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Full text: 43, 1925

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Die wirtschaftlichen Schäden der tropischen Wirbel stürme. 
angenommenen Areals, doch kommen auch dort gelegentlich Wirbelstürme vor, die von erheblicher 
Wirkung sein können. Solange die Inseln deutsches Schutzgebiet waren, ist nur ein Fall mit besonders 
schweren Folgen eingetreten. Am 30. Juni 1905 sind 4 Atolle von der Flutwelle und dem Orkan heim 
gesucht worden; die meiste Verwüstung wurde dabei durch das Wasser angcrichtet, das 12 bis 15 m 
über den gewöhnlichen Spiegel trat. 227 Köpfe der ohnedies spärlichen Bevölkerung gingen verloren '■). 
In den heimgesuchten Gebieten wurde der Bestand an Kokospalmen bis auf Vs vernichtet, auch die Haupt 
nahrungsquelle der Eingeborenen, Brotfrucht- und Pandanusbäume, hatten sehr gelitten-). Ausdrücklich 
bemerkt sei hierbei, daß cs sich hier um ein außergewöhnliches Ereignis handelt, das einzige, das in 
dieser Intensität bekannt ist. 
Häufiger sind diese Katastrophen, wenn wir weiter westwärts gehen, zu den Karolinen. Während 
der eigentlichen Sturmperiode, ungefähr von Mai bis Oktober, sind sic gefahrfrei. Auf den Ost-Karolinen 
scheinen Taifune im Frühjahr, im Westen im Spätherbst häufiger zu sein. Bei dem großen Areal der 
ersten Gruppe wird immer nur ein kleiner Teil empfindlich geschädigt. In den letzten 40 Jahren waren 
vom 16. bis 22. April 1905 und am 17. Dezember 1920 die bemerkenswertesten Orkane. Bei ersteren 
wurden 46 Menschenleben, außerdem die meisten Bäume, darunter auch 10000 der windständigen Kokospalmen 
und nahezu alle Brotfruchtbäume vernichtet. Der Gesamtschaden allein der Europäer wurde auf eine 
halbe Million Mark geschätzt. Hungersnöte sind nicht selten die Folgen solcher Katastrophen 8 ). 
Ähnlich gelagert sind die Verhältnisse auf den Palauinseln. Doch kommen sie länger, schon 
von Ende September ab, in die Gefahrzone zu liegen. Die Schädigungen erstrecken sich meist auf 
Gebäulichkeiten und die Taropflanzungen. Besonders verwüstend war der Taifun vom 26. 11. 1922. 
Während man auf den Palauinseln nur alle 10 bis 12 Jahre einmal auf einen Taifun rechnet, hat 
man beiden Marianen zwischen 13° und 21 0 n. R. in 25 Jahren 15 P'älle beobachtet. Als gefährlichste 
Zeit wird für die Marianen der November, und zwar die 2. Dekade angegeben'). Von Ende März 
bis Anfang August sind sie gefahrfrei, d. h. sie liegen offenbar im Taifunschatten. Nach den Beobachtungen 
in Guam kann man im Durchschnitt jedes Jahr auf einen bedeutenden Taifun rechnen. Er pflegt dann 
ziemliche Verwüstungen an Häusern und Pflanzen anzurichten und auch die Verkehrseinrichtungen zu 
gefährden. Beträchtlich waren die angerichteten Schäden des Taifuns vom 13. 11. 1913, dem auf Guam 
umfangreiche Siedelungen, Hunderte von Eingeborenen, ein Teil der Ernte und mehrere Schiffe im Hafen 
zum Opfer fielen 5 ), ferner des Orkans vom März 1923, dessen Schaden man auf 200000 Dollar schätzte"!. 
Im ganzen betrachtet, sind die Schäden auf diesen Inselgruppen gering, besonders mit Rücksicht 
auf die relative Seltenheit der Taifune. Bei der dünnen Besiedelung ist der Verlust an Menschen, sei es 
unmittelbar durch den Taifun und seine Welle oder mittelbar durch die nachfolgende Hungersnot am 
schmerzlichsten. 
b. Die Philippinen. 
Bei der beträchtlichen Nordsüderstreckung der Philippinen (etwa 1500 km) ist die Lage der einzelnen 
Inseln des Archipels zu dem Auf- und Abschwingen der Orkanzone nicht gleichmäßig. Diesem Verhalten 
entsprechend ließen sich aus ihnen drei Gruppen bilden: mit Mindanao, den Visayas und Luzon jeweils 
als Kernstück. In der ersten dieser Gruppen spielen die Taifune eine ganz geringe Rolle. Der Taifunherd 
liegt nur dann soweit südlich, wenn die Taifune von so geringer Kraft sind, daß sie sich weniger durch 
Verwüstungen als durch einen angenehm empfundenen ergiebigen Regen bemerkbar machen. In der 
Zeit von September bis November etwa ist man vor Überraschungen nicht ganz sicher. So selten sie 
sind, umsomehr wird das bestrichene Land verwüstet. Gefährdet ist in dieser Hinsicht vor allem das 
nördliche Mindanao, das im Oktober 1875 beträchtlichen Schaden gelitten hat. Man berichtet, es habe 
sich damals seit 60 Jahren kein so heftiger Orkan ereignet. 
1 ) Ann. Hydr. 1907, S, 183. 2 ) Denkschr. (25), S. 130. Neben dom beträchtlichen Schaden an Gebäulichkeiten verteilen sich 
rlie Schadenziffern folgendermaßen : 
Atoll: 
Jaluil 
Arno 
Majcro 
Mille 
Jährl. Kopra Produktion: 
360000 
430000 
270000 
310000 kg 
Verwüstetes Areal: 
*,* 
1 /15 
7t 
nicht bepflanzbar: 
7s 
7 t 
7t 
s ) Denkschrift (25), S. 117; vgl. auch l-'insch. Karolinen und Marianen, Hamburg 1900, S. 42. *) (114) S. 243. ' D. k. t. G. 
Bd. 23, S. 187. c ) M. \Y. k. 1923.
	        
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