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Full text: 44, 1927

Stndienrat Dr. Margarete Gans: Das Hudsonmeer. 57 
und lückenhaft. 129 ) Es liegen nämlich zur Zeit erst von 4 Orten am Hudsonmeere verwertbare Beob 
achtungen vor: von Moose, York, Churchill und Great Whale-River. 180 ) Der Schwerpunkt der Be 
obachtungen ruht also einseitig auf der Westküste, die Ostküste ist stark, die Südküste und die Höhe 
des Hudsonmeers sind völlig vernachlässigt. Zeitlich gehen diese Aufzeichnungen teilweise zurück 
bis 1875 (Churchill), also etwas weiter als die im Norden Kanadas durchschnittlich (1883), wenn auch 
nicht so weit wie die Beobachtungstätigkeit des kanadischen Wetterbureaus überhaupt; (gegründet 
1870). Die jüngsten verfügbaren stammen aus dem Jahre 1908. * 131 ) Nun kommen aber auf keine der 
4 Hudsonmeerstationen 33 Beobachtungsjahre, im Gegenteil, bedeutend weniger, das Höchstmaß sind 
13 Jahre (Moose, Churchill). Am bedenklichsten ist, daß für Great Whale-River nur ein einziges Beob 
achtungsjahr vorliegt (August 1898—Juli 1899). 132 ) Selten wurde auch in gleichen Jahren an allen Sta 
tionen beobachtet, deshalb sind die gewonnenen Mittelwerte nicht völlig entsprechend. Nach dem Um 
fange und den Gegenständen der Beobachtungstätigkeit im einzelnen werden die 4 Hudsonmeerstationen 
von Stupart unter die Ordinary Stations of the First Class gezählt, wo die üblichen Beobachtungen über 
Luftdruck, Temperatur, Bewölkung, Windverhältnisse (Richtung, Stärke) und einige andere besondere 
Witterungserscheinungen täglich dreimal (in der Regel 9 a. m., 2 p. m. und 7 p. m.) vorzunehmen sind. 
Doch wurde am Hudsonmeere nicht in jedem Beobachtungsjahre dieses ganze Programm erledigt. 
Eine gewisse brauchbare Ergänzung zu dem amtlichen Beobachtungsmaterial bieten die selbst 
ständigen tabellarischen Wetterberichte Gordons für den nordöstlichen Ausgang 133 ) und Lows für die 
Ost- und Nordwestküste des Hudsonmeers. 134 135 ) 
Auf Grund des genannten, obwohl zuverlässigen, so doch nicht vollständigen Materials soll in 
der vorliegenden Arbeit ein erster Versuch gemacht werden, die Hauptzüge des Hudsonmeerklimas her 
auszuarbeiten. 136 ) 
Der Schwerpunkt einer Behandlung des Hudsonmeerklimas ist auf den Temperaturgang zu legen. 
Das Hudsonmeer hat kein solares, d. h. nur durch die Breitenlage bedingtes Klima: obgleich zwischen 
dem 51. und dem 66'A. Breitenkreise, also durchweg außerhalb des Polarkreises gelegen, fehlt seinen 
Gestaden die normale warme Mäßigkeit jener Erdstriche. Durch diese Tatsache hebt es sich nicht 
allein ab vom Klima europäischer Gebiete mit gleicher Polhöhe, sondern innerhalb Nordamerikas von 
demjenigen des westlichen Kanada. 136 ) 
1M ) Veröffentlicht in den Reports und den Monthly Weathers Reviews on the Meteorological Service of Can. 
(Dept. of Marine and Fisheries.) S. Literaturverzeichnis! Einige Tabellen wurden als Appendices von Forschern 
ihren Spezialarbeiten beigegeben. (Bell, Low.) Nur einige wenige wurden in der Met. Zeitschr. (S. Jahrg. 1894 bis 
1908) auf metrische Maße reduziert und auf das lOOteilige Thermometer umgereehnet. 
ls0 ) In Albany wurden noch Okt.-Dez. 1878 und Jan., März—Juni und Nov.—Dez. 1881, desgl. in Marten’s Falls 
(am Albany gelegen, 51° 30' n. Br. u. 86° 30' w. L„ später als Fort Hope den Fluß weiter hinauf verlegt) Okt.—Dez. 
1878 und Jan.—Juni 1881 einige Beobachtungen veranstaltet. 
lsl ) Bis 1914 aus Canada nach Europa gekommen. 
***) Da die Jahre 1898 und 1899 für das Hudsonmeergebiet durchaus normale Wetterjahre waren, kann das eine 
Jahr für Great Whale-River einstweilen als typisch gelten. Wie viele Jahre hinsichtlich der verschiedenartigen Beob 
achtung auf die andern Stationen kommen, ist aus den beigegebenen Tabellen ersichtlich. Nur volständige 
Jahresreihen sind berücksichtigt worden . 
“*) Reports on the Hudson Bay Expeditions 1884- -86. 
!»*) Geol. Surv. of Can. 1887/88. Bericht über die Fahrt des Neptune 1903/04. 
135 ) In den zusammenfassenden Jahresberichten Stuparts über das Klima Kanadas spielt auffallenderweise 
das Klima des Hudsonmeers weder in seiner Eigenart, noch in seinem Einflüsse auf das Hinterland eine be 
sondere Rolle. 
13 «) Bei einer Schilderung des Hudsonmeerklimas ist es unerläßlich, Vergleichsorte aus dem Innern heranzu 
ziehen. Leider stehen noch nicht genügend brauchbare Stationen zur Verfügung, um vollständige Isothermen zu 
sammenstellen zu können, die die Abweichung des Hudsonmeerklimas vom Innern veranschaulichen. Es wurden ge 
wählt: 
1. Winnipeg, 49° 53' n. Br., 97° 07' w. L., 232 m, der Breite etwa Moose entsprechend. 
Chipewyan, 58° 43' n. Br., 11° 19' w. L., 220 m, der Breite nach etwas nördlicher als York und etwas südlicher 
als Churchill, ungefähr diesen beiden entsprechend. 
Fort Simpson, 61° 53' n. Br-, 121° 25' w. L., — in, nördlicher als sämtliche Hudsonmeer-Stationen,
	        
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