,  Hamburg  1923,  S.  11  u.  12.
            
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