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Aus dem Archiv der Deutschen Sec warte.
Kr. 1. 1926.
geringe Depression auch im Bereiche der gegenwärtigen Küstenlinie. Da diese Vorkommen je
doch sehr fragmentarisch und verstreut sind, könnten sie sehr wohl durch Treibeis von den nördlichen
oder den westlichen Teilen des Hudsonmeers hintransportiert worden sein.
Die Festlandsperiode des oberen Siluric setzte sich für das gesamte heutige Hudsonmeer noch im
unteren Devon fort. 24 * ) (Tafel 72—74.) Im mittleren Devon, und zwar im Middle Onondaga (Tafel 75)
drang ein schmaler Meeresarm von Süden her 26 ) bis zur Jamesbai vor und umfaßte ungefähr % ihres
Areals, nämlich den Süden und den ganzen Westen. Die entsprechenden Ablagerungen breiten sich im
Südwesten der Jamesbai aus, und zwar am Unterlaufe des Attawapishkat, des Albany und des Moose,
zum Teil auch noch in den Tälern ihrer Nebenarme. Am Attawapishkat reichen sie etwa 50, am Albany
220, am Moose 200 km aufwärts. Der südliche Meeresarni lag auch noch im Late Hamilton, der andern
Abteilung des mittleren Devon, im Bereiche der Jamesbai. Da die dieser Zeit entsprechenden Gesteine
nur um die Moosemündung gefunden worden sind, zog er sich um jene Zeit wahrscheinlich bereits süd
wärts zurück. Das Devon am Hudsonmeere besteht vorwiegend aus Kalksteinen. Es ist/ ähnlich den!
Silur, überall mit nur geringem Winkel nordöstlich geneigt.
Im oberen Devon lag wiederum das gesamte Hudsonmeer-Gebiet als Festland da. Diese neue
Festlandsperiode währte außerordentlich lange: vom Beginn des Karbons bis zum Ausgange des Tertiärs.
Hinsichtlich der vertikalen Erhebungsverhältnisse in jener langen Zeit hat bis jetzt nur Bell die Ver
mutung ausgesprochen, daß während des Tertiärs der gesamte Nordosten Nordamerikas „mehrere 1000
feet“ höher stand als jetzt. 26 ) In Bezug auf die Abgrenzung des jetzigen Hudsonmeerbeckens ist an
zunehmen, daß der alte Höhenunterschied im Osten im allgemeinen weiter bestand, 27 ) daß aber das
Hinterland im Süden, Westen und Norden breiter oder schmäler unmittelbar angeschlossen war. 28 )
Im Verlaufe der langen Zeit entfaltete sich an der Stelle des heutigen Hudsonmeers in gewal
tiger Weise die Flußentwicklung und Flußerosion. Die älteren Geologen, namentlich Bell, sprechen im
allgemeinen nur von einem „präglazialen Stromnetze“. Durch die wertvollen Forschungen jüngerer Ge
ologen, vor allem Warren Uphams und seiner Schüler, 29 ) zur Frage einzelner Entwicklungsstadien
dieses Stromnetzes, sind gewisse Differenzierungen gewonnen worden. Die Ergebnisse beziehen sich
allerdings nur auf die Zeit, von der Kreide (einschl.) bis zum Tertiär (einschl.); für Karbon bis Jura
fehlen die Einzelimtersuchungen.
Nach Upham floß zur Kreidezeit — neu ausgebildeten Neigungsverhältnissen entsprechend •—
von Ost nach West über den späteren Hudsonmeerraum ein großer Strom dem Kreidemeere zu. Ueber
seine Quelle, seinen Lauf und seine Mündung ist im einzelnen nichts bekannt. Es mag sein, daß er
von den höchsten Erhebungen Labradors ausging, und daß er für die Speisung des Kreidemeers die
selbe Bedeutung hatte, wie der „Große Seen-Strom“ und die Flußläufe aus den Gebieten des späteren
Großen Bären-, Großen Sklaven- und Athabaska-Sees.
Die beiden Hebungsvorgänge des Westens zwischen Kreide und Diluvium, die tertiäre und die
früh-quartäre oder Lafayette-Hebung, schufen infolge Umkehrung des Gefälles auf der Stelle des heu
tigen Hudsonmeers aus einem dem Westen Wasser liefernden ein von diesem gewaltige Wassermassen
empfangendes und sammelndes Festlandsgebiet,
;*) Wilson. (Rep. of the 8tH Intern. Geogr. Congreß, S. 129) spricht davon, daß im Hudsonmeerbecken — die
genauen Oertlichkeiten gibt er leider nicht an — Korallen unmittelbar auf Archaikum ruhen. Das deutet auf Ero
sionsarbeit nach der sibirischen Zeit.
*») Vom Golf von Mexiko über das Mississippital, den Ontorio-, Erle- und Huron-Scc nordwärts.
-■*) Geogr. Journal 1901, XVIII, S. 30.
- >7 ) S. die weiter unten ausgeführten teriiiren Abflußverhiiltnisse.
Vcrgl. die lehrreichen Skizzen bei Chamberlin und Salisbury.
II, S. 496, 497, 539, 545, 619;
III, S. 1. 59, 62, 106, 110, 191, 197, 258, 2%, 297.
-*») Warren Upham: 1) The Glacial Lake Agassiz. Mon. of the U. St. Geol. Surv. Bd. XXV. Washington 1896. —
2) Tertiary and Early Quarteruary Baseieveling in Minnesota. Read before the Geol. Soc, of Am. Brooklyn Meeting
1904. S. auch: American Geologist 1894 II, S. 235 ff. und Bull, of the Geol. Soc. of Am. V, 1894, S. 87—100.
Wilson. The Laureutian Peneplain. Stil Internat. G. Congress. Washington 1905.