455
sich von NW durch Nord nach NE und wurde Passat. Die Bark umpegelte
die kanarische Inselgruppe und verfolgte dann einen fast rccht nach !|Süden
(führenden Kurs. Mit diesem gelangte die Bark nach 20° N-Br in 20,5* W-Lg
am 28. Oktober und nach 10° N-Br in 20,2° W-Lg am 2. November. HKEinen
halben Grad südlicher lag die äquatoriale Passatgrenze; man fand südlich von
derselben wenig Mallung, sondern vorherrschend leichte Ostwinde, mit denen
man verhältnissmässig rasch nach Süden hin vorrücken konnte. Am 10. November
stand „Fritz von der Lanken“ in 4,5° N-Br und 19,8° W-Lg; hier endeto die
östliche Brise und es folgte für eine lange Zeit Stille und vorherrschend aus
südöstlicher Richtung kommende Mallung. Die Bark konnte jetzt nur äusserst
langsam nach Osten hin fortschreiten und ‚gebrauchte, um von dem zuletzt
erwähnten Punkte in Sicht des Kap Palmas zu kommen, nicht weniger als
24 Tage. Auf dieser 700 Sm langen Strecke wurde also nur eine miitlere
Geschwindigkeit von 1,2 Knoten eingehalten. Es zeigt diese so sehr langsame
Fahrt, welche ganz eben so verlief, wie die hier von dem Hamburger Schiff
„Aline“ und dem Bremer Schoner „Zintracht“ in den Monaten November und
December des Jahres 1876 ausgeführten, wie überaus schwierig es in dieser
Breite und Jahreszeit ist, nach Osten hin zu gelangen. Höchstwahrscheinlich
ist es gerathener, statt so lange in der Nähe des Meridians von 20° West zu
bleiben, sich von der Sherbro-Insel an ganz nahe an der Küste zu halten und
dort mit Hülfe der Land- und Seewinde nach SO ‘aufzuarbeiten, eine Route,
welche Maury schon in seinen „Sailing Directions“ empfohlen hat.
Nachdem „Fritz von der Lanken“ am 4. December östlich von der Länge
des Kap Palmas gekommen war, verlief die Fahrt bei leichtem beständigem
südlichen Winde etwas rascher als vorher. Am 15. December wurde in 2,5° O-Lg
der Aequator überschritten, dann mit mässigem SSW-Winde weiter gesegelt
und am 4. Januar 1879 im Banana Creek geankert. Die Reisedauer von Lizard
her betrug 90 Tage.
Schon am 18. Januar trat „Fritz von der Lanken“ die Heimreise nach
Falmouth an. Mit frischer Brise aus SSW, “welche allmählich durch Süd nach
SSE umlief, segelte die Bark nach Westen und gelangte am 2. Februar in
21,7° W-Lg zum Aequator. Der SE-Passat begleitete die Bark bis nach 1,5° N-Br
in 22° W-Lg, es traten dann leichte umlaufende östliche Winde auf, die schliess-
lich durch den in 4° N-Br durchkommenden frischen NE-Passat ersetzt wurden.
„Fritz von der Lanken“ kreuzte dann 20° N-Br in 36,5° W-Lg am 18. Februar
und 30° N-Br in 37° W-Lg am 24. Februar. Oestlicher Wind blieb herrschend
bis nach 38° N-Br, und die dann einsetzenden stürmischen Westwinde waren
auch nur von kurzer Dauer; schon in 41° N-Br und 30° W-Lg, wo man sich
am 5. März befand, wehte wieder Ostwind, der noch anhielt, als am 10. März
in 45° N-Br und 20° W-Lg mit der Führung des meteorologischen Journals
eingehalten wurde. Die Reisedauer von Banana bis zu diesem Orte betrug
44 Tage.
Eingänge von meteorologischen Journalen bei der Deutschen Seewarte
im Monat Mai 1879.
No. )
Name
les Schiffes
„Apoll“
„Antoinette“
„Agnes“
„Valparaiso“
2
3
Kapitän
F, Höhs
H. Maass
H. Jaburg
BE. W. B. Nissen
Rheder
J. Schade
Reck & Boyes
G. Bagelmann
GG. W. & E. Lorenzen
Heimaths-
hafen
Blankenese
Bremen
Bremen
Altona
Reise
Grimsby, San Blas
Bremen, New-York, Bremen
Bremen, Whydah, Accra, Bremen
Hamburg, Valparaiso, Taltal, Falmouth
Dauer der
Beobachtung
3 Mon. 8Tg.
3 ,
4 ,
A
7
93