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Volltext : 46, 1928/1929

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte.  —  46.  Bd.  Nr.  3.

Nach  Abb.  7  ergibt  sich  die  Stromrichtung  aus
T
Für  den  Zeitpunkt  t  =  0  ist  daher  tg  #  =  u,':  v 2 ',  und  folglich  #  =  '$■  OPC,  Abb.  8.

Um  die  Resultierende  für  einen  anderen  Zeitpunkt  t  zu  erhalten,  müßte  man  OA  und  OB  um
den  Winkel  at  gegen  den  Uhrzeiger  drehen,  wodurch  a 2  —  a  t  und  ß.,  —  at,  bzw.  bei  weiterer
Drehung  ot  —  a 2  und  at  —  ß.,  an  die  Stelle  von  —  a-,  und  —  ß 2 ,  u 2 '  cos  o  t  -f*  u 2 "  sinot  an  die  Stelle  von
u 2 ',  und  v 2 '  cos  at  +  v 2 "  sin  at  an  die  Stelle  von  v,'  treten  würden,  und  man  müßte  wiederum  die  Lote
fällen.  Bei  dieser  Drehung  bleibt  der  Wert  des  AOB  =  v  =  90°  +  ß z  —  a 2  unverändert,  und  man  kann
daher  das  AAOB  als  starr  ansehen.  Man  würde'  daher  die  Änderungen  von  OP  zu  verfolgen  haben,
die  sich  ergeben,  wenn  man  das  AAOB  mit  der  Geschwindigkeit  a  gegen  den  Uhrzeiger  dreht,  jeweils
von  A  und  B  die  Lote  auf  die  Achsen  fällt  und  zum  Schnitt  bringt.  Man  kann  jedoch,  statt  das  Dreieck
gegen  den  Uhrzeiger,  auch  das  Koordinatensystem  mit  dem  Uhrzeiger  drehen,  und  muß  dann  von
A  und  B  die  Lote  auf  die  gedrehten  Achsen  fällen.  Da  die  Lote  sich  stets  rechtwinklig  schneiden,
wandert  der  Punkt  P  auf  einem  Halbkreise  über  AB.  Um  den  größten  und  den  kleinsten  Wert  der
Stromgeschwindigkeit  zu  finden,  ist  es  daher  nur  nötig,  O  mit  dem  Mittelpunkt  M  zu  verbinden,  alsdann ­
  sind  die  Halbachsen  der  Stromellipse  =  OQ  und  OR.  Die  Zeit  t m ,  die  seit  dem  Anfänge  (t  =  0)
bis  zum  Eintritt  des  stärksten  Stroms  verging,  ist  dargestellt  durch  den  Winkel,  den  die  Koordinatenachsen ­
  beschrieben  haben,  und  dieser  wiederum  ist  gleich  dem  Winkel,  um  den  die  Lote  sich  gedreht
haben,  =  PAQ  =  PBQ  =  'A  PMQ.  Die  Stromkomponenten  u m ,  v m  in  diesem  Augenblicke  ergeben
sich,  wenn  man  durch  O  zu  BQ  und  AQ  die  Parallelen  zieht  und  die  Lote  AQ  und  BQ  bis  zu  ihnen
verlängert,  was  in  der  Abb.  11  der  Übersichtlichkeit  halber  unterblieb.  Man  sieht  leicht  ein,  daß  dann
tg  AQO  =  u m  :  v m ,  und  daß  AQO  =  /> m  der  Winkel  ist,  der  die  Richtung  des  Stroms  zu  der  Zeit  angibt, ­
  wo  dieser  am  stärksten  ist.

Berechnung  der  Achsen.  Um  aus  der  Figur  die  Länge  der  Ellipsenachsen,  also  die  größte
und  geringste  Stromgeschwindigkeit  zu  finden,  ist  es  notwendig,  OM  =  s  und  MA  =  r  zu  berechnen;

dann  wird

die  halbe  große  Achse  a  =  OQ  =  s  +  r,
die  halbe  kleine  Achse  b  =  OB  —  s  —  r.
Man  verdopple  OM  bis  0',  so  daß  das  #  OBO'A  entsteht  (Abb.  9),
so  ist
00' 2  =  OE 2  +  O'E 2  =  (V  -f  v 2 ') 2  +  <u/  —  v/) 2 ,
AB 2  =  BP 2  -f  AP 2  =  (u/  -r  v 2 ") 2  +  (v 2 '~  u 2 ") 2 ,
folglich
s  =  X A  V(u 2 "  4-  v 2 ') 2  4-  Ob'  —
ry<U ä '  4-  V t y  +  C*,'  —  U./') 2 .  (3)4)
Geht  man  von  u 2  =  U 2  cos  (o  t  —  « 2 ),  v 2  =  V 2  cos  (a  t  —•  ß 2 )  aus,  so
ist  yj  =  90°  4-  ß»  —  « 2 ,  also  cos  y>  --  sin  (a 2  —  ß 2 ),  und
s  =  'A  V  U 2 2  4-  V 2 2  4-  2  U 2  V 2  sin  (a a  —  ß a )
r  =  i4  V  U 2  +  V 2 2  —  2  U 2  V £  sin  (« 2  —  ß 2 )  (4)

4 )  Aus  Sverdrup,  H.  U.:  Dynamic  of  tides  on  the  North  Siberian  shelf  (Geofy.s.  Pubi.  IV,  Nr.  5,  Oslo  1926),
Fußnote  S.  39  ersah  Verf.  nachträglich,  daß  diese  Formel  und  andere  bereits  von  Werenskjold  abgeleitet  wurden:
Analysis  of  current  measurements  in  the  open  sea,  Det  16.  skand.  naturforskermote  1916,  doch  stand  Verf.  diese
Arbeit  nicht  zur  Verfügung,  um  feststellen  zu  können,  welcher  Methode  sich  Hr,  Werenskjold  bediente,
            
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