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Volltext : 45, 1928

Dr.  Paul  Perlewitz:  Höhenwindmessungen  und  andere  Beobachtungen  zwischen  dem  Kanal  und  dem  La  Plata.  35

tischen  östlichen  Winde,  die  demnach  an  der  Grenzschicht  abgleiten,  also  Pall-  oder  Abgleitwinde  und
als  Äquatorialfront  kälter  sein  müssen  als  die  polareren  Westwinde.
Bild  8.  Grenzwinde  zwischen  Passat  und  Westwinde  (Südhalbkugel).

Aufstieg  Nr.

Stromrichtungen

77  und  78

\

\

s

\

75  und  76

s

s

o

\

74

(**)

73

\

o

72

/

/

f

(-*■>

Höhe  in  km

0

l

3

5

Bei  den  Wasserbewegungen  des  Ozeans  hat  man  ähnliche  Fälle;  hier  taucht  das  warme  Wasser,
z.  B.  der  Golfstrom,  unter  kalte  Polarströme  (z.  B.  in  der  Barentssee);  allerdings  ist  die  Dichte,  die  bei
Wasser-  und  Luftbewegungen  das  Entscheidende  ist,  beim  Wasser  nicht  allein  von  der  Temperatur,
wie  bei  der  Luft,  sondern  auch  noch  vom  Salzgehalt  abhängig.  Zwischen  den  Ursachen  der  Wasserund
  Luftzirkulation  im  Wasser-  und  Luftatlantik  besteht  eben  ein  prinzipieller  Unterschied;  das  Wasser
nimmt  durch  Lösung  Materie  (Salz)  in  sich  auf  oder  bereichert  sich  relativ  damit  durch  Wasserverdunstung, ­
  es  wird  dadurch  dichter  und  schwerer,  leitet  also  ohne  unmittelbare  Temperaturänderung
Zirkulationen  ein  oder  hält  solche  im  Gange,  wie  eine  aufgezogene  Feder;  die  Luft  löst  allerdings  auch
Aerosole,  kann  dadurch  aber  nicht  schwerer  werden  und  auch  nicht  durch  Beimengung  anderer  Gase
ihr  spezifisches  Gewicht  ändern,  wenn  wir  von  Mischung  mit  Wasserdampf  absehen,  der  aber  die  Dichte
der  Luft  so  wenig  ändert,  daß  diese  Änderung  keine  praktische  Bedeutung  für  die  Zirkulationsbewegungen ­
  hat.  Die  eine  der  beiden  Antriebskräfte  für  die  Zirkulation  im  Wasserozean  fehlt  also  im  Luftozean.
Eine  Vermehrung  der  Feuchtigkeit  z.  B.  von  70%  auf  100%  ändert  die  Dichte  der  Luft  von  0°  nur  soviel, ­
  wie  eine  Erhöhung  der  Lufttemperatur  um  etwa  0,3°.
Gruppe  VIII.  Westwindzone  der  Südhalbkugel.
Unsere  Aufstiege  in  dieser  Südwestwindzone  erreichten  im  Maximum  auf  der  Hinfahrt  nur  4  km
(Aufstieg  61  bis  68),  auf  der  Rückfahrt  nur  6  km  Höhe  (69  bis  72).  Sie  zeigen  geringe  Winddrehung
mit  der  Höhe,  teils  links  nach  SSW,  teils  rechts  bis  W.
Eine  Gesetzmäßigkeit  über  die  Geschwindigkeitszu-  oder  abnahme  nach
oben  mit  Drehung  nach  rechts  oder  links,  wie  wir  sie  auf  der  Nordhalbkugel  in  unseren
Breiten  bei  südlichen  und  westlichen  Winden  haben,  konnte  aus  den  Aufstiegen  61  bis  68  n  i  c  h  t  f  e  s  t  -
gestellt  werden.  Die  Windgeschwindigkeit  nahm  meist  mit  der  Höhe  zu,  ob  der  Wind  rechts  oder
links  drehte,  öfter  war  die  Geschwindigkeitszunahme  nach  oben,  besonders  bei  Rechtsdreh,  sehr  groß.
Die  Geschwindigkeit  stieg  z.  B.  in  4  bis  6  km  Höhe  gegen  unten  um  das  Zwei-  bis  Vierfache,  auf  25  bis
31mps  bei  den  folgenden  6  Aufstiegen:

Tabelle  7.  Aus  der  Westwindzone  der  Südhalbkugel.

Aufstieg  Nr.

Geschwindigkeit

Richtung

Diehung

unten

(oben  in  4—6  km)

unten

oben

62

7  mps

26  mps

S

WSW

rechts

65

15

23

w

SW

links

66

11

27

SW

SW

—

67

7

23

SW

SSW

links

69

7

30

SW

w

rechts

71

7

31

SW

w

rechts
            
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