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Volltext : 41, 1923

I.  Die  Gezeitenströmungen.
Im  amtlichen  Aufträge  bearbeitet  von  I)r.  A.  Schumacher,  Hamburg,  Deutsche  Seewarte,
Hierzu  1  Textfigur  und  Tafel  1  bis  3.

Inhalt.
Seite

1.  Das  Beobachtungsgebiet.  Der  Beobachtungsplan.  Das  gesammelte  Material  und  seine  Verwertbarkeit  3
2.  Die  Bearbeitung  der  Beobachtungen  7
3.  Der  Gezeitenstrom  an  den  einzelnen  Stationen  während  der  Beobachtungen  im  August  1921  9
4.  Die  Eintrittszeiten  des  Ebb-  und  Flutstromes  14
5.  Über  den  Reststrom  17
6.  Mittlere  Richtung  des  Reststromes  und  Konstanten  der  M 2 -  und  M 4 -Tide  für  den  Beobachtungsort  des  „Poseidon“  20
7.  Rückblick  21

1.  Das  Beobachtungsgebiet.  Der  Beobachtungsplan.  Das  gesammelte  Material  und  seine  Verwertbarkeit.
Das  Wattengebiet  hinter  Sylt  besitzt  wohl  das  bemerkenswerteste  Prielsystem  im  gesamten  Küstengebiet ­
  der  Deutschen  Bucht,  sowohl  hinsichtlich  der  Vielgestaltigkeit  wie  der  Größenverhältnisse  der
Rinnen.  Hinter  den  Barren  im  Norden  und  Süden  von  Sylt,  auf  denen  die  größte  Wassertiefe  bei  Niedrigwasser ­
  nur  etwa  3  bis  4  m  beträgt,  finden  sich  in  der  Tat  die  geräumigsten  Tiefs  im  ganzen  deutschen
Wattenmeer.  Von  der  Barre  des  Lister  Tiefs  bis  zur  Gabelung  Wester  Ley—Pander  Tief  liegt  die  Sohle
des  Priels  weit  mehr  als  10  m  unter  Springniedrigwasser,  ebenso  im  Hoyer  Tief  und  Römer  Tief.  Von
der  Gabelung  Lister  Ley-Hoyer  Tief  abwärts  um  die  Osthälfte  des  „Ellenbogen“  herum  beträgt  die  Wassertiefe ­
  sogar  über  20  m  und  steigt  innerhalb  dieser  Mulde  auf  37  m.  Von  dem  südlich  des  Wattenrückens
(zwischen  Morsum  Kliff  und  dem  Festlande)  gelegenen  Prielen  haben  Vortrapp  Tief  und  Hörnum  Tief
ebenfalls  bis  über  die  Gabelung  Oster  Ley—Pöhrer  Ley  hinauf  mehr  als  10  m  Tiefe  bei  Springniedrigwasser ­
  (das  Vortrapp  Tief  über  15,  stellenweise  über  20  m;  ähnliche  Tiefenverhältnisse  haben  die  Norderund ­
  Süder  Aue).  Die  Breite  dieser  Rinnen  ist  schwer  anzugeben;  rechnet  man  von  Wattrand  zu  Wattrand, ­
  so  ergeben  sich  im  Norden  (Lister  Tief,  Lister  Ley)  Werte  von  2  bis  3  Seemeilen,  im  Süden  (Vortrapp
Tief,  Hörnum  Tief)  etwa  2  Seemeilen.  Tiefenverliältnisse,  wie  die  eben  angedeuteten,  finden  sich  selbst
in  den  Mündung«trichtern  der  Elbe  und  Weser  nicht.  In  der  Elbmündung  sind  oberhalb  der  Linie  Scharhörn—Großer ­
  Vogelsand  nur  ganz  vereinzelt  Tiefen  über  20  m  zu  finden,  in  der  Weser  —  gleichfalls  nur
ganz  gelegentlich  —  erst  zwischen  den  Leuchttürmen  Hoher  Weg  und  Roter  Sand.  Tiefen  von  30  m  und
darüber  hat  im  Wattengebiet,  abgesehen  vom  Lister  Tief,  anscheinend  nur  noch  die  Ems  aufzuweisen
(im  Randzel  Gat  südwestlich  von  Borkum  30  bis  33  m).
Strommessungen  im  Gebiet  der  Nordfriesischen  Inseln  hätten  in  idealem  Umfang  —  möglichst  gleichzeitig ­
  —  das  gesamte  Wattengebiet  nördlich  der  Halbinsel  Eiderstedt,  also  den  Heverstrom  und  die  nordwärts ­
  anschließenden  Rinnen  bis  zu  den  Sylter  Gewässern  hinauf  zu  umfassen,  um  das  etwaige  Nordwärtsvordringen ­
  der  Flutwelle  zwischen  den  Inseln  verfolgen  zu  können.  Technische  Beschränkungen
machen  derartige  Unternehmungen  unmöglich.  Die  praktisch  wichtigsten  Teilgebiete  sind  im  Juni,  bezw.
August  1921  in  zwei  getrennten  Untersuchungen  bearbeitet  worden.
            
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