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Volltext : 45, 1928

P.  Heidke:  Erfolg  und  Güte  örtlicher  Vorhersagen  im  täglichen  Wetterdienst.

37

45'  W,  h  —4  m),  Tsingtau  1901  (36°  4'  N,  120°  17'  O,  h  =  24  m),  Fray-Bentos  Februar  1891  bis  Januar
1892  (33°  5.8'  S,  58°  15.7'  W,  h  —16  m),  Marienhof-Ukerewe  1912  (2°  0'  S,  33°  2'  O,  h  =  1194  m),  Baliburg
1891  ohne  August  (5°  53'  N,  10°  1.3'  O,  h  =  etwa  1350  m).

1
(a  o  a)

2
(a  o  b)

3
(b  o  a)

4
(bob)

5
(ooa)

6
(o  o  b)

7
(a  o  a)  +  (bob)

8
(a  ob)  +  (boa)

1.  Hamburg

7

22

22

314

29

336

321

44

2.  Sansane  Mango

39

43

43

240

82

283

279

86

3.  Apia

7

17

18

323

25

340

330

35

4.  Tsingtau

0

5

5

355

5

360

355

10

5.  Fray-Bentos..........

4

27

27

307

31

334

311

54

6.  Marienhof

77

63

64

162

141

225

239

127

7.  Balibnrg

200

38

39

57

239

95

257

77

Von  den  vier  Spalten  5  bis  8  dieser  Übersicht  hat  den  höchsten  Wert  für  die  gewitterarmen  ersten
fünf  Stationen  (oob),  für  die  gewitterreichen  beiden  letzten  [(aoa)  +  (hob)].  Demnach  ist  die  beste  statistische ­
  Vorhersage  für  die  fünf  gewitterarmen  Stationen  „Kein  Gewitter“;  für  die  beiden  gewitterreichen
  Stationen  ist  sie  aus  der  Neigung  des  Wetters  zur  Erhaltung  seines  Zustandes  abzuleiten.
Erfolg  und  Güte  der  Wettervorhersagen  für  die  beiden  gewitterreichen  Stationen  wären  somit  bei
Nichtzulassung  der  Vorhersage  Gewitterneigung  nach  denselben  Formeln  (8 1 ),  (9 1 ),  (10 1 ),  (10 r a),  (ll 1 )  zu
berechnen  wie  die  der  Windstärke,  wenn  ein  auf  einen  Gewittertag  folgender  Gewittertag  unter  gewissen
Umständen  als  Umschlagszeit  zu  rechnen  wäre,  wenn  also  (ooA)  >  o  ist;  hingegen  nach  den  Formeln
(8 n ),  (9 n ),  (10 11 ),  (10 n a),  (ll 11 ),  wenn  (ooA)  =  o  und  somit  auch  (aaA)  =  (abA)  =  (a'a'A')  =  (a'b'A')  =  o
ist.  —  Die  meisten  Gewitter,  namentlich  in  den  gewitterreichen  tropischen  Gegenden,  kommen  in  den
späten  Vormittags-  oder  den  frühen  Nachmittagsstunden  zum  Ausbruch,  um  nach  weniger  als  einer  bis
zu  einigen  Stunden  beendet  zu  sein.  In  Baliburg  sind  in  manchen  Monaten  mit  dieser  täglichen  Periode
fast  täglich  Gewitter  aufgetreten.  Zwar  lagen  zwischen  dem  Gewitterende  des  ersten  und  dem  Gewitteranfang ­
  des  zweiten  Tages  viele,  meist  erheblich  mehr  als  8  Stunden;  aber  daraufhin  den  zweiten
Tag  als  Umschlagszeit  zu  rechnen,  das  halte  ich  für  unangebracht,  da  sonst  in  diesen  Monaten  fast  alle
Tage  als  Umschlagszeiten  mit  Gewitter  zu  rechnen  wären.  Dies  in  manchen  Monaten  fast  tägliche  Auftreten ­
  von  Gewittern  in  gewissen  tropischen  Gegenden  wird  hauptsächlich  durch  den  täglichen  Wetterverlauf ­
  (Temperatur,  Bewölkung,  Niederschlag)  bedingt.  Ist  dieser  Verlauf  morgen  wie  heute,  so  ist
morgen  für  Temperatur,  Bewölkung  und  Niederschlag  eine  Beharrungszeit.  Entsprechend  muß  m.  E.
auch  der  meteorologische  Faktor  Gewitter  behandelt  werden.  Demnach  ist  ein  auf  einen  Gewittertag
folgender  Gewittertag  stets  als  Beharrungszeit  zu  rechnen;  gleichgiltig  wieviel  Stunden  zwischen  dem
Ende  des  letzten  Gewitters  am  ersten  Tage  und  dem  Anfang  des  ersten  Gewitters  am  zweiten  Tage  liegen.
Es  wird  somit  stets  (ooA)  =  o  ebenso  wie  (aaA)  —  (abA)  =  (a'a'A')  =  (a'b'A')  =  o  wird.
Erfolg  und  Güte  der  Gewittervorhersagen  sind  für  die  beiden  gewitterreichen  Stationen  mithin  nach
den  Formeln  (8 11 ),  (9 n ),  (10 11 ),  (10 n a),  (ll 11 )  des  Abschnitts  2  dieser  Arbeit  zu  berechnen,  wenn  die  Vorhersage ­
  Gewitterneigung  nicht  zugelassen  ist;  —  nach  den  Formeln  (12 n ),  (13 11 ),  (14 11 ),  (14 I): a),  (15 11 ),  wenn
die  Vorhersage  Gewitterneigung  zugelassen  ist.  Da  gemäß  Abchnitt  3e  dieser  Arbeit  zwar  die  Vorhersage, ­
  nicht  aber  das  Ereignis  Gewitterneigung  verwandt  werden  kann,  so  kann  nämlich  b'  überhaupt
nicht,  b  nur  an  zweiter  Stelle  in  den  mit  (  )  versehenen  Ausdrücken  Vorkommen.  Es  wird  daher  für  Gewitter-Vorhersagen ­
  stets
o  =  (aab)  =  (abb)  —  (acb)  =  (baa)  =  (bah)  =  (bac)  —  (bba)  =  (bbb)  =  (bbc)  —  (bca)  —  (beb)  =  (bcc)  —
=  (cab)  =  (ebb)  —  (ccb)  =
=  (a'a'b 1 )  =  (a’b’a')  —  (a'b'b')  =  (a'b'c')  —  (a'c’b’)  =  (b'a'a')  =  (b'a'b’)  =  (b'a'c')  =  (b’b'a')  =  (b'b’b')  —
—  (b'b'c')  =  (b'c’a')  =  (b'c'b')  =  (b’c'c')  =  (c'a'b')  =  (c'b'a')  =  (c'b'b')  =  (c'b'c')  =  (c'c'b').
Bei  den  fünf  gewitterarmen  Stationen  ist  bei  Nichtzulassung  der  Vorhersage  Gewitterneigung  aus
den  gleichen  Gründen  wie  bei  den  gewitterreichen  Stationen  stets  (aaA)  —  (abA)  —  (a'a'A')  =  (a'b'A’)  =
            
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