Stndienrat Dr. Margarete Gans: Das Hudsonmeer.
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Ergänzend treten dazu die Angaben über höchste Strandlinien: Im Nordwesten steigen sie in
den eiszeitlichen Ablagerungen um die Repulsebai und den Wager-Inlet 213 m, östlich des Aberdeen-
Sees 140, nördlich des Lady Marjorie-Sees 134, östlich des Wharton-Sees 121 m hoch. Im Westen des
Hudsonmeers bezeichnet« Tyrrell 1896 als höchste Strandlinie einen Rücken von 180 m Höhe, der nord
westlich des Doobaunt-Sees, fast am Back-Flusse beginnt und in vorwiegend südöstlicher Richtung
weiterzieht zwischen dem Doobaut- und Tath-kyed-See hindurch, über die Kreuzung von 60° n. Br. und
98° w. L., den Seal, den Churchill, östlich vom 3. Centrum des Keewatin-Inlandeises vorbei, über den
Deer-Fluß und das Quellgebiet des Owlflusses dem Nelsontale zu, schließlich, nach Südwesten um
schwenkend, zum Fox-Flusse. 68 ) Auf der Ostküste erheben sich die höchsten Strandlinien am Rich-
mondgolfe 134, an der Mündung des Clearwater-Flusses 107, auf der Charlton-Insel 23 und 30, auf den
Nastapoka-Inseln 15 m empor. 64 )
Da sich die Höhen der höchsten Strandlinien um das Hudsonmeer vielfach mit 'den lokal höchsten
Erhebungen überhaupt decken, sind sie keine durchaus sicheren Faktoren zur Bestimmung der weitesten
Seebedeckung bz. Ausdehnung des Urhudsonmeers.
In der Nähe der nordwestlichsten höchsten Terrassen und im Verlaufe der Tyrrellschen höchsten
Strandlinie im Westen liegen an besonderen postglazialen Küstenerscheinungen noch: ein Kliff im
Osten des Aberdeen-Sees, ansteigend von der dortigen höchsten Strandterrasse; ferner Teile einer Sand
barre unterhalb der Mündung des Thelew in den Doobaunt, die gebildet worden sein mag, als das Land
80 m tiefer lag.
Die schematisierenden Angaben von Mc Inn es, Gr. Schott und E. Deckert, 65 ) daß das marine Ge
biet um das heutige Hudsonmeer bis zur 450 feet (137 m)-Grenze bzw. bis zur 20—210 m-Höhenlinie land
einwärts gereicht habe, auch de Geers schraffierte Darstellung des „mutmaßlichen alten Seenhodens um
das Hudsonmeer 66 ) sind — namentlich aus dem oben genannten Hauptgründe der zeitlichen Unverhält
nismäßigkeit der Einzeltatsachen — nur als wenig bindend und sehr vorläufig zu betrachten.
Ebensowenig wie die Küstenlinie des Urhudsonmeers sind die Linien seiner ruckweisen Heraus
hebung bis zu den heutigen Umrissen geschlossen festzulegen. Aber die allgemeine Tatsache ruck
weiser Emporhebung wird durch zahlreiche Beispiele mehrerer über einander liegender Strandlinien
rund um das Hudsonmeer herum eindrucksvoll belegt. Sie sind teils eingesohnitten in die felsigen
Uferwände, wie im Nordwesten, namentlich um den Ghesterfield-Inlet und auf der Marble-Insel, und im
Osten am Richmondgolf, auf den Nastapoka-, den Ottawa-Inseln (10—15 m über dem Wasser), auf der
Mansel- (nach Bell etwa 100 Terrassen übereinander) und der Coats-Insel (viele kleine Terrassen im
Süden); teils bedecken sie eiszeitliche Ablagerungen, so um die Repulsebai und am Wager-Inlet (213
bis 152 m hohe Terrassen), weiter im Innern (im Bereiche der Tyrrellschen höchsten Strandlinie) öst
lich des Aberdeen-Sees (8 Terrassen, 140—58 m hoch), nördlich vom Lady Marjorie-See (4 Terrassen
von 134—100 m), auf dem Ostufer des Wharton-Sees (3 zu 121, 113 und 110 m Höhe), nördlich des Grant-
Sees (3 Terrassen, 150m hoch und abwärts); teils werden sie angedeutet durch Kiesrücken, die De
pressionen zwischen felsigen Punkten erfüllen, wie längs des Fergusonlaufs, oder durch Kies- und Sand
rücken zwischen der Hochw asser- und der Baumlinie, wie auf der Strecke zwischen Kap Henrietta Maria
und der Severnmündung; in einem besonderen Falle folgt auch eine Strandlinie einer im Wasser nieder
gelegten Endmoräne des Labrador-Inlandeises, sie läuft von der Fawn-Mündung über den ITayes, die
Shanoattawa- Mündung, das Quellgebiet des Goose zum Severn.
® 3 ) Eingetragen in Tyrreils Skizze der 3 Centren des Keewatin-Inlandeises. Geol. Snvv. Can. 1896, S. 178.
S4 ) Daß die Höhen der höchsten Strandlinien nach dem Innern Labradors zuuehiuen, liegt an der stärkeren
Eisbelastung und infolgedessen kräftigeren Hebung dieser Gebiete. (Uebe a. a. O. S. 32 ff.)
6S ) The Now North West II.
Geographie d. Atl. Oz. Hamburg' 1912.
Deckert, S. 39.
№ ) The Last Changes cf Level in Eastern North Ameriea. Proe. of the Boston Soc. of Nat. Hist. XXV,
Mai 1892.