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Dr. H. Thorade, Die Schwankungen des Wasserspiegels.
vgl. die begründenden Bemerkungen zu der Tabelle; übrigens sind die Lotungen auf dm abgerundet; auch
die Hochwasserzeiten können bei ihnen nicht als auf die Minute sicher gelten, da dieser Zeitpunkt sich aus
den Lotungen nicht so genau entnehmen läßt.
Bemerkungen zu Tabelle 3.
Zu 1 — 10. Hie Schwankungen des Hochwasser-Zeitunterschiedes halten sich in mäßigen Grenzen,
nimmt man das Mittel jedesmal für 3 Tage, so weichen diese Einzelmittel nur zweimal bei Hörnum, einmal
bei Osterlei Nord und zweimal bei Munkmarsch um mehr als 10 Min. vom Gesamtmittel ab, was bei den
beiden letzteren seine Erklärung in dem langen Lauf der Welle über das Watt, bei Hörnum in der Eigen
tümlichkeit des langen Hochwassers (s. Abschn. 4, „Besonderheiten“) seine Erklärung finden wird.
Zu 13. Her H-Wss-Zeitunterscliied von -¡-45 min. steht zwar nicht im Widerspruch mit den anderen
Augustbeobachtungen, ebensowenig der Hub von 270 cm, jedoch dürften die von den Gezeitentafeln gege
benen Zahlen (-f 23 min., 165 cm) den Vorzug verdienen, denn es ist nicht wahrscheinlich, daß die Welle
bereits 18 min. später das Ostende des Ellenbogens erreicht (Nr. 11); auch nimmt der Hub von Hörnum
(169 cm) nach Norden stark ab, da er in Blaavandshuk bereits weniger als 1 m beträgt.
Zu 14. Her Vergleich der Zahlen +19 min., 240 cm mit den etwa 1 sm seewärts bei Ellenbogen
(Nr. 11) beobachteten +63 min., 160 cm, zeigt, daß sie auszuscheiden sind.
Zu 15. Hie Tonne liegt mit 106 min., 200 cm zwischen Ellenbogen ( + 63 min., 160 cm) und Munk
marsch ( + 84 min., 162 cm), was die Werte als nicht wohl angängig erkennen läßt.
Zu 16. Hie am Lattenpegel gemachten Beobachtungen mit + 64 min. verdienen den Vorzug vor den
Lotungen mit +98 min.; dagegen stimmen die Hubhöhen 199 cm und 200 cm gut überein,
Zu 17. Zeitunterschiede und Hubhöhen betragen in den in flachem Bogen liegenden Orten;
Hörnum Tonne Nösse Eöhrer Ley Südwesthörn
+ 40 min., 169 cm +78 min., 340 cm + 64 min., 199 cm + 76 min., 212 cm‘
Hie Zeit von 78 min. gliedert sich nicht ein; wenn sie abweichen sollte, müßte man im Gegenteil bei der im
Fahrwasser liegenden Tonne Nösse ein früheres Hochwasser und einen geringeren Hub als im Fölirer Ley
erwarten. Hie Werte werden daher abzulehnen sein.
Zu 18. Haß die „Senta“ mit 83 min., +370 cm von dem nahenHörnum ( + 40min., 169 cm) so stark
abweichen sollte, ist angesichts ihrer Lage im Fahrwasser nicht anzunehmen. In der Tat zweifelt auch der
Leiter der Beobachtungen auf der „Senta“ ,Br. Wüst, an der Zuverlässigkeit der von den Mannschaften
ausgeführten Lotungen und hat deshalb Kontrol]-Lotungen angestellt; aber die Ungunst der Umstände
führte zu großen Hrahtwinkeln und zu solchen Sprüngen in den Wasserständen, daß ein sicheres Urteil über
ihre Höhe nicht zu gewinnen ist.
Zu 19. Von den beiden beobachteten Hochwassern trat das eine 38 Min. vor, das andere 25 Min. nach
Hochwasser in Wittdün ein; das Mittel aus beiden ist zu unsicher, um verläßlich zu sein, da es sehr un
wahrscheinlich ist, daß dort 25 Min. später als in Wittdün Hochwasser sein kann. Hagegen dürfte der Hub
von 200 cm der Wahrheit nahe kommen.
Zu 20. Her Wert der Beobachtungen wird dadurch erhöht, daß sie bei verhältnismäßig ruhigem
Wetter gemacht wurden; freilich wurden sie in der Nähe der Nippzeit gemacht, wodurch der Zeitunterschied
vielleicht etwas beeinflußt sein könnte. Ein nahe gelegener Hilfspegel steht für „Poseidon“ nicht zur Ver
fügung; nun ergibt sich der Unterschied Wittdün—Husum zu 39 min. für die entsprechenden Tiden,
während er für den ganzen Zeitraum 6 min. größer ( —45 min.) ausfällt. Ha die Position des „Poseidon“
von Wittdün 34 Sm, und Wittdün von Husum etwa 24 sm entfernt ist, und da ferner die unregelmäßigen
Bodenformen des seichten Watts den Lauf der Flutwelle stärker verändern als die freie See, so wird der
Schluß erlaubt sein, daß die für „Poseidon“ gefundene Zahl nicht beträchtlich von einem Mittel für den
ganzen Zeitraum abweicht. Für den Hub würden sich genau 113 cm, bezw. 123 cm ergeben, was auf 110,
und 120 abgerundet w r urde.
Wie die Betrachtungen des Abschnittes 1 befürchten ließen, haben also in der Tat die erwähnten
Fehlerquellen bewirkt, daß von den Ergebnissen der Lotungen im Wattenmeer nur ganz wenige sich als