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Full text: 44, 1927

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. — Nr. 1. 1926. 
birges, steigt die Küste bis 180 m südlich der Hopewell-Kette, bis 270 m hinter den Nastapoka-Inseln, 
bis 450 m im Hintergründe des Richmondgolfes an. Durchschnittlich erhebt sie sich, soweit Messungen 
vorliegen, 200—250 m. Vom Nordwesten sind nur wenige mehr allgemeine Höhenangaben bekannt: die 
höchsten Stellen liegen durchgängig nördlich des Chesterfield-Inlets, für die beiden Seiten des Ghester- 
field-Inlets selbst werden als Durchschnitt 30—60 m erwähnt. 
Der laurentiseh-proterozoischen Flachküste sind zuzurechnen: das nördliche Stück der Ostküste 
von Nuvuk bis zum Portland-Vorgebirge, das südliche Stück von der Mündung des Great Whale-Flusses 
bis zum Süden der Jamesbai und ein nordwestliches Küstenstück von Kap Eskimo bis etwa 50 km nörd 
lich von Churchill. Die Höhen sinken beträchtlich auf diesen 3 Küstenstrecken: sie überschreiten 
durchschnittlich im nördlichen Stücke der Ostküste nie 60, zwischen der Moskitobucht und dem Port 
land-Vorgebirge und im südlichen Stücke nie 15, im Nord westen nie 12 m. Höhere Erhebungen sind 
durchaus Ausnahmen, so: die Nord wand der Moskitobucht (60—120 m, weiter landeinwärts 150—300 m), 
die Comb-Hilte zwischen der Mündung des Big und des East Main-Flusses, der Sherrick-Mount (210 m). 
Die Kliff bildung wird spärlicher; eiszeitliche Ablagerungen, Eskers, Drumlins und andre Moränen 
rücken, verschleiern das Grundgestein und verhüllen schärfere Formen mehr und mehr. Kap Eskimo 
ist ein schmaler, mehrere km langer eskerartiger Rücken. Im Nordwesten spielen auch erratische 
Blöcke eine bedeutsame Rolle, z. B. an der Buttonbai; und 9 km südlich der Egg-Insel besteht die 
Küste nur aus rauhen, niedrigen Findlingshügeln. 
Die kambro-silurisch-devonische Flachküste zieht sich im Westen, Südwesten und Süden des Hud 
sonmeers hin. Trostlose Einförmigkeit kennzeichnet sie; der Übergang vom Wasser zum Lande ist von 
weitem kaum zu sehen. Weite Strecken sind höchstens 1,2—3 m hoch. Nur ganz vereinzelt treten deut 
lich sichtbare Erhebungen und niedrige Kliffs hervor: bei Flamboro’ Head einige etwa 30 m hohe 
Kliffs, ferner Equan Point mit 4,5 m Höhe über der Flut. 94 ) 
Hinsichtlich des Meereseingreifens zeigt die gesamte laurentisch-proterozoische, also Steil- u n d 
Flachküste, kräftige Buchtenbildung. Im Osten entsprechen dem 3fachen Höhenwechsel die 3 eiszeit 
lich bedingten Hauptbuchten. Die Schwingung der nördlichen ist durch den Vorsprung des Kap Smith, 
die südliche durch die Comb-Hills wiederum zweigeteilt. Jede der 3 Hauptbuchten weist eine bedeuten 
dere, etwas besser erforschte kleine auf: die nördliche die Moskitobucht, die mittlere den Richmond- 
oder Hazardgolf, die südliche die Paulbucht. Die Moskitobuoht ist eine 18,5 km ins Land reichende, 
in Trappgestein eingesenkte Doppelbucht mit 900 m nördlicher und 7 km südlicher Eingangsbreite. Der 
Richmondgolf erfüllt eine grob dreieckige Depression hinter der Trapp-Küstenkette, hat einen 3,5 km 
langen und 90—365 m breiten Eingang und bis 37 km ostwestliche, bis 56 km nordsüdliche Ausdehnung. 
Im übrigen ist die gesamte Ostküste, mit Ausnahme des Stücks von der Great Whale-Mündung bis Kap 
Jones, noch weiter durch zahlreiche kleine und kleinste, teils schmale, teils breite Buchten in mannig 
faltiger Weise aufgeschlossen. Der laurentisch-proterozoische Nordwesten hat im Norden nur die 
Wäger-, im Süden nur die Buttonbai, ist aber in der Mitte besonders reich gegliedert, einmal durch 
breite Buchten: Daly-, Pistol-, Mistake- und Nevillebucht; vor allem aber durch Fjordbildungen, Inlets 
genannt: Winchester-, Whitney-, Chesterfield- und Rankm-Inlet. Der Ohesterfield-Inlet ist nach 
Tyrrells Urteil 232 km, einschließlich des Baker-Sees 390 km lang. 
Die kambro-silurisch-devonische Küste bietet bei völligem Mangel an kleineren Buchten haupt 
sächlich nur die dreieckig verschärfte Nelsonbucht im Westen, die 56 km lange und -durchschnittlich 
28 km breite Hannah- und die 65 km lange und im Mittel 22 km breite Rupertbuoht dar. 
Über die Strandentwicklung und die Ausdehnung der Küstenebene fehlen zur Zeit noch ab 
schließende wissenschaftliche Untersuchungen. Einige Angaben allgemein beschreibender Art beziehen 
sich ausschließlich auf die westliche silurisoh-devonisohe Flachküste: Von der Churchillbucht südwärts 
ist der Strand durchschnittlich breit entwickelt (bei Churchill mehrere, zwischen York und Severn 0.9 
M ) Die South.-Insel hat nach den Zeugnissen von Middleton, Lyon usw. im O. (Silur) Steil-, im Süden und 
Westen (Silur) Flachküste.
	        
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