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Aus dem Archiv der Deutschen See\
artej —- 1925. Heft 3.
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so genügt bereits die bei diesem Vorgang frei werdende Kondensationswärme für das weitere Empor
wachsen der Cumulus-Wolken aus der Strato-Cumulus-Decke und ihre Ausbildung zu einem Cumulo-Nimbus.
Unterstützend wirkt nach der Bildung der Wolkendecke die Verstärkung des Temperaturgradienten im
Sinne der von Meinardus und Emden vertretenen Ansicht. Die Einleitung der Bewölkungsbildung am
Abend und der Vorgang der Wolkenauflösung am Vormittag spricht durchaus für den dargelegten Ablauf
der verschiedenen Bewölkungsstadien. Mit Sonnenuntergang erscheinen gewöhnlich auf See einzelne
Fracto-Cumuli, ein Zeichen, daß die Turbulenz an einzelnen Stellen bereits die Kondensationshöhe erreicht;
kräftige Kondensation setzt erst ein, wenn allgemein der Taupunkt im unteren Turbulenzbereich liegt.
Sie bedingt die nächtlichen ausgedehnten und lang anhaltenden Niederschläge. Am Vormittag erfolgt
der umgekehrte Verlauf. Das Kondensationsniveau steigt, die flächenhafte Kondensation hört hierdurch
auf, nur noch an einzelnen Stellen dringt die Turbulenz in das Kondensationsniveau und bildet Cumuli,
die später Fracto-Cumulus-Form annehmen. Hierdurch hören auch die ausgedehnten Regenfälle der
Nacht auf und nehmen die im Passat so charakteristische Form der Strichregen an, die aus einzelnen
Cumuli, und zwar am häufigsten am Vormittag herausfallen.