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Full text: 45, 1928

P. Heidke: Erfolg und Güte örtlicher Vorhersagen im täglichen Wetterdienst. 
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„Das Wetter ist morgen und übermorgen so wie heute und gestern,” das bedarf noch weiterer Unter 
suchungen. Immerhin lassen eine Reihe von Veröffentlichungen 81 ) darauf schließen, daß auch für 
längere Zeiträume als morgen und mindestens für verschiedene Wetterelemente als entsprechende und 
recht erfolgreiche Regel aufgestellt werden kann „Die Abweichung eines Wetterfaktors von seinem Nor 
malwert hat im kommenden Zeitraum das gleiche Vorzeichen wie im vorhergehenden.” Diese Regel 
könnte vielleicht als entsprechende statistische Wettervorhersage mit Wetterdienst-Vorhersagen ver 
glichen werden, die für einige Tage im Voraus gegeben werden. 
Anders liegt der Pall bei den für kürzere und näher liegende Zeiträume als morgen gestellten 
statistischen Vorhersagen. Im norwegischen Sturmwarnungsdienst z. B. ist eine als richtig anzuerken 
nende Sturmwarnung bis heute 11 bzw r . 23 Uhr zu erlassen, wenn der Zeitraum heute 17 bis morgen 
5 Uhr bzw. morgen 5 bis 17 Uhr stürmisch ist. Die zugehörige statistische Vorhersage würde daher 
lauten: „Ist der Zeitraum gestern 23 bis heute 11 Uhr oder heute 11 bis 23 Uhr stürmisch bzw. nicht 
stürmisch gewesen, so wird auch der Zeitraum heute 17 bis morgen 5 Uhr oder morgen 5 bis 17 Uhr 
stürmisch bzw. nicht stürmisch sein”. Diese Vorhersage ergibt z. B. für den Jahrgang 1924 der drei 
norwegischen Stationen Nordöyan, Ona, Lister 89.2, 83.1, 85.6 und im Durchschnitt 86.1 Trefferprozente; 
bei der entsprechenden statistischen Vorhersage für die vier Jahrgänge 1920 bis 1923 der drei schwe 
dischen Stationen Vinga, Morups Tange, Smygehuk 78.8, 85.1, 88.0 und im Durchschnitt 84.0 Treffer 
prozente 32 ). Das sind gewiß recht hohe Trefferprozente. 
Nach Koppen 33 ) ist unter Güte der Wetterdienst-Vorhersagen ein quantitatives Maß für den 
Überschuß des Erfolges der Wetterdienst-Vorhersagen über den der Blindlings-Vor hersagen zu ver 
stehen; die Güte der Wetterdienst-Vorhersagen ist also ein zahlenmäßiger Ausdruck für das Verdienst 
des Wetter-Vorhersagers. Diese Köppensche Begriffsbestimmung hat sich als verwendbar auch für die 
vorliegende Arbeit erwiesen; doch sind die beiden obigen statistischen Vorhersagen statt der 
Köppenschen Blindlings-Vorhersagen benutzt werden. 
Zweck der vorliegenden Arbeit ist die Erweiterung der zur Berechnung des Erfolges und der Güte 
der Windstärke-Schätzungen im Sturmwarnungsdienst abgeleiteten Formeln 84 ) für den Fall, daß neben 
den Sturmwarnungen auch Windwarnungen gegeben werden; ferner werden Vorschläge zur Berechnung 
des Erfolges und der Güte sonstiger Wetter-Vorhersagen gemacht. 
Betont werden muß aber: Die nachfolgenden Vorschläge sind aus den Gesetzen der Wahrschein 
lichkeitsrechnung abgeleitet, also auf völlig einwandfreien mathematischen Grundlagen aufgebaut. Als 
genügend gesichert dürften die Formeln (8), (9), (10), (10a) und (ll) 85 ) dieser Arbeit anzusehen sein für 
die Berechnung von Erfolg und Güte der Windstärke-Vorhersagen im Sturmwarnungsdienst. Zu be 
weisen bleibt noch: 1. daß die Verwundung dieser Formeln zur Berechnung des Erfolges und der 
Güte auch weiterer Wetterdienst-Vorhersagen bei Verwendung eines Schwellwertes für Witterungs 
elemente mit Umschlags- und Beharrungszeiten neben Ereignis- und Fehlzeiten 38 ) berechtigt ist; — 2. 
die Richtigkeit der Formeln (12a), (12b), (13a), (14), (14a) und (15) zur Berechnung des Erfolges und der 
Güte der Wetterdienst-Vorhersagen bei Verwendung von zwei Schwellwerten für Witterungselemente 
mit Umschlags- und Beharrungszeiten neben Ereignis- und Fehlzeiten —, 3. und 4. die Richtigkeit der 
Formeln (24), (25), (25a), (26) bzw. (28), (29), (29a), (30) zur Berechnung des Erfolges und der Güte der 
Wetter dienst-Vorhersagen bei Verwendung von einem Schwellwert bzw. zwei Schwellwerten für Witte 
rungselemente mit Umschlags- und Beharrungszeiten ohne Ereignis- und Fehlzeiten, — 5. und 6. die 
Richtigkeit der Formeln (24), (25), (25A), (26A), bzw. (28), (29), (29A), (30A) zur Berechnung des Erfolges * 32 
sl ) Hann-Siirmg, Lehrbuch der Meteorologie. 4. Auflage, Leipzig. 1926. S. 632 bis 636. 
32 ) „P. Heidke“. S. 334 und 335. Summe der Spalten (»(,+ d'j-f- a' 2 + d' 2 ) dividiert durch die zugehörigen S der 
Reihen Nordöyan, Ona, Hellisö und A g unter der TTeberschriit „1924. Die Wetterdienst- und die Blindlingssturm- 
warnung gelten für je eine Vorhersagezeit“; wie die drei Reihen A der Stationen Vinga, Morups Tange, Smygehuk. 
»3) „Koppen“. S. 349. 
3») „P. Heidke“. S. 340, Formeln (8), (9), (14) und (15). 
3») Diese Formeln sind übernommen aus „P. Heidke". S. 340, Formeln (8), (9), (14) und (15). 
*•) Siehe diese Arbeit Abschnitt 4 a.
	        
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