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Volltext: 46, 1928/1929

Dr. H. Thora de: Gezeitemmtei-suehuugen in der Deutschen Ducht der Nordsee. 
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dazu, auch feinere Züge des Strombildes den Kreis der Untersuchung zu ziehen als früher. Vier Ge 
sichtspunkte sind es, die eine Erörterung verlangen: 
1) die halbmonatliche Ungleichheit, 
2) die Verschiedenheit zwischen den Strömungen in verschiedenen Tiefen, 
3) die Form der Stromrosen, und 
4) der Reststrom. 
1) Die halbmonatliche Ungleichheit war das Hauptziel der Strommessungen auf der 
Spring- und Nipptideposition, und es ist hier zu untersuchen, in welcher Weise der zeitliche Ab 
lauf von Flut und Ebbe, und in welchem Maße die Stromgeschwindigkeit von der Stellung 
von Sonne und Mond zueinander beeinflußt wurde; dabei mögen die sechs Tiden um die Springtide 
herum wieder, wie oben (S. 23) als Tiden der „Springzeit“, die anderen sechs als solche der „Nippzeit“ 
zusammengefaßt werden. 
Die halbmonatliche Ungleichheit in Zeit geht aus der folgenden Zusammenstellung 
der Kenterzeiten des Flut- und Ebbstromes hervor, wobei der Einfachheit halber der östliche Strom als 
Flut-, der westliche als Ebbstrom auf gef aßt wurde; die Gesamtdauer einer Springtide ist hierbei zu 
12 22 , die einer Nipptide zu 12 S9 gerechnet. 
Kenterzeiten des Flut- und Ebbstroms. 
Kenterzeit, 
Kenter/.eit, 
Tiefe 
bezogen auf den Monddurcbgaug in Greenwich 
bezogen auf Hoch-Wasser in Helgoland 
von Ebbe 
anf Flnt 
von Flut 
auf Ebbe 
von Ebbe 
auf Fiat 
von Flut auf Ebbe 
Springzeit 
Nippzeit 
Springzeit 
Nippzeit 
Springzeit 
Nippzeit 
Springzeit 
Nippzeit 
1 m 
+ 5 S » 
+ 6 05 
— 0 M 
— 0 3ä 
— 5 49 
— 538 
+ 0 10 
+ 0 18 
5 m 
+ 5 ss 
+ 6 01 
— 0 42 
— 0 16 
— 555 
— 5 42 
+ 0 12 
+ 0 3O 
10 m 
+ 5 29 
+ 6 M 
— 0 1,J 
— 0 2s 
— 5 59 
— 5 42 
+ 0 14 
-f O 28 
20 m 
+ 5 2S 
+ 5 58 
— 0*« 
— 0 1 « 
— 6 05 
— 5 50 
+ 0°« 
+ 0 so 
1 m über Grund 
+ 5 28 
+ 5« 
— O 6 ' 
— IM 
-6 M 
— 6°° 
+ 0 03 
- 0 16 
Mittel 
+ 5*8 
+ 5 57 
— 0 45 
— 0*o 
— 559 
— 5 4 « 
+ 0 09 
+ 0 16 
Danach kenterte der Strom an der Oberfläche bei Nippzeit, auf den Monddurchgang in Greenwich 
bezogen, von Ebbe auf Flut % Stunde, von Flut auf Ebbe 11 Min. später als bei Springzeit. Der Unter 
schied ist nicht eben beträchtlich, doch können natürlich aus einer einmaligen Feststellung, sei das Wetter 
auch noch so günstig, keine endgültigen Schlüsse gezogen werden, da die Eintrittszeiten durch veränderte 
Verhältnisse stärker verschoben werden als etwa die Geschwindigkeiten. Für die Praxis sind deshalb die 
Kenterzeiten, bezogen auf Hochwasser Helgoland, angegeben, von denen angenommen werden kann, daß 
sie auch unter anderen äußeren Umständen gelten müssen, da diese voraussichtlich die Tiden am Be 
obachtungsorte und in Helgoland in gleicher Weise verändern werden. Für die Schiffahrt weniger wich 
tig, doch von grundsätzlicher Bedeutung für die Auffasung der Gezeiten ist die Frage nach den Kenter 
zeiten, bezogen auf Hochwasser am Orte selbst. Die Lotungen ergaben für den „Panther“ folgende Zeit 
unterschiede gegen Helgoland: 
Spring- und Nipptideposition. 
Hochwasserzeit Niedrigwasserzeit 
Springzeit —• 36 ± 9 Min. —16 ± 3 Min. 
Nippzeit + 2 ± 13 Min. + 3 ± 16 Min. 
Die Bestimmung der Hoch- und Niedrigwasserzeit aus Lotungen, an sich schon viel weniger sicher, 
als die des Tidenhubs, ist bei Nippzeit (vgl. die mittleren Fehler) bedeutend zweifelhafter als um Spring 
zeit. Aus Tabelle 2, S. 30 ff., ergibt sich nun für Spring- bzw. Nippzeit, daß in Helgoland Hochwasser 
um ll 28 bzw. 11" nach Monddurchgang in Greenwich eintrat, und daß die Steigdauer 5 3!! bzw. 5 37
	        
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