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Volltext : 44, 1927

Stndienrat  Dr.  Margarete  Gans:  Das  Hudsonmeer.

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56  km  aufwärts.  Die  Abgeschlossenheit  der  Repulsebai  wurde  1821  noch  einmal  durch  Parry  und  seinen
Begleiter  Lyon  bestätigt.  Erst  im  Jahre  1821  stand  also  die  Geschlossenheit  der  gesamten  Westküste
des  Hudsonmeers  fest. 102 )  Parry  verbesserte  außerdem  die  Baffinsche  Lageangabe  von  Kap  Comfort
auf  64°  54'  n.  Br.  und  82°  57'  w.  L.,  benannte  die  Baffin-Insel  am  Eingänge  zur  Frozen  Strait  und  das
Kap  Bylot  der  Southampton-Insel.  Mit  der  Entdeckung  der  Fury-  und  Heklastraße  (1821)  durch  Parry
wurde  der  Suche  der  Nordwestpassage  auf  dem  Wege  durch  das  Hudsonmeer  endgültig  ein  Ziel  gesetzt.
Seitdem  spielte  die  Westküste  des  Hudsonmeers  eine  Rolle  als  Ausgangspunkt  für  Inlandreisen.
So  zogen  Hearne  1769—72  von  Churchill, 103 )  Matthew  Cocking  1772/73,  Philipp  Turner  Anfang  der  90er
Jahre,  Franklin  1819  von  York,  Lyon  1824  von  Roes  Welcome  und  der  Wagerbucht,  Back  1836  von
der  Repulsebucht,  Rae  1853  vom  Chesterfield-Inlet  und  von  der  Repulsebucht  aus  ins  Innere.  Diese  Reisen
waren  für  die  Erforschung  des  Hudsonmeers  natürlich  fast  belanglos.  Es  sei  nur  erwähnt,  daß  Capt.
George  Back  1836/37  als  erster  die  Southampton-Insel  im  Norden  betrat,  dabei  eine  im  Nordwesten  vorgelagerte ­
  vermeintliche  Insel  als  Gore-Insel  bezeichnete,  ferner  daß  Rae  1846,  vor  seiner  Inlandreise,  die
Hudsonmeerküste  nördlich  und  südlich  von  Kap  Esquimaux  erforschte  und  zum  1.  Male  Gesteinsproben
(vom  Rankin  Inlet)  zu  näherer  Untersuchung  mitnahm..
Die  Ostküste  wurde  erst  um  1820  Ausgangspunkt  für  Forschungsreisen  ins  Innere:  Dr.  Mendry
ging  vom  Richmondgolf  zur  Ungavabai,  J.  Coulson  bereiste  den  East  Main,  Rupert  und  Noddawai.
Wenige  Fortschritte  zeigen  die  spärlichen  Karten  des  Hudsonmeers  aus  der  gleichen  Zeit.  So
sind  für  die  3  von  Jefferys  bearbeiteten  Karten:
1)  A  Map  of  Canada  and  the  North  Part  of  Louisiana  with  the  adjaeent  Countries,  1762;
2)  A  Map  of  the  Diseoveries  made  by  the  Rnssians  on  the  Northwest  Coast  of  America.  Publislicd
by  the  Royal  Academy  of  Sciences  at  Petersburg.  Republished  by  Thomas  Jefferys,  1764;
3)  A  General  Map  of  the  Diseoveries  of  Admiral  de  Fonte.  Exhibiting  the  great  Probability  of
a  North-West  Passage,  1768,
die  alle  3  fast  das  ganze  Hudsonmeer  enthalten,  nur  2  geringe  neue  Tatsachen  bemerkenswert:  die  allmählich ­
  klar  hervortretende  Selbständigkeit  des  Nelson  und  des  Hayes  (1762  und  1768)  und  die  Bezeichnung ­
  der  großen  Insel  im  Norden  als  Southampton-Insel  (1764).  Im  übrigen  zeigen  sie  viele  alte  und
neue  Mängel,  die  letzte  (1768)  ist  im  großen  ganzen  wissenschaftlich  geradezu  unmöglich.
Hinsichtlich  der  auch  auf  den  3  Jefferyskarten  noch  unklaren  breiten  Einbuchtung  der  Ostküste
bringt  die  „Generalkarte  saemmtlicher  Entdeckungen  auf  den  3  großen  Weltreisen  des  Kapitän  James
Cook“  vom  Jahre  1789 104 )  zum  1.  Male  ein  klares  Bild;  sie  verzeichnet  an  dieser  Stelle  eindeutig  Riclimondbucht.

Die  wichtigste  Erscheinung  in  der  Entwicklung  des  Hudsonmeer-Kartenbildes  um  die  Wende  des
18.  und  19.  Jhh.  ist:  A  Map  exhibiting  all  the  new  diseoveries  in  the  Inferior  Parts  of  North  America;
by  A.  Arrowsmith,  1795,  eine  im  Hinblick  auf  die  Zeit  ausgezeichnete  Darstellung  des  Hudsonmeers.
Das  zeigt  einmal  das  Gradnetz  nach  der  Breite  und  auch  nach  der  Länge  (von  Greenwich  aus  gerechnet); ­
  ferner  die  sorgfältige  Führung  der  Küstenlinie:  im  Osten  ist  der  mittlere  Küstenbogen  zum  ersten
Male  stark  herausgearbeitet,  der  „Gulf  Hazard  or  Richmond  or  Arthiwinipeck  of  the  Natives“  und  die
Moskitobucht  sind  deutlich,  wenn  auch  zu  groß  eingetragen;  im  Nordwesten  treten  sämtliche  bedeutendere ­
  Buchten,  von  der  Knaps-  bis  zur  Repulsebai,  in  klarer  Geschlossenheit  auf;  überall  sind  die  bedeutsamsten ­
  Küstenvorsprünge  gut  markiert.  Die  Inseleintragung  zeigt  dagegen  keine  besonderen  Fortschritte; ­
  neu  ist  die  Einzeichnung  der  Long  Island  und  einer  längeren  Kette  küstennaher  Inseln  im
mittleren  Bogen  der  Ostküste.  Der  Inselcharakter  der  Southampton-Insel  ist  aber  wieder  verwischt

1M )  Nicht  schon  durch  Buttons,  Baffins  (Deckert  S.  10)  oder  durch  Middletons  (Schott)  Forschungen,  wie  in
der  Literatur  mitunter  fälschlicherweise  angenommen  wird.
10a )  Samuel  Hearne.  A  Jonrney  of  Prince  of  Wales's  Fort  in  Hmlson’s  Bay  to  the  Northern  Ocean.  London  1795.
Hebers,  v.  .1.  R.  Förster.
1M )  „Herausgegeben  von  Herrn  Heinr.  Roberts,  Lient.  Neu  heraitsg.  von  H.  F.  A.Sehraembl,  zu  finden  im  eigenen
Verlage  in  Wien  1789.“
            
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