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Full text: 43, 1925

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Die wirtschaftlichen Schaden der tropischen Wirbel »türme. 
den einzelnen westindischen Inseln kommen Sturmfluten mit zerstörenden Wirkungen vor 1 ). In Océanien 
und Ostasien sind die Flutwellen gelegentlich so außergewöhnlich stark, daß die Vermutung auftauchte, 
diese könnten unmöglich allein anemonischen Ursprungs sein, man schloß auf vulkanische Zusammenhänge, 
was sich auch dadurch teilweise bestätigt, daß in Ostasien gleichzeitig mit Taifunen gelegentlich Erdbeben 
festgestellt wurden 1 ’). Sonst erklärt man das Steigen des Meeres nicht nur durch die aufwühlende 
Tätigkeit des Windes, sondern auch durch seine saugende Kraft. Dabei entspricht einer Luftdruck 
abnahme tun 1 mm ein Steigen des Wassers um 1,4 cm 3 ). Es leuchtet ein, daß diese Entstehungs 
ursachen bei den hohen Werten der Flut nur einen geringen Teil einnehmen. 
Das Wasser wird bei den tropischen Wirbelstünnen auch noch als Niederschlag zu einem gefahr 
bringenden Faktor. Augenzeugen wissen von dunklen Regenwolken zu berichten, aus denen sich der 
Niederschlag in Strömen ergoß, liber die Entstehung der Wolken und dem Kondensationsvorgang sind 
wir durch die Untersuchungen von Viües 4 ) unterrichtet. Der Regen, sehr rasch zu dicken Tropfen 
kondensiert, fällt in böenartigen Schauern, besonders zu Beginn des Orkans, in der Nähe des Zentrums 
stürzt er in wasserfallähnlichen Güssen herab, sodaß in ganz kurzer Zeit gewaltige Niederschlagsmengen 
fallen 5 ). Wenn man nun noch bedenkt, daß sich das Niederschlagsgebiet ziemlich gleichmäßig über das 
ganze Sturmfeld verteilt und bei großen Zyklonen eine Ausdehnung von 500—-700 Meilen hat 6 ), so ist 
es leicht verständlich, daß diese Regengüsse ungeheure Überschwemmungen im Gefolge haben können, 
wenn die Stürme sehr weit landeinwärts dringen. Dies äußert sich auf den Inseln, wo die Bäche dann 
zu großen Flüssen anschwellen, oder in dem Unterlauf grösserer Stromgebiete, z. B. beim Rio Grande 
in Texas, dem untersten Mississippi, Yangtse und Ganges, sowie vielen Küsten flössen in Japan. Doch 
scheinen die Verwüstungen von dieser Kausalität mehr lokaler Bedeutung und gegenüber den Über 
schwemmungsschäden überhaupt recht geringfügig zu sein 7 ). Nicht selten wird der Regen auch als 
segenbringend begrüßt, z. B. in dem trockenen Westaustralicn, auf den Philippinen und den Inseln 
Océaniens als Beendige!' einer unerwünschten Trockenzeit, 
Einige Berichte erwähnen auch eine besondere Beschaffenheit des Regens, nämlich, daß er salzig 
oder säurehaltig sei. Es handelt sich hierbei um einzelne Fälle, die ihre Erklärung leicht fanden; 
immerhin konnte dieser Umstand durch Vernichtung von Süßwasserfischen schädigende Folgen haben 8 ). 
Andere Begleiterscheinungen treten ganz in den Hintergrund. Elektrische Entladungen sind häufig. 
Auch das umstrittene Phänomen des Kugelblitzes will man oft in Wirbelstürmen beobachtet haben 11 ). 
Eines glaubt man als sicher annehmen zu dürfen, daß die ganze Atmosphäre mit großen elektrischen 
Spannungen erfüllt ist. Schon Dampier berichtet ausführlich von der bei einem "Taifun gemachten 
Beobachtung des „Sankt - Elms - Feuers“ (elektrische Übersättigung). Schädigende Wirkungen scheinen 
aber von diesen Entladungen nicht auszugehen, wenigstens wird nie davon berichtet 1 "). Für Wetterregeln 
in Ostasien spielen Blitz und Donner eine große Rolle 11 ). 
l ) Reyc (95) S. 101. Übertrieben erscheint aber jene Zahl die, wie ?.. B. Klöden, llamlb. <1. phys. Geogr. Berlin 1878, von 
einem Steigen des Meeres am 10, VIII. 1881 in Barbados um 22 m berichtet. Nach M. \V. R. 1900 S. 881 beträgt das Steigen 
des Meeres an den atlantischen Kfisten selten mehr als 8,;> m. 2 ; Wilhelm Krebs iri D. R. f. <4. BdL 29 S. 31 11*. Über vulkanische 
und mikroseismische Zusammenhänge vgl. auch Mohn 81 S. 350. Linke 71; S. «)0 fi. Den mikroseisinischen Brandungswellen “, 
die auf isoliert gelegenen Inseln u. U. das Heran nahen eines Orkans schon aut' einige 1000 km erkennen lassen, käme nach Linke 
auch eine Bedeutung für die Sturmwarnung zu. Fischer (3<) S. 25. 4 y Apuntcs relatives (1.29). °) Loomis (American Journal 
of Science 1881 S. 1; gibt an, daß der Regenfall nie geringer sei als 125 mm. ja häung 250 mm überschreite. Einige extreme Fälle 
seien hier angeführt: 
2. VIII. 1837 Portoric© 585 mm Garriot (43) 
X. 1909 Hongkong 327,2 mm M. W. R. 1909 
3. IX. 1900 Cuba 319.6 mm M. W. R. 1900. 
Rechnet inan auch noch die Regenmengen, die vor und nach Vorübergang des eigentlichen Wirbelsturms gefallen sind, auf sein 
Konto, so ergeben sich noch weit höhere Ziffern : 
14. und 15. Juli 1911 Manila 2239 mm ,88 Zoll 
Silver llill Jamaica) 2451 mm (96,5 Zoll in I Tagen . 
(Nach Coron as (16) S. 100 und Met. Z. 1912 S. 251 v Ü bischer (37) S. 22. ' Vgl. Heise .54). *’ Reye J9i>). ) Met. Z. Bd. 2o 
S. 425. *°) Doch muß der moralische Eindruck gerade der elektrischen Entladungen ein ganz gewaltiger sein. Vgl. die Berichte 
bei Garriott (43;. J1 ) S. fl. B. (113;, S. 188.
	        
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