P. Heidke: Erfolg und Güte örtlicher Vorhersagen im täglichen Wetterdienst. 27
Nichtsturmzeiten) ermittelten 27 Vorhersagegruppen auf die für nur einen Schwellwert (Sturm- und
Nichtsturmzeiten), so bleiben unverändert als Sturmzeiten (aoA), (boa), (coa); hingegen kommen zu den
unverändert bleibenden Nichtsturmzeiten (aoc), (boc), (coc) noch hinzu die Windzeiten (aob), (bob), (cob).
Stürmische Umschlagszeiten werden also (aoA), (boa)und (coa); — nicht stürmische Umschlagszeiten (aob)
und (aoc); — stürmische Beharungszeiten (aoa); — nicht stürmische Beharrungszeiten (bob), (boc), (cob)
und (coc). Will man also h 2 — h setzen, so folgt
(aoa) + (bob) -f (coc) + (boc) + (cob)
(13b) . . . h, =
(aob) -\-(aoA)-\- (boa) -f (aoc) + (coa)
3. Möglich ist auch noch die Begriffsbestimmung, h, ist gleich dem Quotienten aus der Anzahl der
vollen Beharrungszeiten [(aoa) -f (bob) + (coc)] dividiert durch die Anzahl der vollen Umschlagszeiten
[(aoc) -f- (coa)], wobei die Umschläge zu den und von den Windzeiten [(aob) + (boa) + (boc) -f- (cob)] un
berücksichtigt bleiben. Es wird mithin
(aoa) + (bob) + (coc)
(13c) . . . h 3 =
(aoc) +(coa)
Welche dieser 3 Annahmen die richtige ist, kann nicht ohne weiteres entschieden werden. Eine
end gütige Entscheidung ist erst möglich auf Grund prüfbarer Sturm- und Windwar
nungen. Hierbei dürfte entsprechend zu verfahren sein, wie auf Grund prüfbarer Sturmwarnungen —
also beim Vorhandensein nur einer Schwelle — die Gewichte für die stürmischen Umschlagszeiten, die
stürmischen Beharrungszeiten, die nicht stürmischen Umschlagszeiten und die nicht stürmischen Be
harrungszeiten ermittelt sind. Es war hierbei von der Annahme ausgegangen, die Gewichte sind die
wahrscheinlichsten, bei welchen sich die geringste mittlere Abweichung der für die einzelnen
Jahrgänge und die einzelnen Stationen errechneten Werte der Güte der Windstärke-Vorhersagen von
ihrem Mittelwert ergibt-), vorausgesetzt, daß die Stationen ein und demselben Stationsnetz angehören,
und daß die den Sturmwarnungsdienst versehenden Meteorologen der gleichen Schule angehören. Im
merhin erweisen aber die Untersuchungen des Abschnitts 4 h II dieser Arbeit die Festsetzung h = h t
als die wahrscheinlichste, weniger wahrscheinlich ist bereits h — h,, am wenigsten h — h...
In der Formel (10) sind beim Vorhandenseins nur eines Schwellwertes die Gewichte der vier ver
schiedenen Vorhersagegruppen (1. stürmische Umschlagszeiten, — 2. stürmische Beharrungszeiten, —
3. nicht stürmische Umschlagszeiten, — 4. nicht stürmische Beharrungszeiten —) auf Grund tatsäch
licher Vorhersagen ermittelt worden. Dividiert man Zähler und Nenner in der Formel (10) durch
Y (a, + c 2 + b 2 + d. 2 ) (b, + d 1 + ö, + d,), so ergibt sich als Gewicht der Vorhersage:
1. für jede stürmische Umschlagszeit 1 : V (a 1 + + a„ + c 2 ) (a 1 + c 1 -f- ö x + djjalso 1 dividiert durch
die Quadratwurzel aus dem Produkt aller Sturmzeiten und aller Umschlagszeiten;
2. für jede stürmische Beharrungszeit 1: Y (a 1 + c 2 + a, + c.J (a 2 + c 2 + + d.J, also 1 dividiert
durch die Quadratwurzel aus dem Produkt aller Sturmzeiten und aller Beharrungszeiten;
3. für jede nicht stürmische Umschlagszeit 1: ) (b 2 + d 1 + b 2 -f d.j (a 1 + + b, + d,); also 1 di
vidiert durch die Quadratwurzel aus dem Produkt aller Nichtsturmzeiten und aller Umschlagszeiten;
4. für jede nicht stürmische Beharrungszeit 1: Y (b 2 -f d 1 + b 2 -j- d.) (a 2 + c 2 + h, -f d 2 ); also 1 di
vidiert durch die Quadratwurzel aus dem Produkt aller Nichtsturmzeiten und aller Beharrungszeiten.
Hieraus folgt allgemein: Hat bei zwei Kategorien von je zwei einander entgegengesetzten Gruppen
von Vorhersagezeiten die erste Kategorie die beiden entgegengesetzten Gruppen Sturmzeiten und Nicht
sturmzeiten, die zweite Kategorie die beiden entgegengesetzten Gruppen Umschlagszeiten und Behar
rungszeiten; gehört ferner jede Vorhersagezeit je einer Gruppe dieser beiden Kategorien an, dann er-
s ) „P. Heidke“. Abschnitt 7 zweiter Absatz 8. 333.