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Full text: 44, 1927

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Aus dem Archiv der Deutschen Sec warte. 
Kr. 1. 1926. 
geringe Depression auch im Bereiche der gegenwärtigen Küstenlinie. Da diese Vorkommen je 
doch sehr fragmentarisch und verstreut sind, könnten sie sehr wohl durch Treibeis von den nördlichen 
oder den westlichen Teilen des Hudsonmeers hintransportiert worden sein. 
Die Festlandsperiode des oberen Siluric setzte sich für das gesamte heutige Hudsonmeer noch im 
unteren Devon fort. 24 * ) (Tafel 72—74.) Im mittleren Devon, und zwar im Middle Onondaga (Tafel 75) 
drang ein schmaler Meeresarm von Süden her 26 ) bis zur Jamesbai vor und umfaßte ungefähr % ihres 
Areals, nämlich den Süden und den ganzen Westen. Die entsprechenden Ablagerungen breiten sich im 
Südwesten der Jamesbai aus, und zwar am Unterlaufe des Attawapishkat, des Albany und des Moose, 
zum Teil auch noch in den Tälern ihrer Nebenarme. Am Attawapishkat reichen sie etwa 50, am Albany 
220, am Moose 200 km aufwärts. Der südliche Meeresarni lag auch noch im Late Hamilton, der andern 
Abteilung des mittleren Devon, im Bereiche der Jamesbai. Da die dieser Zeit entsprechenden Gesteine 
nur um die Moosemündung gefunden worden sind, zog er sich um jene Zeit wahrscheinlich bereits süd 
wärts zurück. Das Devon am Hudsonmeere besteht vorwiegend aus Kalksteinen. Es ist/ ähnlich den! 
Silur, überall mit nur geringem Winkel nordöstlich geneigt. 
Im oberen Devon lag wiederum das gesamte Hudsonmeer-Gebiet als Festland da. Diese neue 
Festlandsperiode währte außerordentlich lange: vom Beginn des Karbons bis zum Ausgange des Tertiärs. 
Hinsichtlich der vertikalen Erhebungsverhältnisse in jener langen Zeit hat bis jetzt nur Bell die Ver 
mutung ausgesprochen, daß während des Tertiärs der gesamte Nordosten Nordamerikas „mehrere 1000 
feet“ höher stand als jetzt. 26 ) In Bezug auf die Abgrenzung des jetzigen Hudsonmeerbeckens ist an 
zunehmen, daß der alte Höhenunterschied im Osten im allgemeinen weiter bestand, 27 ) daß aber das 
Hinterland im Süden, Westen und Norden breiter oder schmäler unmittelbar angeschlossen war. 28 ) 
Im Verlaufe der langen Zeit entfaltete sich an der Stelle des heutigen Hudsonmeers in gewal 
tiger Weise die Flußentwicklung und Flußerosion. Die älteren Geologen, namentlich Bell, sprechen im 
allgemeinen nur von einem „präglazialen Stromnetze“. Durch die wertvollen Forschungen jüngerer Ge 
ologen, vor allem Warren Uphams und seiner Schüler, 29 ) zur Frage einzelner Entwicklungsstadien 
dieses Stromnetzes, sind gewisse Differenzierungen gewonnen worden. Die Ergebnisse beziehen sich 
allerdings nur auf die Zeit, von der Kreide (einschl.) bis zum Tertiär (einschl.); für Karbon bis Jura 
fehlen die Einzelimtersuchungen. 
Nach Upham floß zur Kreidezeit — neu ausgebildeten Neigungsverhältnissen entsprechend •— 
von Ost nach West über den späteren Hudsonmeerraum ein großer Strom dem Kreidemeere zu. Ueber 
seine Quelle, seinen Lauf und seine Mündung ist im einzelnen nichts bekannt. Es mag sein, daß er 
von den höchsten Erhebungen Labradors ausging, und daß er für die Speisung des Kreidemeers die 
selbe Bedeutung hatte, wie der „Große Seen-Strom“ und die Flußläufe aus den Gebieten des späteren 
Großen Bären-, Großen Sklaven- und Athabaska-Sees. 
Die beiden Hebungsvorgänge des Westens zwischen Kreide und Diluvium, die tertiäre und die 
früh-quartäre oder Lafayette-Hebung, schufen infolge Umkehrung des Gefälles auf der Stelle des heu 
tigen Hudsonmeers aus einem dem Westen Wasser liefernden ein von diesem gewaltige Wassermassen 
empfangendes und sammelndes Festlandsgebiet, 
;*) Wilson. (Rep. of the 8tH Intern. Geogr. Congreß, S. 129) spricht davon, daß im Hudsonmeerbecken — die 
genauen Oertlichkeiten gibt er leider nicht an — Korallen unmittelbar auf Archaikum ruhen. Das deutet auf Ero 
sionsarbeit nach der sibirischen Zeit. 
*») Vom Golf von Mexiko über das Mississippital, den Ontorio-, Erle- und Huron-Scc nordwärts. 
-■*) Geogr. Journal 1901, XVIII, S. 30. 
- >7 ) S. die weiter unten ausgeführten teriiiren Abflußverhiiltnisse. 
Vcrgl. die lehrreichen Skizzen bei Chamberlin und Salisbury. 
II, S. 496, 497, 539, 545, 619; 
III, S. 1. 59, 62, 106, 110, 191, 197, 258, 2%, 297. 
-*») Warren Upham: 1) The Glacial Lake Agassiz. Mon. of the U. St. Geol. Surv. Bd. XXV. Washington 1896. — 
2) Tertiary and Early Quarteruary Baseieveling in Minnesota. Read before the Geol. Soc, of Am. Brooklyn Meeting 
1904. S. auch: American Geologist 1894 II, S. 235 ff. und Bull, of the Geol. Soc. of Am. V, 1894, S. 87—100. 
Wilson. The Laureutian Peneplain. Stil Internat. G. Congress. Washington 1905.
	        
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