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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — Nr. 1. 1926.
Von einer Beeinflussung der Indianer durch die Eskimos kann wohl eigentlich nicht die Bede sein
bei dem starken Rassenhass« der Indianer gegen ihre nördlichen Nachbarn. Dennoch besteht die merkl
würdige Tatsache, daß d'ie Indianer auf der Ostküste, wo sich die Verbreitungsgebiete der beiden Völ
ker ineinanderschieben, nach Gestalt (Schwerfälligkeit) und Gesicht eine gewisse Ähnlichkeit mit den
Eskimos aufweisen. Auf Blutsverwandtschaft kann das kaum beruhen, da sich Indianer und Eskimos
nicht mischen. Vielleicht ist es biologisch durch die Gegend bedingt.
Durch die Weißen sind die Hudsonmeer-Indianer jetzt fast alle christianisiert, während sie zu
Marests Zeit der christlichen Religion noch mit starker Feindseligkeit begegneten. An der Mission
unter den Hudsonme er-Indi a ner n ist neben der anglikanischen Kirche auch stark die römisch-katholi
sche beteiligt. Im Westen der Jamesbai teilen sich beide Kirchen ungefähr gleich in di© Missionstätig
keit: Albany ist der Sitz der römisch-katholischen,Fort Hope der der anglikanischen Arbeit. Im Osten
dagegen herrscht allein das Anglikanische. Mit dem Christentum lernten auch die Indianer lesen und
schreiben. Die anglikanisch Getauften brauchen eine Art Silbenkurzschrift. Die Indianer der Ostküste
verraten durch blaue Augen und starken Bartwuchs einen Einschlag weißen Bluts. Sie sind es auch,
die die b< trübliche Erscheinung, daß die Indianer durch den Verkehr mit Weißen unehrlich werden,
worüber schon Ellis und Umfreville berechtigte Klage erhoben, am stärksten zeigen.