P. Heidke: Erfolg und Güte örtliclier Vorhersagen im täglichen Wetterdienst.
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Eine Vorhersage werde als völlig richtig anerkannt, wenn der Unterschied zwischen der tatsäch
lichen und der vorhergesagten Temperatur weniger als */» i° beträgt. Esistalso der Temperatur
vorhersage die gleiche Bezeichnung wie der tatsächlichen Temperaturände
rung zu geben, wenn — */*/<(/ — f,)< 1 /si oder — Vs i < (r —t 2 ) < V* i ist.
Liegen die Temperaturunterschiede (t—1 2 ) oder (r — t.j außerhalb dieser Grenzen, so ist für die
Wetterdienst- bzw. die .statistische Vorhersage die Bezeichnung zu verwenden:
a bzw. a‘, wenn [(t— t,) bzw. (r —(,)] § 2i ist,
b bzw. b', wenn 2i > [<t — tj bzw. (t — #J] = i ist,
o bzw. d, wenn i > [(f — t x ) bzw. (t — tj\ > — i ist,
d bzw. d\ wenn —m(t— t % ) bzw. (r — f,)] > —2i ist,
e bzw. e', wenn — 2z § [ff — t,) bzw. (x — tj] ist.
Die Festsetzungen des vorletzten Absatzes könnten hiernach überflüssig erscheinen, da
allein schon durch die Festsetzungen des letzten Absatzes die Bezeichnung jeder Vorhersage ausnahms
los bestimmt werden kann. Bei unbedingtem Festhalten allein an den letzteren Bestimmungen ist
indessen mit folgendem Fall zu rechnen: Es sei i = 1.47°, t l — 15.6°, t 2 = 17.1°; dann ist (t 2 — t x ) ~
17.1° —15.6° = 1.5° > i = 1.47°; mithin ist die Temperaturänderung mit b zu bezeichnen. Es sei nun
weiter t —17° als Wetterdienst-Vorher sage gegeben; dann ist (t— tj — (17° — 15.6°) = 1.4° < i = 1.47°,
mithin ist die Wetterdienst-Vorhersage mit c zu bezeichnen. Sie ist also je mit dem Bruchteil 'A m 1 als
falsche Vorhersage und als richtige Vorhersage für eine Vorhersagezeit zu rechnen, die mit dem Bruch
teil m L eine warme Umschlagszeit ist; sie ist ferner mit dem Bruchteil m 2 als richtige Vorhersage für eine
Vorhersagezeit zu rechnen, die mit dem Bruchteil m 2 eine Beharrungszeit ist. — Sei nun unter denselben
sonstigen Voraussetzungen t = 18° als Wetterdienst-Vorher sage gegeben, dann ist (t — t,) = (18° —15.6°)
=r 2.4° > i —1.47°, aber kleiner als 2i = 2.94°; mithin ist die Wetter dienst-Vorhersage mit b zu bezeich
nen; sie ergibt sich also als völlig richtige Vorhersage für eine Vorhersagezeit, die mit dem Bruchteil m 1
eine warme Umschlagszeit und mit dem Bruchteil zn 2 eine Beharrungszeit ist. — Nun ist aber bei einer
tatsächlichen Mitteltemperatur von 17.1° die Wetterdienst-Vorhersage von 17° mindestens nicht schlechter
als die Vorhersage von 18°. Dies muß auch in der Bezeichnung für die Wetterdienst-Vorher sage aus
gedrückt werden, zu welchem Zweck die Festsetzungen im vorletzten Absatz gemacht werden mußten.
Es sei nun:
(aa) , (ba), (ca), (da), (ea) die Zahl der warmen Umschlagszeiten [(t 2 — tj iS 2i)\, für welche die
Wetterdienst-Vorhersagen a, b, c, d, e gestellt sind;
(ab) , (bb), (cb), (db), (eb) die Zahl der Vorhersagezeiten [2/ > (t 2 — t x ) ^ i], welche mit dem Bruch
teil m 1 warme Umschlagszeiten und mit dem Bruchteil m., Beharrungszeiten sind, und für welche die
Wetterdienst-Vorhersagen a, b, c, d, e, gestellt sind.
(ac) , (bc), (cc), (de), (ec) die Zahl der Beharrungszeiten [/ > (t 2 — t,) > — /], für welche die Wetter
dienst-Vorhersagen a, b, c, d, e gestellt sind.
(ad) , (bd), (cd), (dd), (ed) die Zahl der Vorhersagezeiten [—i ä (t 3 — tj > — 2/], welche mit dem
Bruchteil m 1 kalte Umschlagszeiten und mit dem Bruchteil m., Beharrungszeiten sind, und für welche
die Wetterdienst-Vorhersagen a, b, c, d, e gestellt sind;
(ae) , (be), (ce), (de), (ee) die Zahl der kalten Umschlagszeiten [— 2i ¡g (t, —- t, j\, für welche die Wetter
dienst-Vorhersagen a, b, c, d, e gestellt sind.
m, = 1 U und m„ = a / 3 und damit /?, = 1, n 3 — 2, n s = 3 haben dieselbe Bedeutung und denselben Wert
wie in Abschnitt 4 k IV dieser Arbeit.
Dann ist wieder:
(oa) — (aa) -f- (ba) -f- (ca) -f (da) -f- (ea) die Zahl der warmen Umschlagszeiten;
(ob) = (ab) + (bb) -+- (cb) + (db) + (eb) die Zahl der Vorhersagezeiten, welche mit dem Bruchteil m l
warme Umschlagszeiten und mit dem Bruchteil m., Beharrungszeiten sind;
(oc) = (ac) -f (bc) + (cd) + (de) + (ee) die Zahl der Beharrungszeiten;