accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: 44, 1927

Studieiirat Dr. Margarete Gans: Das Hmlsonineer. 
9 
Beobachtungen denkt. 54 55 * ) Über die Einzelheiten der Reise geben Aufschluß Baffins wertvolles Logbuch 
und gute Karte, die beide durch Rundall und noch besser durch Markham herausgegeben worden sind.“) 
Am 11. Juli 1615 führte westlicher Kurs die beiden Seefahrer zum heutigen Terror-Point. Die 
nordwestlich anschließende Bucht wurde überquert bis zu einem Vorgebirge, das Bylot Kap Comfort 
nannte. 68 ) In die Frozen Strait wurde ungefähr am 13. Juli eingefahren, die Baffin wegen des zusam 
menhängenden Eises im Hintergründe für eine Bucht hielt. Auf der Rückreise bekam Seahorsc-Point 
wegen der zahlreichen Walrosse seinen Kamen. Die Karte Baffins bringt Eigenartiges und Neues natür 
lich nur für den Norden. Da Baffin meinte, er sei an der Nordseite der langen Insel hingefahren, die 
Button im Westen und Süden kennen gelernt hätte, rundete er deren Bild ab. Bemerkenswert .ist da 
bei, daß das nordöstlich vorspringende Stück der heutigen Southampton-Insel sofort richtig als Halb 
insel eingetragen ist. (Die jetzige Beil-Halbinsel!) Ferner ist der Eingang zu Roes Welcome ange 
geben, aber der Norden dieser Meeresstraße durch Küste geschlossen. Der übrige Teil des Hudson 
meers, den Baffin nicht mit eigenen Augen schaute, 57 * ) zeigt im allgemeinen Küstenverläufe und im 
Inselgewirr der Jamesbai noch stark das unvollkommene Bild der Hudsonkarte. Von den geographischen 
Koordinaten stimmt die Breite, von Minuten abgesehen, nahezu genau, die Länge ist bedeutend besser 
als auf der Hudsonkarte', aber immer noch um mehrere Grad zu weit nach Westen verzeichnet. (Ost 
küste 80 statt 78°, Mansel-Insel 84 statt 80°, Westküste zwischen 93 und 94 statt Jamesbai 83 und 
Westküste ungefähr 95°) 68 ). 
Die nächsten Errungenschaften in der Erforschung des Hudsonmeens sind dem Dänen Jens 
Munk zu danken 59 * * ). Sie sind mit Karte niedergelegt in der dänischen Ausgabe 1883 als: Jens Munk. 
Navigatio septentrionalis, (deren 1894 angekündigte englische Bearbeitung noch nicht erschienen ist) 
ferner in Christys Einleitung zu Band 88 und in Bemerkungen Barrows zu Bd. 9 der Hakluyt-Ge- 
sellschaft 80 ). 
Munk segelte 1619 als erster durch die seit Buttons Rückfahrt als beste betrachtete Einfahrts- 
stelle zwischen der Coats- und 'der Mansel-Insel in das Hudsonmeer hinein. Sich erst südlich des But- 
tonschen Kurses haltend, traf er auf die Westküste in 63° 20' n. Br. <Bakers Foreland?) Durch Eis süd 
wärts gedrängt, entdeckte er am 9. Sept. die Churchillmündung: das Hauptergebnis seiner Reise hin 
sichtlich der Vervollkommnung des Kartenbildes des Hudsonmeers. Die Churohillbucht nannte er 
Christiansee nach König Christian IV. von Dänemark, den Fluß, „dänischen Fluß“ (— von den Einge 
borenen als Manotewsipi, d. h. Fluß der Fremden, bezeichnet) und das Hinterland Neu-Dänemark. 
Ueber seinen Ueberwinterungsplatz herrscht Unklarheit. J. B. Tyrrell nimmt die Churohillbucht an, weil 
M ) Bylot war zwar der Leiter der Fahrt, doch Baffin der geistig imd seemännisch Ueberlegenere, ihm sind die 
Ergebnisse für die wissenschaftliche Erforschung des Nordausganges des Hudsonmeers zu danken. Vgl. auch 
Parrys lobende Worte, Hakt. Soc. 63, Einl. S. XXXII, und Buge 1881! 
55 ) Purchas Bericht in „His Pilgrimes“ 1625, III., S. 836—42, in dem die Karte Baffins und Teile seines Beise- 
journals fehlen, sowie Foxens mangelhaftes Excerpt sind als wissenschaftliche Quellen wertlos. Bundall veröffent 
lichte die bei Purchas fehlenden Stücke des Baffiuschen Tagebuchs nach dem Originale und zeichnete eine Karte 
nach der Baffins. Markham gibt genau den Gesamtbericht der Beise und die Karte: bunt, in genauem Facsimile 
nach dem Original im Brit. Museum. 
so) Weil die Flut von Norden zu kommen schien. 
5 ‘) Die Bundallsche Wiedergabe der Karte Baffins zeigt nur den Norden des Hudsonmeers und die Hudson- 
Straße, läßt den Osten, Süden und Westen weg, offenbar, weil Baffin nicht dorthin gekommen ist-, 
№ ) Deckerts Folgerung (S. 10), Baffin habe als erster erkannt, daß das Hudsonmeer „im Westen und Süden 
ebenso landumschlossen sei wie im Osten“, ist zurückzuweisen: 1. lernte ja Baffin nur den Norden kennen, ein 
Verdienst in Bezug' auf die West- und die Südküste könnte ihm doch da nicht zugesprochen werden; 2. waren ja das 
Stück zwischen Nelsonnnindung und Jamesbia und mehrere Steilen nördlich der Nelsoumiindung noch völlig un 
bekannt. 
50 ) Hawkridges Beise 1617 (?) war, wenn sie überhaupt stattgefunden hat, für die Erforschung des Hudson 
meers völlig belanglos. 
00 ) Die wissenschaftlich unhaltbaren Ausführungen Prudhommes sind abzuleimen. Man denke nur an die 1911 
necli mögliche ungenaue Datierung der Boise: 1634-35! Foxe scheint nichts von Munks Beise gehört zu haben; 
er erwähnt kein Wort darüber iii seinem „North West Foxe".
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.