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Full text : 44, 1927

Stndienrat  Dr.  Margarete  Gans:  Das  Hudsonnieer.

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führung  der  Südküste  ist  auch  bei  Coats  noch  nicht  klar.  Neues  bringt  er  über  die  Ostküste, ­
  und  zwar  die  Bucht  nördlich  vom  Mount  Shaddock  (Sherrick),  die  Bucht  südlich
von  Kap  Jones,  den  südöstlichen  Verlauf  der  Küste  vom  Point  of  Portland  ab.  Am  interessantesten ­
  ist  die  Festlegung  und  Beschreibung  des  heutigen  Richmondgolfs:  den  nicht  über  3,7  km  langen,
schmalen  Eingang  nannte  Coats  Gulph  of  Hazard  (indianisch:  Qua  -  qua  -  clieek  -  a  -  wan  oder  Quaquachichrwan-it
  swallows  quickly),  den  eigentlichen  Richmondgolfsee:  Artiwinipecksee. 99 )  Erstmalig  ist  die
Schilderung  der  Höhenverhältnisse  der  Küsten,  allerdings  noch  ohne  Zahlenangaben.  Dabei  werden  die
Eckpunkte,  weil  Landmarken  für  den  Blick  des  Seemanns,  besonders  scharf  hervorgehoben:  Die  Kaps:
Esquimaux,  Churchill,  Lookout,  Tatnam,  Henrietta  Maria,  Comfort,  Mount  Shaddock,  Jones,  Point  of
Portland  (Portland-Vorgebirge),  Smith,  Digges,  Nesdrake,  Pembroke,  Shark-Point,  Carys  Swan-Nest
und  Southampton.  Große  Sorgfalt  wandte  Coats  auch  der  Besprechung  der  Inseln  zu:  Die  Westund
  Gst-Pens  vor  der  Westküste  erwähnte  er  zum  ersten  Male,  und  von  der  reichen  Inselwelt  der
Jamesbai  gab  er  infolge  der  ausgezeichneten  Genauigkeit  in  den  Lagebestimmungen  das  erste  wirklich
klare  Bild.  Einige  wenige  wurden  neu  von  ihm  benannt:  In  der  Nähe  von  Kap  Jones  die  Sundry-Inseln
  in  55°  50'  n.  Br.,  die  hohe  Insel  Bill  of  Portland,  weiter  nördlich  Merrys  Insel  (nach  einem
Herrn  des  Kommittees),  nordöstlich  der  Mündung  des  Little  Whale  River  die  hohe  Bibyos-Insel,  die
sich  von  58—59°  n.  Br.  nahe  der  Küste  hinziehende  Inselkette  der  Holmes  of  Hopewell,  die  kahle  Inselgruppe ­
  Düble  Dozens  (vor  dem  Point  of  Portland)  mit  Limehouse  und  Ratcliff  (zur  Erinnerung  an
«eine  Heimat),  schließlich  nördlich  von  Kap  Smith  in  60°  47'  n.  Br.  die  Four  Usquemows.  Als  erster  hob
Coats  die  Wichtigkeit  der  Schiffahrtskanäle  zwischen  den  Inseln  und  dem  East  Main  hervor,  den  einen
vor  dem  Gulf  of  Hazard  nannte  er  Richmond  Channiles.  Wegen  ihrer  Tiefe  hielt  er  sie  wirtschaftlich
für  sehr  wertvoll,  namentlich  für  den  Handelsverkehr  mit  den  Eskimos.  Eine  gute  Fahrt  in  einem
kleinen  Boote  von  Kap  Digges  bis  zum  Slude  River  erschien  ihm  durchaus  möglich.  Auch  erkannte  und
entdeckte  er  gute  Häfen:  Phips  Hafen  auf  den  Struttons,  den  Hafen  Decoy  (von  ihm  benannt)  bei  Kap
Smith,  mehrere  brauchbare  Häfen  unter  den  Inseln  bei  Kap  Jones,  den  Hafen  Georges  Point,  etwa  90
km  östlich  von  Gaskitt.  Sehr  beachtenswert  sind  auch  allerhand  praktische  Winke,  die  Coats
für  Segelfahrten  im  Hudsonmeere  gab:  Zwischen  Kap  Comfort  und  der  Wood-Insel  (17  km  nördlich
von  Kap  Comfort)  sei  die  beste  Einfahrt  in  den  Noddawai  hinein;  der  Albany  sei  oberhalb  der  Mündungsuntiefen ­
  ein  schöner,  schiffbarer  Strom  mit  wenig  Schnellen;  durch  Benutzung  zweier  Bäche  auf
der  Halbinsel  nördlich  von  York  könne  der  Point  of  Marsh  vermieden  werden;  eine  Inselgruppe  (später ­
  Seal-Inseln  benannt)  und  ©in  Fall  schlössen  die  Schiffahrt  im  Nelson  ab,  doch  könnten  Kanus  über
den  Fall  gleiten  und  somit  den  folgenden,  viele  Kilometer  langen,  guten  Schiffahrtskanal  weiter  aufwärts ­
  benutzen.
Trotz  der  vorwiegend  wirtschaftlichen  Einstellung  fehlte  Coats  nicht  'der  Sinn  für  die  herbe
Schönheit  mancher  Landschaft  am  Hudsonmeere.  Packend  ist  die  Schilderung  des  unvergleichlichen
Artiwinipeck  mit  seinen  herrlichen,  erhabenen  Wäldern,  Felsenbildungen,  Kaskaden,  deren  Wirkung
durch  die  Kahlheit  der  Eingangsufer  noch  erhöht  werde;  und  gleich  einem  Garten  erschien  ihm  die
fruchtbare  Umgebung  der  Moose-Faktorei.
Die  Schilderung  des  Hinterlandes  des  Hudsonmeers  ist  bei  Coats,  ganz  im  Gegensatz  zu  der  ausgezeichneten ­
  Darlegung  der  Küstenverhältnisse,  trotz  seiner  Behauptung,  er  fuße  auf  völlig  glaubwürdigen ­
  Aussagen,  eben  weil  die  unmittelbare  Anschauung  fehlt,  noch  ganz  in  den  irrigen  Vorstellungen
und  Meinungen  der  Zeit  befangen.  (Beziehung  des  Churchills  zum  Winipeggon  -e  -sepe;  Nelson  und
Hayes  ein  Strom  usw.)
Weniger  umfassend  als  der  Bericht  des  Kapitäns  Coats,  mehr  als  eine  Fortführung  der  Ellisschen
Schilderung  sind  zu  betrachten  die  Arbeiten  von  2  Angestellten  der  Hudsonbaigesellschaft.  Robsons
’’Account  of  6  years’  residence  in  Hudson’s  Bay“  (1733—36  und  1744—47),  erschienen  1752,  und  Ed.
Umfrevilles  Schrift:  „Gegenwärtiger  Zustand  der  Hudsonbai“  vom  Jahre  1791.  (U.  war  1771—82  im
M )  Coats  erwähnt  nicht,  daß  der  See  Artiwinipeck  die  „neu  entdeckte  See“  früherer  Forscher  ist.  Er  gibt
56°  22'  n.  Br.  an,  also  eine  südlichere  Lage  als  Eilis  und  andere.  (58  bzw.  59°  n.  Br.)
            
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