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Full text : 43, 1925

Die  wirtschaftlichen  Schäden  der  tropischen  Wirbelstürme.

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festgestellt  werden  und  die  japanische  Küste  gewarnt  werden  kann.  Infolge  der  dichten  Bevölkerung
(Wohnungsnot  in  den  heimgesuchtcn  Städten)  und  des  intensiven  Anbaues  wird  die  Wirkung  der  Taifune
erheblich  verschlimmert.
Im  vorstehenden  wurden  in  erster  Linie  die  Taifunschäden  auf  dem  festen  Land  und  den  landnahen
Wassergebieten  geschildert.  Der  größere  Teil  ihres  Einzugsgebietes  ist  aber  Wassermasse,  etwa  % 7 ).
Daß  die  Gefahr,  einem  Taifun  zum  Opfer  zu  fallen,  in  den  küstennahen  Gebieten  sehr  groß,  größer  als
im  offenen  Meer  ist,  wurde  schon  erwähnt.  Immerhin  sind  aber  auch  einzelne  Meeresteile  für  die  Schiffahrt
gefährlicher  als  andere.  Der  Golf  von  Tongking  und  die  Gegend  um  Formosa  sind  berüchtigt.  Dort
ist  entweder  mit  heftigen  Wirbelstürmen  oder  einem  starken  Monsum  zu  rechnen,  der  dieselben  vor  allem
im  Spätjahr  auf  die  Seite  drängt.  Auch  im  ostchinesischen  Meer  zwischen  Shanghai  und  Kiuschiu  haben
sich  oft  bedeutende  Katastrophen  ereignet,  z.  B.  der  Iltis-Taifun  im  Juli  1896  *).  Diese  Meeresteile  sind
es,  die  für  die  Fahrt  von  Ostindien  nach  Japan  am  gefährlichsten  sind:  „  .  .  also,  daß  die  Reise  für
glücklich  geachtet  wird,  wenn  unter  dreyen  Schiffen  eines  seinen  Lauf  behalten  kann.  Dieses  bestetiget
auch  das  Schreiben  deß  Jesuiten  Patris  Organtini  Brixiani  aus  Goa:  Darinn  gemeldet  wird,  der  Sturmwind
errege  denen,  die  von  Sina  nach  Japan  segeln  ein  solches  Ungewitter,  daß  sie,  wenn  er  stürmt,  ihre
Erhaltung  wol  für  ein  Wunderwerk  schätzen  mögen,  wenn  es  nur  eine  Nacht  durch  anhält:  denn  die
Segel  mögen  noch  so  gut  seyn,  so  müssen  sie  doch  zerreissen:  der  Mastbaum  noch  so  dick;  er  müsse
brechen:  die  Teile  des  Schiffes,  so  über  Wasser  seyn,  werden  voneinander  gelöset  und  zertrennt.  Und
wofern  die  Schiffe  nicht  geladen  sind,  werden  sie  von  dem  Wasser  emporgehebt  und  übers  Ufer  hinweggetragen,
  wo  selbst  sie  durch  einen  gewaltsamen  Niderfall  oder  harten  Stoss  zu  Scheitern  gehen  .  .  .“  s ).
Ähnliche  Beobachtungen  machte  auch  Ilawks  bei  einem  Taifun  am  23.  7.  1856  im  Norden  von  Formosa 1 ):
„Das  Schiff  litt  auf  dieser  kurzen  Strecke  in  seinem  Takelwerk  mehr,  als  während  der  ganzen  Überfahrt
von  den  Vereinigten  Staaten  her.“  Bekannt  ist  auch  das  spurlose  Verschwinden  des  preußischen  Kriegsschoners ­
  „Frauenlob“  in  einem  Taifun  im  September  1860,  das  wohl  auch  hierher  zu  lokalisieren  sein  dürfte 5 ).
II.  Das  Wirbelsturmgebiet  des  amerikanischen  Mittelmeeres.
Den  Taifunen  Ostasiens  entsprechen  geographisch  die  Hurricanes  Westindiens.  Ihr  Einzugsgebiet
ist  erheblich  kleiner,  man  könnte  es  mit  6 1 /*  Millionen  Quadratkilometer  angeben,  beträgt  also  nicht
einmal  die  Hälfte  des  ostasiatischen.  Es  beginnt  im  Osten  östlich  der  kleinen  Antillen;  im  Westen  ist
es  durch  den  zentralen  amerikanischen  Gebirgsblock  begrenzt.  Die  Südgrenze  liegt  im  Karibischen  Meer,
etwa  bei  dem  12.  Breitenkreis,  auf  dem  nordamerikanischen  Kontinent  mag  der  32.  Breitengrad  als
Grenze  gelten.  Für  den  Ozean  sind  aus  den  bekannten  Gründen  die  Grenzen  nicht  scharf  zu  ziehen.
Im  Vergleich  zu  Ostasien  zeichnet  sich  das  westindische  Orkangebiet  dadurch  aus,  daß  die  Aktivität
noch  weit  mehr  jahreszeitlich  beschränkt  ist.  Die  Monate  Januar  bis  Mai  sind  praktisch  überhaupt
orkanfrei.  Im  übrigen  stellt  sich  die  Verteilung  folgendermaßen 0 ):
Juni  Juli  August  September  Oktober  November  Dezember

Prozent  7  7  16  33  30  6  1  100
Gesamtzahl  16  17  39  48  u.  32  47  u.  24  15  2  239

Wirkliche  Hurricanes  6  10  32  34  u.  12  22  u.  2  2  0  122
(37  Jahre)
Die  2  Vs  Monate  von  August  bis  Anfang  Oktober  sind  also  die  eigentliche  Orkanzeit,  in  die  83  %
der  wirklichen  Orkane  entfallen.  In  den  übrigen  Monaten  ist  die  Wahrscheinlichkeit,  daß  sich  eine
Depression  zu  einem  Wirbelsturm  entwickelt,  viel  geringer.  (2.  Oktoberhälfte  1  :6,  November  1:9,  Juni  3,5:9.)
Der  Orkanherd  läßt  sich  nicht  so  gut  lokalisieren,  die  Ursprungspunkte  sind  vielmehr  ziemlich
gleichmäßig  über  das  ganze  Mecresgebiet  verteilt.  Dafür  sind  aber  die  Zugstraßen  etwas
regelmäßiger 7 ).  Die  erste  Hauptzugstraße  führt  durch  das  nördliche  Karibische  Meer,  durchkreuzt

*)  Von  dem  14  Millionen  qkm  großen  Areal  ist  nur  etwas  mehr  als  2  Millionen  qkm  Land.  *)  Kroc  (39).  s )  Francisci  (38),
S.  1090.  *)  Hawks  (51),  S.  575.  5 )  Weitere  Schiffahrtsschäden  vgl.  Ann.  Ilydr.  1904,  586.  e )  nach  Mitchell  (80).  7 )  Newnham  (83),
S.  239.
            
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