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Full text: 44, 1927

Studienrat Dr. Margarete Gans: Das Hudsonmeer. 
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an. 162 * ) Winnipeg übertrifft Moose nur um 1.8, Chipewyan York um 3.8, Churchill um 5.8, Simpson — 
im Jan. wieder günstiger gestellt, — Churchill uml.8° C. Es ergibt sich daraus auch, daß die Unter 
schiede zwischen der Westküste und dem Binnenlande im kältesten Monate nicht so bedeutend sind 
wie im heißesten. Die — 30- und die — 25°-Januar-Isotherme biegen vom Innern nach der westlichen 
Hudsonmeerküste zu (Berührungsstellen: Churchill bez. Albany) nicht so weit nach Süden aus wie die 
4-15- und die + 10°-Juli-Isotherme. ,G3 ) 
Die Temperatursteigerung nach dem Februar zu entspricht an der Westküste auch noch ungefähr 
der der Binnenorte. Moose geht um 8.1, York um 1,9, Churchill um 1.8, Winnipeg um 2.1, Chipewyan 
um 2.0, Simpson allerdings nur um 0.3° C. herauf. Vom Februar zum März und vom März zum April 
bleibt aber die Hudsonmeerküste im Wärmefortschritte bedeutender hinter dem Innern zurück. Das 
Innere strebt dem Frühling zu, am Hudsonmeere bleibt noch Winter. Der astronomische Frühlings- 
monat weist am Hudsonmeere noch die Temperaturen: — 10.5, — 18.8, — 22.1° C. auf. Und im April 
bewegen sich die Temperaturen ebenfalls noch unter Null: — 1.9, — 6.3, — 9.7°, Low fand 1904 in Fullerton 
sogar — 13.8° C. Im Innern dagegen hat bis zum April Winnipeg -f 4.7, Chipewyan — 1.2 und Fort 
Simpson — 2.7° C. erreicht. 
Hinsichtlich der Extreme und Schwankungen läßt sich ein mildernder Einfluß des Hudsonmeer 
wassers n i c li t erkennen bei den m it tle r e n Extremen und Schwankungen — sie sind vom Oktober bis 
März, besonders wegen stärkeren Fallens der Niedrigsttemperaturen, an der Küste ungünstiger als 
im Binnenlande — w r ohl aber in gewisser Weise bei den absoluten. So sind die absoluten Niedrigst 
temperaturen von Moose im November, Januar und März höher als in Winnipeg und in Churchill vom 
November bis März höher als in Fort Simpson. Da die Höchsttemperaturen der Küste denen des Bin 
nenlandes nachstehen, sind die absoluten Schwankungen am Hudsonmeere durchschnittlich geringer, und 
zwar bis März. Das tritt am reinsten bei York und Chipewyan hervor. Erst im April hat das Innere 
die geringeren absoluten Schwankungen. 
Auf der Ostbüste des Hudsonmeers, in Great Whale-River, 164 * ) zeigt sich das — im Vergleich zur 
Westküste ein wenig stärker ausgeprägte — ozeanische Moment zuerst im geringeren Rückgänge der 
mittleren Temperaturen vom September zum Oktober und vom Oktober zum November; zweitens: im 
November auch in der mittleren Monatstemperatur selbst: diese ist um l / 2 0 höher als diejenige Moose- 
Faktorys! (— 5.1 gegen 5.6°!); drittens in der Tatsache, daß sich im Dezember die allerdings beträcht 
lich sinkenden mittleren Temperaturen näher an das 4° südlichere Moose als an das 1° 44' nördlichere 
York halten. 105 ) 
Das mildere Moment verliert sich mit dem Januar. Der Februar, also nicht der Januar, wie im 
Westen, ist im Osten der kälteste Monat mit — 27.5° C. Im März und April sind schließlich die mittleren 
Temperaturen Great Whale-Rivers ungefähr der Lage zu Moose und York entsprechend. (— 18.6 und 
— 4.3.) 
Ein ozeanischer Zug ist viertens in den Schwankungsverhältnissen zu spüren: Vom Oktober bis 
Dezember sinken die mittleren Niedrigsttemperaturen nicht so tief wie im Binnenlande. Im November 
hat Great Whale-River das höchste mittlere Minimum unter allen genannten Beobachtungsposten über 
haupt, im Dezember unter allen Hudsonmeer-Stationen. Die mittleren Schwankungen sind nicht bloß 
der Westküste, sondern auch dem westlichen Binnenlande gegenüber am geringsten. In bezug auf die 
absoluten Extreme ist der November besonders interessant: Sein absolutes Minimum (—15.6) fällt stark 
ab gegen das Doppelte von Fort Simpson und das um reichlich 8° niedrigere von Moose, Winnipeg und 
Chipewyan. Die absolute Schwankung ist die geringste im Vergleich zu allen andern Stationen. (20.9° 
gegen 34.1° von Moose, 36.3° von Winnipeg usw.) 
1,s ) Geograph!cal Jnnrnal 1903, XXJI, S. 182. 
»«b Deekert, S. G0. 
>•*) Es sei noch einmal darauf liingewiesen, daß es sich in Great Whale .River nur um eine einjährige Beob 
achtung handelt. Die Deutung ist mir ein erster Versuch. 
Ws) Ygi. den Verlauf der • 20- und der —25°-Januar-Isotherme nach Bergbaus und J. v. Hann! (Deekert, S. 60.)
	        
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