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Volltext : 44, 1927

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Schwarte.  —  Nr.  I.  1926.

—  infolge  der  größeren  Seichtigkeit  und  der  allgemeinen  Verengerung  —  auf  2 1 /<  m  bei  Equan  Point,
234  m  vor  der  Albanymündung,  2 :i / 4  m  bei  Moose  Paktory  und  halten  sich  —  nach  allerdings  nur  spärlichen ­
  Angaben  —  in  der  übrigen  Jamesbai  auf  etwa  2  m,  doch  schwellen  sie  bei  auflandigem  Winde,
namentlich  bei  Nord-  und  Nordwestwind,  der  das  Wasser  von  den  tieferen  Teilen  des  Hudsonmeers  über
die  Untiefen  der  Jamesbai  zwingt,  in  abnormer  Weise  an:  z.  B.  bei  noch  mäßigem  Nordweststurm  im
Osten  der  Agoomska-Insel  auf  3%,  in  der  tiefen  Fahrtrinne  der  Mitte  auf  4 l /4,  bei  außerordentlich
starken  Stürmen  im  Spätherbst  im  Norden  der  Salomon’s  Temple-Inseln  sogar  auf  5 1 /*  m.  Auf  der
Ostküste  erreichen  die  mittleren  Fluten  nur  etwa  1  m.
Landeinwärts  dringt  die  Flutwelle  nach  bisher  bekannten  Angaben  im  Ghesterfield-Inlet  200  km,
also  bis  zum  Baker-See,  im  Churchill  22,  im  Nelson  37,  bis  zur  Gillam-  oder  Unteren  Seal-Insel,  vor,  im
Hayes  über  46,  im  Albany  nur  6,  im  Nemiskau  22,  im  East  Main  32  km.  Bei  Ebbe  weicht  das  Wasser
auf  der  Westküste  durchschnittlich  6  km  zurück,  die  Hannahbai  und  die  große  Bucht  im  Osten  der
Charlton-Insel  werden  völlig  trocken,  der  Sherrick-Mount  wird  mit  dem  Festlande  verbunden.
Infolge  der  allgemeinen  Seichtigkeit  des  Hudsonmeers  und  der  nicht  geringen  Fluthöhen  sind
auch  die  Gezeitenströmungen  verhältnismäßig  schnell.  Ihre  Geschwindigkeit  am  Eingänge  zum  Churehillhafen
  schätzte  Gordon  auf  13  km. 124 )  Die  außerordentlich  rasche  Gezeitenströmung  an  der  Nelsonmündung ­
  erwähnt  Tyrrell  1912. 125 )  Durch  den  tiefen  Kanal  zwischen  der  Charlton-Insel  einerseits  und
der  Danby-  und  Gary-Insel  andrerseits  läuft  die  Flut  mit  einer  Strömung  von  6—9,  zwischen  den  Struttons
  von  7—11  km  Geschwindigkeit  in  der  Stunde.  Den  schmalen  Eingang  zum  Riehmondgolf  passieren
Ebbe  und  Flut  mit  besonderer  Heftigkeit,  gefährliche  Wirbel  erzeugend.
Mündungstrichter,  Ästuarien,  sind  durch  die  Gewalt  der  Gezeitenströmungen  namentlich  auf  der
silurischen  West-  und  der  devonischen  Südküste  herausgearbeitet  worden.  Allen  voran  stehen,  im  Bereiche ­
  der  größten  Fluthöhe  gelegen,  das  von  den  Seal-Inseln  bis  zur  Linie  Marsh-Point—Sam  Creek
40  km  lange  und  an  der  Mündung  22  km  breite  Nelson-  und  das  6  km  breite  Hayes-Ästuar,  die  beide
durch  eine  niedrige  Landzunge  (mit  Beaeon-Point)  getrennt  sind.  Der  Mündungstrichter  des  Moose  ist
auf  28,  der  des  Noddawai  auf  5  km  erweitert.
5)  Hafenverhältnisse.
Infolge  der  ungünstigen  Küstenbildung,  der  weit  verbreiteten  Seichtigkeit  des  Wassers,  des  teilweise ­
  starken  Inselgewirrs,  heftiger  Strömungen,  dazu  mangelhafter  Erforschung  weiter  Uferstrecken
ist  es  mit  den  natürlichen  Hafenverhältnissen  am  und  im  Hudsonmeere  nicht  gut  bestellt.  Das  Hudsonmeer ­
  ist  arm  an  guten  Naturhäfen.
Im  laurentischen  bez.  proterozoisehen  Nordwesten  finden  sich  allerdings  mehrere  fjordähnliche,  leidlich ­
  gute,  tiefe  Hafeneinschnitte,  z.  B.  der  Douglas-Hafen  auf  der  Nordseite  der  Wagerbucht,  der  Harper-Hafen
  im  Winchester-Inlet,  der  Fullerton-Hafen,  der  Spurrell-Hafen  am  südlichen  Eingänge  des
Chesterfield-Inlets  und  der  Hafen  der  Marble-Insel.  Den  letzteren  veranschaulicht  die  verbesserte  Gordonsche
  Sonderkarte  zur  Seekarte,  auch  Ellis  beschrieb  ihn  eingehend.  Er  ist  eigentlich  ein  Doppelhafen:
der  äußere  liegt  zwischen  der  Deadman’s  und  der  Hauptinsel,  der  wichtigere  innere  ist  ins  Quarzitgestein ­
  des  Südwestens  der  Hauptinsel  eingesenkt.  Der  äußere  ist  5)4—13,  der  innere  9—37  m  tief;  der
innere  ist  wunderbar  geschützt  und  außerordentlich  geräumig,  faßt  nach  Ellis  100  Schiffe.  Leider  ist
der  Eingang  sehr  eng  und  seicht  (bei  Ebbe  nur  knapp  2  m  tief),  er  wird  außerdem  durch  eine  Insel
versperrt  und  von  weitem  unkenntlich  gemacht.
Alle  die  erwähnten  und  —  abgesehen  von  untiefen  Stellen  ihres  Bereichs  —  an  sich  nicht  schlechten ­
  Häfen  sind  jedoch  “wegen  ihrer  nördlichen  Lage  (alle  nördlicher  als  62°)  wirtschaftlich  nicht  entwicklungsfähig. ­

ns»)  J.  B.  Tyrrell  konnte  am  1.  Okt.  1891  wegen  der  Gewalt  des  ansströmenden  Wassers  nicht  in  den  Churehillhafen
  einfahren  und  mußte  bis  zur  Flut  warten.
iss)  Tyrrell  1912,  S.  27.
            
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