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Full text: 44, 1927

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Ans dem Archiv der Deutschen Seewarte. 
Nr. 1. 1926. 
Das Präkambrium auf der Nordwestküste des Hudsonmeers wird gekennzeichnet durch grünliche 
Quarzite und Grauwacken auf dem Festlande und durch wundervoll weiße Qarzite auf der Marble- 
Insel. Die letzteren zeigen sehr deutliche Schichtung; die Oberflächen der Schichten sind, ähnlich wie 
die des Ostens, oft mit schönen Wellenfurchen bedeckt. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß zahl 
reiche Gerolle desselben weißen Quarzits, teils lose, teils zu Konglomeraten verbacken, von J. B. Tyrrell 
bis weit ins Innere hinein, bis zum Gebiete zwischen Baker- und Doobaunt-See, sogar im Südosten des 
Athabaska-Sees nachgewiesen wurden. 13 ) Eisengehalt wird für die proterozoischen Sedimente des Nord 
westens nur im allgemeinen erwähnt-. 14 ) 
Die Betrachtung des Präkambriums am Hudsonnieere weckt die Frage, ob für das Archaikum 
oder die Zeit unmittelbar darnach die Annahme einer uralten Hudsonmeer-Depression gerechtfertigt 
erscheint, Bell hat die Frage bejaht mit der Behauptung, 15 ) daß „die Hudsonbai (gleich dem Oberen 
See) eine Depression auf der ältesten Erdkruste — noch vor der huronischen (gemeint ist proterozoi 
schen, präkambriischon) Zeit darstelle, die sich bis heute erhalten habe.“ Abzulehnen ist an dieser Be 
hauptung entschieden die offenbare Beschränkung der vermuteten Depression auf die Umrisse des 
heutigen Hudsonmeers. Richtig ist dagegen ohne Zweifel, daß einige Küstenstücke des heutigen 
Hudsonmeers, nämlich die, wo das Präkambrium mit Seichtwasser- und Küstenerscheinungen 
ansteht, zu einer gewissen Zeit während der präkambrischen Überflutung tatsächlich Küste gewesen 
sind. Wann das der Fall war, und wie die Küste zu jener Zeit sonst verlief, kann entschieden jetzt 
noch nicht festgestellt werden. Es mag zu Anfang der Transgression gewesen sein, und die Ueber- 
flutung mag im Zusammenhänge mit den vulkanischen Ausbrüchen und den Faltungsvorgängen und 
Einbrüchen ihre Wasser später weiter in das Innere hineingeschoben haben, vielleicht so weit wie 
präkambrische Reste heute noch im Innern zu finden sind: 16 ) im Osten in Labrador bis zu dem breiten 
proterozoischen Streifen vom Koksoak bis zum Hamilton, im Süden bis zu den Großen Seen (den 
Oberen See einschließend), im Westen bis etwa 110°, im Nordosten 125° w. L. Für das Vordringen im 
Nordwesten mögen alte, von Wilson 17 ) als „vorkambrisch“, d. h. vorproterozoisch bezeichnet© Talungen, 
nämlich die des Chesterfield-Inlets, die sich nach Osten gegen die Hudsonstraße, nach Westen zum 
Großen Sklavensee fortsetzt, und die des Wager-Inlets, wegweisend gewesen sein. 
Nach der proterozoischen Überflutung nahm das Gebiet des heutigen Hudsonmeers nach Wilsons 
Darlegungen zunächst an der Hebung des gesamten kanadischen Schildes teil und wurde mit diesem in 
der Hauptzeit des Kambriums durch subaere Erosion zur „laurentischen Fastebene“ 18 ) entwickelt, 19 ) 
Darauf stand das Gebiet etwa vom Ordovician (vielfach noch zum Kambrium gerechnet, andrerseits 
auch als Untersilur bezeichnet) ab bis gegen das Ende des eigentlichen Silurs (Siluric) — einige Un 
terbrechungen abgerechnet — unter seichter Meeresbedeckung. Charles Schuchert hat mit kühner 
Kombination, doch nicht ohne Willkür den geologischen Werdegang des Hudsonmeer-Gebiets wäh 
rend jenes Zeitraums zu differenzieren versucht: 20 ) 
Er läßt 1. im mittleren Ordovician (Ordovicic) und da wieder im Lowest Trenton (Tafel 58) das 
Areal des heutigen Hudsonmeers von Norden her Iberflutet werden, dabei im Osten einen Streifen, der 
von Kap Wolstenholnie unter Ausschaltung der großen Bogen nach Süden verlief und zur uralten 
,s ) J. B. Tyrrell 1896, S. 171. 
**) Etwas Gold fand Rae 1853/54 in dunklen basischen Gesteinen am Eingänge des Wager-Inlets, Low in einigen 
Eisenkiesen zwischen Fullerton und dem ChesterfioM-Inlet; Tyrrell wies auf der Küste südlieh der Marble-Inse] 
an dunkelgrüne, stark zersetzte Diabase gebundene Kupferkiese nach. 
lS ) The Geol. History of Lake Superior, Toronto; Canadian Institute 1899. (Pet. Mitt. 1902.) 
10 ) Vgl. dazu die „Geologie Map“ . . . von Willis und Stose. Dcckert S. 53/54. 
,r ) Wilson. The Laurentian Peneplain. Journ. of Geol. XI, 1903, S. C20, 625. A. W. G. Wilson. Physiography 
of the Archean Areas of Can. Rep. of the 8th Int. Geogv. Congr. Washington 1905, S. 124, 131. 
1K ) Wilson. The Laurentian Peneplain a. a. O. S. 127 ff. Chamberlin und Salisbury, S. 232. 
l8 ) Leith. An Algonkian Basin . . . Desgl, 2. Deuudatiousperiode Labradors nach Uebe, S. 25. 
*>) Charles Schachert. Palaeogeography of North America. Bull of the Geol. See. of Am. Vol. 20, 1910, 
S. 427-606. (Mit Tafeln.)
	        
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