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Volltext : 45, 1928

P.  Heidke:  Erfolg  und  Güte  örtlicher  Vorhersagen  im  täglichen  Wetterdienst.

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Auch  der  Quotient  Q 2  aus  dem  höchsten  dividiert  durch  den  niedrigsten  Wert  der  vier  Jahreszeiten
erreicht  ebenfalls  noch  recht  erhebliche  Beträge,  selbst  wenn  man  wiederum  von  dem  nur  aus  einem
Jahrgang  abgeleiteten  Wert  Q 2  =  2.6  für  Kingua-Fjord  absieht.
Trotzdem  halte  ich  es  für  richtig,  unverändert  das  ganze  Jahr  hindurch
den  mittleren  Jahreswert  der  interdiurnen  Temperaturänderung  zu  verwend
  e  n  und  nicht  etwa  ihren  mittleren  jahreszeitlichen  oder  gar  ihren  mittleren  monatlichen  für  die  betreffenden ­
  Zeiträume.  Erhebliche  Schwierigkeiten  würden  m.  E.  selbst  einem  Meteorologen  (und  erst  recht
einem  Laien)  die  Begriffsbestimmung  bereiten,  daß  z.  B.  die  Vorhersage  „wärmer“  für  Tsingtau  bedeuten
würde  im  Sommer  eine  Temperaturzunahme  um  mehr  als  2  X  0.99  =  rund  2.0 2 ®),  hingegen  im  Winter
eine  Temperaturzunahme  um  mehr  als  2X2.23  =  rund  4.5 20 )  Grad  G.
Ich  halte  es  auch  für  keinen  Nachteil,  wenn  bei  der  von  mir  vorgeschlagenen  Begriffsbestimmung
in  den  Monaten  stärkerer  interdiurner  Temperaturänderung  häufiger  Vorhersagen  auf  Temperaturänderung
  gegeben  werden  müssen  als  in  denen  geringerer  Temperaturänderung.
4  kV)  Bestimmung  der  Gewichte  der  Vorhersagegruppen  (Zahlenbeispiel
Hamburg  191011912).
Die  interdiurne  Temperaturänderung  betrug  zu  Hamburg  in  drei  Jahren  1910  bis  1912,  für  welche
Zeit  die  Tagesmittel  der  Temperatur  nach  den  Aufzeichnungen  des  Thermographen  für  jeden  einzelnen
Tag  veröffentlicht  sind: 21 )  (IX  —6.1,  IX—5.8,  IX  —5.7,  IX  —5.5,  IX  —5.2,  2X  —5.1,  2X  —4.9,
IX  —4.7,  2X-4.5,  1  X  —4.4,  3  X  —  4.8,  3  X  —  4.2,  3  X  —4.1,  2  X  —4.0,  6X  —3.9,  2X  —3.8,  1  X  —3.7,
3  X  —  3.6,  4  X  —  3.5,  6  X  —  3.4,  4  X  —  3.3,  5  X  —  3.2,  6  X  —  3.1,  10  X  —  3.0,  4  X  —  2.9,  5X—2.8,  12X—2.7,
8X-2.6,  8X-2.5,  2X-2.4,  9X-2.3,  5X-2.2,  9X-2.1,  13X  —2.0,  17X  —1.9,  20  X—1.8,
15  X  —1-7,  10  X  —  1.6,  19  X  —1.6,  14  X  —1.4,  18  X  —1.3,  22  X  —1.2,  11X  —1.1,  18  X  —1.0,  20  X  —  0.9,
25  X—0.8,  25  X—0.7,  23  X  —  0.6,  36  X  —  0.5,  30  X—0.4,  22  X—0.3,  37  X  —0.2,  21  X--0.1,  26X0.0,
32  X0.1,  20  X  0.2,  20  X  0.3,  16  X0.4,  22  X  0.5,  16  X0.6,  17X0.7,  25  X  0.8,  26X0.9,  30  X  1.0,  20X1.1,
20X1.2,  15X1.3,  23  X  1.4,  17X1.5,  21  X  1.6,  16  X1.7,  12  X  1.8,  14X1.9,  13  X  2.0,  8X2.1,  5  X2.2,
6  X  2.3,  12  X  2.4,  8  X  2.5,  7  X  2.6,  7  X  2.7,  5  X  2.8,  2  X  2.9,  2  X  3.0,  3  X  3.1,  9  X  3.2,  2  X  3.3,  4  X  3.4,  2  X  3.5,
5  X  3.6,  8  X  3.7,  1  X  3.8,  1  X  3.9,  2  X  4.0,  5  X  4.1,  2  X  4.2,  2  X  4.3,  2  X  4.4,  1X  4.5,  1  X  4.6,  1  X  4.8,  2  X  5.0,
1  X  5.4,  1  X  5.6,  3  X  5.9,  1  X  6.2,  1  X  6.4,  1  X  6.7,  1  X  7.8,  1  X  8.5,  1  X  8.6.
Also  betrug  die  interdiurne  Änderung  im  Durchschnitt  dieser  3  Jahre  i  =  1.47°.  Hamburg  hatte
in  diesen  drei  Jahren  71  kältere  Tage  l(oe),  Temperaturfall  mehr  als  2.9°],  —  156  etwas  kältere  Tage
[(od),  Temperaturfall  1.5°  bis  2.9°],  —  650  Tage  mit  keiner  oder  geringer  Temperaturänderung  [(oc),  Temperaturänderung ­
  —1.4°  bis  +1.4°],  —  153  etwas  wärmere  Tage  [(oh),  Temperaturanstieg  1.5  bis  2.9°],  —
66  wärmere  Tage  [(oo),  Temperaturanstieg  über  2.9°].  —  Es  ergeben  sich  mithin  650  Tage  mit  keiner  oder
geringer  Temperaturänderung  bis  zu  1.4°,  156  +153  =  309  Tage  mit  etwas  Temperaturänderung  von  1.5°
bis  2.9°,  71  +  66  =  137  Tage  mit  starker  Temperaturänderung  über  2.9°;  das  sind  59.3  bzw.  28.2  bzw.  12.5%
der  Gesamtzahl.  Da  n,  =  1,  n 2  —  2,  n 3  =  3  ist,  so  ergibt  sich  nach  Formel  (28)  H  =
3  X  650  -f  2  X  153  +  2  X156  3 .
=  =  3.567,  also  H  h  =  2.596.  Als  Gewichte  ergeben  sich  demnnach:
3  X  (66  +  71)  +  1  X  153  +1  X156
1  für  die  vollen  Beharrungszeiten  (ac),  (bc),  (cc),  (de),  (ec);
// s /i  —  2.596  für  die  vollen  Umschlagszeiten  (aa),  (ba),  (ca),  (da),  (ea)  und  (ae),  (be),  (ce),  (de),  (ee);
n? t  //' !l  -f-m 2  — l l 3  X  2.596  +  0.667  =  1.532  für  die  Vorhersagezeiten  (ab),  (bb),  (cb),  (db),  (eb)  und  (ad),  (bd),
(cd),  (dd),  (ed),  welche  mit  dem  Bruchteil  m x  =  */s  Umschlagszeiten  und  mit  dem  Bruchteil
m 2  —  2 /s  Beharrungszeiten  sind.
s0 )  Siehe  Zusammenstellung  8  Reihe  3.  Tsingtau  Spalten  Sommer  und  Winter,  Seite  54  dieser  Arbeit.
21 )  Deutsches  meteorologisches  Jahrbuch.  Beobachtungssystem  der  Deutschen  Seewarte.  Hamburg.  Jahrgang
1910  bis  1912.
            
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