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Full text: 43, 1925

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Die wirtschaftlichen Schäden der tropischen Wirbelstürme. 
Trotz der relativ günstigen Verhältnisse für das Zuckerrohr dürfen wir auf Mauritius, den kleinen Antillen, 
vielleicht auch den Fidschi-Inseln und den Philippinen die Zuckerrohrproduktion als instabil in unserem Sinne 
bezeichnen (vgl. die oben angeführten Beispiele). Immerhin gewährt aber der Zuckerrohranbau auf den 
genannten Inseln vor anderen Kulturen noch so bedeutende Vorteile, daß man ihn auch nicht aufgab, 
als er zur Zeit der Konkurrenz mit dem Rübenzucker unrentabel geworden war und bei dem Kapital 
mangel die Behebung der Schäden auf Schwierigkeiten stieß und gelegentlich eigenartige Wirtschafts 
formen zur Folge hatte 1 ). 
Wenig geschädigt werden Baumwolle und Reis. Die Vernichtung der Reisernte, die in einzelnen 
Teilen der indischen Küste ab und zu, in Japan etwas häufiger vorkommt, rührt wohl ausschließlich 
von den Überschwemmungen her und steht in keinem Verhältnis zu dem Schaden, der diesen Pflanzen 
sonst hindurch droht. Das nämliche gilt für die Baumwolle, die von den Orkanen an der Küste der 
Vereinigten Staaten, Texas, Unterlauf des Mississippi bedroht ist, weit mehr aber von anderen 
meteorologischen Einflüssen gefährdet wird 2 ). Besonders hingewiesen sei auf die landstapelige sogen. 
Sea-Island-Baumwolle, die früher auf Florida und den Bahamas im großen Stil angebaut wurde; den 
Rückgang ihrer Kultur bringt man mit der Hurricane-Gefahr in Zusammenhang, daß nämlich nach 
häufiger Vernichtung durch Orkane der Mut zum Anbau, der ohnedies mit manch anderem Risiko ver 
bunden war, verloren ging®). 
Eine Zwischenstellung zwischen den Strauch- und Baumkulturen nehmen verschiedene Gewürz 
pflanzen ein; im Wirtschaftsleben der Orkangebiete treten sie nicht besonders hervor, doch werden 
häufig empfindliche Schädigungen dieser Kulturen erwähnt 4 ). 
Die Baumkulturen endlich treten in den Orkangebieten heutzutage zugunsten des Zuckerrohrs 
ziemlich zurück. Für den Kaffee steht es noch verhältnismäßig günstig. Denn neu angelegte Kaffee 
plantagen beginnen schon im 3. und 4. Jahr wieder zu tragen, während für Kakao ungefähr mit der 
doppelten, für Kokosnußanpflanzungen mit der dreifachen Zeit zu rechnen ist 5 ). Öfters hat man die 
stark beschädigten Bäume wieder aufrichten können, so daß sie neu anwurzelten und schon nach 1 oder 
2 Jahren ertragfähig wurden, aber der Ausfall bleibt unter allen Umständen sehr groß 6 ). 
Am stärksten treten bei Baumkulturen Beschädigungen der Kokospalme, also der Kopraproduktion 
auf. Sie spielen in erster Linie in der Südsee eine große Rolle, weit weniger in Westindien. Doch 
würde gerade in Westindien ein stärkerer Anbau der Kokospalme nicht unwirtschaftlich sein, weil diese 
großen Bäume sich ganz vorzüglich als Schutz schwachstämmigerer Pflanzungen z. B. von Kaffee, Kakao 
oder Bananen eignen. Die Schäden in der Kaffee- und Kakaoproduktion sind heute nicht mehr 
beträchtlich, doch mögen sie früher in Westindien, als das Zuckerrohr noch nicht im Anbau vorherrschte, 
von großer Ausdehnung gewesen sein 7 ). 
Ein Wort sei nun noch der Banane gewidmet: Innerhalb des Orkangebietes wird sie auf Jamaika 
und einzelnen Inseln Ozeaniens, z. B. den Fidschi-Inseln im größeren Maßstabe angebaut und ist dort den 
Wirkungen der Hurricanes sehr stark ausgesetzt®). Der gewaltige Rückschlag in der Produktion der 
Insel Jamaika nach dem Orkan von 1903 fand oben schon genaue Darstellung. Erwähnt sei hier noch 
die Meinung Semlers 9 ), daß auf den Fidschi-Inseln früher die Vernichtung der Bananenernte häufig Anlaß 
zur Menschenfresserei geworden sei. Gemildert kann die Gefährdung der Bananenernte dadurch werden, 
daß man besonders windfeste Sorten anbaut; in der Südsee hat sich die Musa Nana (Chinesische 
Banane) und die Musa Cavendishii sehr bewährt 10 ). 
In welchem Maße eigentlich allgemein die Landwirtschaft unter den Wirbelstürmen zu leiden hat, 
wurde oben für die Vereinigten Staaten dargetan. Das Verhältnis dürfte nach den Beobachtungen des 
Verfassers auch in anderen Orkangebieten ein ähnliches sein, insbesondere in den Gegenden mit sehr 
intensiver Kultur. 
Nach einer landwirtschaftlichen Katastrophe sucht man naturgemäß nach einer Art des Anbaues, 
bei der die Orkane nicht so tiefgehende Schäden hervorrufen könnten. So ging man z. B. 1903 auf 
') Sapper (98) S. 257 urul Correspondence (20). *) Oppcl 84. *) Sapper 98 . 4 ) Mitteilungen von Prof. Rilhl. *) Fischer (37) 
8. 41. *) Sapper (98). ’) Vgl. hierüber die demnächst erscheinende Arbeit von Anton Weber. Ä Rung 97 S. 32 und S. 68. 
*) Semler (116) II S. 186. Ift ) Rung (97) S. 15 und Visher 132 S. 209.
	        
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