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Full text: 46, 1928/1929

44 
Ans dem Archiv der Deutschen Seewarte. 
46. Bd. Nr. 3. 
Nordkomponente, cm/sec. 
Tiefe 
v t 
& 
V, 
ß2 
V 3 
& 
v 4 
ß-, 
V u 
j Mittlere Fehler 
Pi des Ergebnisses 
1 m 
— 16.5 
5.3 
149° 
22.9 
90° 
13.4 
155° 
11.4 
290° 
5.4 
311° 
± 1.7 
5 m 
- 5.8 
0.7 
198° 
32.0 
77° 
1.0 
260’ 
5.5 
175 G 
2.2 
230° 
± 1.0 
10 m 
— 3.1 
3.3 
131° 
25.3 
70° 
4.9 
269° 
4.3 
199° 
2.8 
207° 
± 2.2 
20 m 
-f 1.5 
1.2 
177° 
12.5 
50 
4.2 
175° 
2.2 
357 
1.4 
304 
± 1.6 
„1 m üb. Grund“ 0 ) 
— 3.0 
2.5 
93° 
11.4 
13° 
1.6 
255 J 
2.9 
30° 
0.2 
117° 
± 0.4 
°) D. i. 25—28 
m. Doch 
war 
der Abstand vom 
Boden 
oft 
> 1 Ul. 
Die hieraus zu berechnende Stromrose einer mittleren Tide, also die Summe der Tiden ? 2 -j- ? 4 + 
ist in Nr. 30—34, Taf. 3 graphisch dargestellt. Es zeigt sich, daß die Strömungen am Ankerorte des 
„Panther“ in erster Linie von der in die Elbmündung eindringenden Tidewelle beherrscht wurden, be 
sonders in den tieferen Wasserschichten. Aber die Strombilder besitzen eine ganze Reihe von Unregel 
mäßigkeiten, die in den gegenüber dem mittleren Fehler merklichen Beträgen der c X i und 5,. ihren Aus 
druck finden; freilich weichen letztere in den a und ß für die verschiedenen Tiefen zum Teil nicht un 
beträchtlich untereinander ab, so daß Zweifel auftauchen können, ob die $ 4 , immer so deutlich sein 
werden. Doch wie dem auch sein mag, soviel ist gewiß: in den Tiefen von lm, 5 m und 10 m herrschte 
Drehstrom, der im Sinne des Uhrzeigers umlief, in 20 m Tiefe annähernd alternierender, und 1 m über 
Grund Drehstrom, der entgegengesetzt dem Uhrzeiger umlief, ein Umlaufssinn, der sich auch schon in 
20 m Tiefe angedeutet findet; ein zweiter Fall also, in dem die Strömung sich mit der Tiefe änderte. 
(Vgl. S. 42). Von einem Kentern kann, abgesehen von der 20m-Tiefe nur in annäherndem Sinne ge 
sprochen werden, da der Strom während der Tide niemals ganz aufhörte. Man mag hierin vielleicht den 
Einfluß der Weser erblicken, der sich in dem Augenblicke, in dem die Elb-Flutwelle kentert, deutlicher 
fühlbar macht als sonst; möglich wäre es auch, daß die freiere Lage des Beobachtungsortes in der Nord 
see einen umlaufenden Strom begünstigt, doch ist dem entgegenzuhalten, daß sowohl nach anderen Be 
obachtungen wie auch z. B. nach den Untersuchungen A. Schumachers 7 ) in den Sylter Gewässern 
der Gezeitenstrom in der Deutschen Bucht gegen den Uhrzeiger dreht. Andrerseits fand F. Wendicke 8 ) 
zwar auf den Feuerschiffen Borkum Riff, Norderney und Amrum Bank den Strom gegen, auf Elbe I, 
d„ i. 6 Sm. östlich vom Ankerplätze des „Panther“, jedoch mit dem Uhrzeiger umlaufend. Diese Beob 
achtungen, von denen nicht sicher ist, in welchem Grade sie durch Deviation gefälscht sind, werden z. T. 
bestätigt durch neuere Beobachtungen auf den Feuerschiffen „Borkum Riff“, „Elbe I“ und „Elbe IV“ 9 ), 
nach denen auf den beiden letzteren, obwohl sie in einem Fahrwasser von deutlicher Rinnen 
form ankern, der Strom doch mit dem Uhrzeiger dreht, ohne je ganz aufzuhören, während „Borkum 
Riff“ in der Regel alternierenden Strom mit einer Tendenz zum Drehen gegen den Uhrzeiger hat. Ob 
man diesen Umlaufssinn der ganzen offenen Deutschen Bucht zuschreiben darf, erscheint jedoch 
wiederum fraglich, da die Karten der Internationalen Kommission 10 ) (auch hier steht der Betrag der De 
viation nicht fest), an deren Ausgängen das Drehen des Oberflächenstroms mit dem Uhrzeiger verzeichnen. 
Kurz: Ohne eine bestimmte Entscheidung zu fällen, erscheint es immerhin noch etwas wahrscheinlicher, 
daß die Drehung mit dem Uhrzeiger vor der Westertill eine durch die besondere geographische Lage 
zwischen zwei Flußmündungen hervorgerufene Ausnahme ist, als daß sie über größere Teile der Deut 
schen Bucht verbreitet wäre. Vgl. auch § 16. 
Die größten und kleinsten Wei’te der Geschwindigkeit sind aus folgender Übersicht zu entnehmen; 
als „Kenterzeit“ ist die Zeit des schwächsten Stromes auf gef aßt, wobei aber beachtet werden muß, daß 
7 ) Die Gezeiten der Sylter Gewässer. I. Die Gezeitenströmungen. A. d. Arch. d. Deutschen Seewarte XII, Ham 
burg 1923, Taf. 1. 
®) i. Wendicke, Hydrogr. u. Biol. Unt. usw., V. Inst. Meeresk., N. F. A., 3, Berlin 1913, Tai'. I. 
*) Die Deutsche Seewarte verdankt diese Mitteilungen den Herren Seekapitänen Ostendorff, Risius und 
Herrn Steuermann Hühneke. 
10 ) Cons. perm. explor. de la rner, Bull. Hydrogr., Kopenhagen, Juli 1910 bis Juni 1911, Taf. \T und Juli 1912 
bis 1913, Taf. III.
	        
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