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Full text: 43, 1925

Die wirtschaftlichen Schäden der tropischen Wirbelstürme. 
(; 
Kleinste Tropenzyklone 300 km Durchmesser 1 ). Größte Windhose in Amerika 3 km Durchmesser 1 ). 
Die tropischen Wirbelstürme, von denen im folgenden ausschließlich die Rede sein soll, lassen sich 
nach unten und oben etwa durch folgende Eigentümlichkeiten abgrenzen-): 
1. Jahreszeitlich beschränktes, relativ seltenes Auftreten. 
2. Im Vergleich zu den Depressionen höherer Breiten geringer Durchmesser bei gesteigerter Inten 
sität; extreme Windstärke. 
3. Bau des Sturmfeldes: zentrale Kalme, plötzliche starke Luftdruckabnahme. 
4. Meist vorausberechenbare, parabelförmige Bahn des Sturmfeldes; geringe Fortpflanzungs 
geschwindigkeit desselben, entgegengesetzt dem allgemeinen Zug der Minima (West-Ost). 
5. Verhalten den Kontinenten gegenüber: Nie Entstehung über festem Land, geringe Fähigkeit 
Land zu überschreiten, namentlich — selbst niedrige — Gebirgszüge zu überqueren. 
Heute steht man im allgemeinen auf dem Standpunkt, daß man es bei allen tropischen Wirbel 
stürmen mit ein und derselben Erscheinungsform zu tun habe, da die Taifune mit den Wirbelstürmen 
Westindiens, der Südsee und Mauritius, vielleicht auch der Bengalen-Bai in den wesentlichen Zügen 
übereinstimmen, ein Ergebnis, das seit Piddingtons Untersuchungen nur wenig in Zweifel gezogen wird. 
So bezeichnen die verschiedenen Namen, unter denen die Wirbelstürme in der Literatur auftreten, ein 
und dieselbe Erscheinung. Am gebräuchlichsten sind die Bezeichnungen aus dem Volksmund: engl. 
,,hurricane“, aus dem Karibischen stammend (= deutsch „Orkan“); „Taifun“ für die Wirbelstürme Ost 
asiens und der Südsee 3 ) (daneben auf den Philippinen „baguios“). Für die Stürme des Indischen Ozeans 
hat sich zur Zeit der ersten meteorologischen Erforschung des Phänomens die Bezeichnung „Cyclone“ 
( griechisch kyklos) eingebürgert. 
Die Frage nach der Entstehung der tropischen Zyklonen hat die Meteorologie beschäftigt, seitdem 
man die Erscheinung dieser Stürme kennengelernt hat. Doch bis heute hat noch keine der aufgestellten 
Theorien restlose Anerkennung gefunden. Ganz allgemein läßt sich etwa sagen, daß sich die tropischen 
Wirbelstürme in überhitzten Gegenden in Äquatornähe bilden. Das steht auch im Einklang damit, daß 
das tropische Wetter die Eigentümlichkeit hat, auf ganz geringe Abweichungen von seinem normalen, 
außerordentlich konstanten Verlauf sehr stark zu reagieren. Als eine solche Reaktionserscheinung stellen 
sich auch unsere Wirbelstürme dar. Die Entstehungstheorien und alle jene Einzelheiten, die in erster 
Linie von meteorologischem Interesse sind, werden in den Lehrbüchern der theoretischen und angewandten 
Meteorologie ausführlich behandelt; es sei besonders auf die im Erscheinen begriffene Neuauflage des 
„Hann“ verwiesen, der die einschlägigen Literaturhinweise, bis in die jüngste Zeit vervollständigt, enthält. 
Im folgenden sollen nun alle jene Elemente der Wirbelstürme eine Behandlung finden, die sowohl für 
diese Art von Stürmen charakteristisch, als auch für ihre Bedeutung im Wirtschaftsleben ausschlag 
gebend sind. 
Nicht die ganze Tropenzone wird von Wirbelstürmen heimgesucht. Größere Kontinentalmassen 
sind wirbelsturmfrei. Die Karte zeigt, daß sich die Orkangebiete ringförmig zu beiden Seiten des 
Äquators lagern; durch die Kontinente und den südatlantischen Ozean ist der Ring unterbrochen. Ein 
breiter Streifen unmittelbar zu beiden Seiten des Äquators, ungefähr je 8—10 Grad umfassend, die Zone 
der äquatorialen Stillen, bleibt wirbelsturmfrei, während in vielen Gegenden auch höhere Breiten jenseits 
der Wendekreise stark heimgesucht sind. Sieben getrennte Verbreitungsgebiete, ungleich an Ausdehnung 
und an Intensität, lassen sich unterscheiden: 
Im Atlantischen Ozean: 
I. das Gebiet des amerikanischen Mittelmeeres: West-Indien, Mexikanisches und Karibisches Meer, 
Südstaaten der Union. 
Im Indischen Ozean: 
II. im Norden zu beiden Seiten der vorderindischen Halbinsel, also Arabisches Meer und Busen 
von Bengalen. 
*) Wegener (136 S. 5 ff. 2 z. 1'. nach Hann 47) S. 591. Journal of the R. Geogr. Society Bd. 50, S. 200—67. Hirth 
in Ann. Hydr. 1881.
	        
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