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Full text: 44, 1927

Studienrat Dr. Margarete Gans: Das Hudsonmeer. 
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6) lange, niedrige Rücken an der Westküste des Hudsonmeers, und zwar in den Wäldern etwas 
landeinwärts von der Flutgrenze, (z. B. nahe der Mündung des Nelson, am Attawapishkat und an ver 
schiedenen Stellen zwischen Attawapishkat und Albany), jedoch aus von den Flutwellen herangetrage 
nem Material: aus Treibholz und anderen vegetabilen Trümmern in völlig verfallenem bez. verfaultem 
Zustande, infolge der Entfernung vom Meere und des besseren Bodens bereits mit Moos bedeckt und mit 
Buschwerk und Bäumen bewachsen. Ähnliche Rücken, erst in der Bildung begriffen und in frischerem 
Zustande, fand Bell an der gegenwärtigen Flutlinie; dazu Dünen in 300 km Entfernung von York, 15 m 
über der jetzigen Flutmarke; 
7) das Übergreifen der Waldlinie auf die breiten Alluvialniederungen im Süden und Westen der 
Jamesbai, desgl. das allmähliche Eintrocknen der Salzsümpfe westlich der Jamesbai und in der Nähe 
von York Faktory; 75 ) 
8) eine Fülle toter, aber noch gut erhaltener (Epidermis erhalten!) Schalen von zahlreichen, für 
mäßig tiefes Wasser charakteristischen Molluskenarten (Bell führt leider keine an!) im Geschiebelehm 
rund um die Jamesbai; 
9) zwei landfest gewordene Inseln, nämlich die große Halbinsel Ministiskawatane (zwischen der 
Rupert- und der Hannahbucht) und der Küstenvorsprung Cockispenny (zwischen Moose Faktory und 
Fort Albany), deren indianische Namen den früheren Inseleharakter andeuten: Ministiskawatane s Mi- 
nistik-oo-watum dnsel mit einer Höhle und Cockispenny*Ka-ka-ki-sip-pin-a-wayo=Insel, wo der Kormoran 
(corvus marinus) Eier legt; 
10) neu auf tauch ende, wachsende und sich nach 40—50 Jahren mit Bäumen bedeckende Inseln 
in der Moosemündung; 
11) zunehmende Seichtigkeit der Häfen und Schiffahrtsrinnen rund um die Küste des Hudson 
meers. Für diese wirtschaftlich hochbedeutsame Erscheinung bringt Bell außerordentlich viele Bei 
spiele. Er vergleicht dabei meist seine eigenen Beobachtungen mit früheren, vielfach 200 Jahre zu 
rückliegenden Erfahrungen anderer: In die Flußmündungen der Ostküste einzufahren, hätte allem An 
scheine nach Ende des 17. Jhh. den Schiffen der Hudsonbaigesellschaft keine Schwierigkeiten bereitet, 
später hätten die Häfen der Ostküste wegen wachsender Seichtigkeit aufgegeben werden müssen, so 
East Main, Little Whale-River, und der jüngste Eingang zum Richmondgolf sei gerade tief genug, um 
das Wasser passieren zu lassen. Den langen, schmalen Kanal zwischen der Middleton-Insel und dem 
Ostufer der Rupert bucht habe er, Bell, zu seiner großen Enttäuschung im Herbste 1895 mit seinen 
Kanus bei Flut nicht durchfahren können, was ihm einige Jahre vorher möglich gewesen ¡sei. Die Nie 
derlassung der Hudsonbaigesellschaft habe bereits 1685, nach lOjährigem Bestehen, von Hayes Island 
flußaufwärts nach Moose Island verlegt werden müssen, und in den folgenden 2 Jahrhunderten hätten 
sich die Anfahrtsverhältnisse so verschlechtert, daß zum Verkehr zwischen dem Hafen und dem draußen 
liegenden Seeschiffe immer flachere Fahrzeuge nötig geworden wären. Ferner sei der Kanal zwischen 
der Prinzeß-Insel und der Moose-Faktorei, der zu Beginn des 19. Jhh. auch bei stärkster Ebbe Wasser 
geführt hätte, 1895 bei Niedrigwasser völlig trocken geblieben. Zwischen der Agoomski-Insel und der 
Westküste der Jamesbai hindurchzufahren, sei 1674 Charles Bayley mit einer Schaluppe gut gelungen, 
1886 Bell mit Rindenkanus nur unter Schwierigkeiten. Im „ship hole“ von York Faktory seien 1895 
Schiffe von geringem Tiefgänge bei Niedrigwasser auf Grund geraten, während früher tiefer gehende 
Seeschiffe der Hudsonbaigesellschaft auch bei geringem Wasserstande flott geblieben wären. So sei 
es Schiffen auch nur 1782 möglich gewesen, mit Kanonen auf der Südostseite ¡des Nelsons zu landen 
(Admiral La Pérouse) oder unter dem Schutze der Dunkelheit aus der Hayesmündung zu entfliehen. 
Das neue Fort Prince of Wales (Churchill) habe 1782 über einen trennenden Kanal hinweg, der jetzt 
trocken liege, durch eine Brücke mit dem Festlande verbunden werden müssen; ferner sei in letzter 
Zeit die Landungsbrücke mehrmals verlängert worden, damit die Küstenboote bis zu ihrem äußersten 
Ende Vordringen könnten. Über den schmalen Eingang zu „Sloop’s Cove“, einer kleinen Bucht im 
75 ) Nach Bell sehr zum Verdrusse der Leute der Hudsonbaigesellschaft, die dadurch ihre Geflügelnahrung 
verlieren.
	        
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