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Full text: 44, 1927

Stndienrat Dr. Margarete Gans: Das Hudsonmeer. 
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Ergänzend treten dazu die Angaben über höchste Strandlinien: Im Nordwesten steigen sie in 
den eiszeitlichen Ablagerungen um die Repulsebai und den Wager-Inlet 213 m, östlich des Aberdeen- 
Sees 140, nördlich des Lady Marjorie-Sees 134, östlich des Wharton-Sees 121 m hoch. Im Westen des 
Hudsonmeers bezeichnet« Tyrrell 1896 als höchste Strandlinie einen Rücken von 180 m Höhe, der nord 
westlich des Doobaunt-Sees, fast am Back-Flusse beginnt und in vorwiegend südöstlicher Richtung 
weiterzieht zwischen dem Doobaut- und Tath-kyed-See hindurch, über die Kreuzung von 60° n. Br. und 
98° w. L., den Seal, den Churchill, östlich vom 3. Centrum des Keewatin-Inlandeises vorbei, über den 
Deer-Fluß und das Quellgebiet des Owlflusses dem Nelsontale zu, schließlich, nach Südwesten um 
schwenkend, zum Fox-Flusse. 68 ) Auf der Ostküste erheben sich die höchsten Strandlinien am Rich- 
mondgolfe 134, an der Mündung des Clearwater-Flusses 107, auf der Charlton-Insel 23 und 30, auf den 
Nastapoka-Inseln 15 m empor. 64 ) 
Da sich die Höhen der höchsten Strandlinien um das Hudsonmeer vielfach mit 'den lokal höchsten 
Erhebungen überhaupt decken, sind sie keine durchaus sicheren Faktoren zur Bestimmung der weitesten 
Seebedeckung bz. Ausdehnung des Urhudsonmeers. 
In der Nähe der nordwestlichsten höchsten Terrassen und im Verlaufe der Tyrrellschen höchsten 
Strandlinie im Westen liegen an besonderen postglazialen Küstenerscheinungen noch: ein Kliff im 
Osten des Aberdeen-Sees, ansteigend von der dortigen höchsten Strandterrasse; ferner Teile einer Sand 
barre unterhalb der Mündung des Thelew in den Doobaunt, die gebildet worden sein mag, als das Land 
80 m tiefer lag. 
Die schematisierenden Angaben von Mc Inn es, Gr. Schott und E. Deckert, 65 ) daß das marine Ge 
biet um das heutige Hudsonmeer bis zur 450 feet (137 m)-Grenze bzw. bis zur 20—210 m-Höhenlinie land 
einwärts gereicht habe, auch de Geers schraffierte Darstellung des „mutmaßlichen alten Seenhodens um 
das Hudsonmeer 66 ) sind — namentlich aus dem oben genannten Hauptgründe der zeitlichen Unverhält 
nismäßigkeit der Einzeltatsachen — nur als wenig bindend und sehr vorläufig zu betrachten. 
Ebensowenig wie die Küstenlinie des Urhudsonmeers sind die Linien seiner ruckweisen Heraus 
hebung bis zu den heutigen Umrissen geschlossen festzulegen. Aber die allgemeine Tatsache ruck 
weiser Emporhebung wird durch zahlreiche Beispiele mehrerer über einander liegender Strandlinien 
rund um das Hudsonmeer herum eindrucksvoll belegt. Sie sind teils eingesohnitten in die felsigen 
Uferwände, wie im Nordwesten, namentlich um den Ghesterfield-Inlet und auf der Marble-Insel, und im 
Osten am Richmondgolf, auf den Nastapoka-, den Ottawa-Inseln (10—15 m über dem Wasser), auf der 
Mansel- (nach Bell etwa 100 Terrassen übereinander) und der Coats-Insel (viele kleine Terrassen im 
Süden); teils bedecken sie eiszeitliche Ablagerungen, so um die Repulsebai und am Wager-Inlet (213 
bis 152 m hohe Terrassen), weiter im Innern (im Bereiche der Tyrrellschen höchsten Strandlinie) öst 
lich des Aberdeen-Sees (8 Terrassen, 140—58 m hoch), nördlich vom Lady Marjorie-See (4 Terrassen 
von 134—100 m), auf dem Ostufer des Wharton-Sees (3 zu 121, 113 und 110 m Höhe), nördlich des Grant- 
Sees (3 Terrassen, 150m hoch und abwärts); teils werden sie angedeutet durch Kiesrücken, die De 
pressionen zwischen felsigen Punkten erfüllen, wie längs des Fergusonlaufs, oder durch Kies- und Sand 
rücken zwischen der Hochw asser- und der Baumlinie, wie auf der Strecke zwischen Kap Henrietta Maria 
und der Severnmündung; in einem besonderen Falle folgt auch eine Strandlinie einer im Wasser nieder 
gelegten Endmoräne des Labrador-Inlandeises, sie läuft von der Fawn-Mündung über den ITayes, die 
Shanoattawa- Mündung, das Quellgebiet des Goose zum Severn. 
® 3 ) Eingetragen in Tyrreils Skizze der 3 Centren des Keewatin-Inlandeises. Geol. Snvv. Can. 1896, S. 178. 
S4 ) Daß die Höhen der höchsten Strandlinien nach dem Innern Labradors zuuehiuen, liegt an der stärkeren 
Eisbelastung und infolgedessen kräftigeren Hebung dieser Gebiete. (Uebe a. a. O. S. 32 ff.) 
6S ) The Now North West II. 
Geographie d. Atl. Oz. Hamburg' 1912. 
Deckert, S. 39. 
№ ) The Last Changes cf Level in Eastern North Ameriea. Proe. of the Boston Soc. of Nat. Hist. XXV, 
Mai 1892.
	        
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