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Tab. 29. Ergebnisse der Versuche von A. Krogh 1 ) über die
Gcsaiiitkolilensaiire in Meerwasser von 35.19 °/ 00 Salzgehalt
und wechselnden Kohlensäuredrucken.
Aus den für fünf verschiedene Alkalinitäten durchgefülnten Berechnungsreihen seien die Zahlen der
Tabelle 28 ausgewählt-.
Diese auf Grund der chemischen Beziehungen, soweit sie uns bekannt sind, berechneten Werte
zeigen ganz ähnliche Verhältnisse, wie sie für die Ostsee tatsächlich festgestellt sind. Bei unveränderter
Alkalinität wird, wenn wir die erste und letzte Zeile vergleichen, die Gesamtkohlensäure um
0.122 ui Moi/L erhöht, während gleichzeitig die freie Kohlensäure nur um 0.0356 m Mol/L zunimmt. Also
etwa nur 1 s der zugeführten Kohlensäure tritt als freie Kohlensäure auf. Der grollte Teil wird ver
braucht zur Verwandlung der Karbonate in Bikarbonate.
Das gleiche Ergebnis haben die von A. Krogh an Wasser aus dem Nordatlantischen Ozean aus
geführten Versuche ergeben. Bei diesen wurde dem Meerwasser freie Kohlensäure zugeführt und dann
die Menge der Gesamtkohlensäure und der Druck der freien Kohlensäure bestimmt. Der Salzgehalt des
Meeres war 35.19 °/, K t> die Alkalinität um 22.72 ccm L. Die gewonnenen Werte sind in folgender Tabelle
zusammengestellt.
Bei einer Zunahme des Kohlensäure-
druckes z. B. von 2.95-IO" 1 auf 29.5• 10 -1
Atm., wie sie in den Becken der Ostsee von
der Oberfläche zum Boden vorkommt, war
bei diesen Versuchen die Zunahme der freien
Kohlensäure 2.27 ccm/L, dagegen die der Ge
samtkohlensäure 7.78ccm/L! Nur 29% der
insgesamt zugeführten Kohlensäure wurden
nach Herstellung des neuen Gleichgewichts
als freie Kohlensäure festgestellt, nicht weni
ger als 71 % waren in irgend einer Form
chemisch gebunden worden und traten in der
Vermehrung der gebundenen Kohlensäure
in obiger Tabelle zutage. Es müssen demnach
parallel mit der Zuführung weiterer Kohlensäure Karbonate in Bikarbonate übergeführt sein. Dies
drückt der in der letzten Spalte obiger Tabelle für jeden Versuch angegebene Quotient aus der
gebundenen Kohlensäure und der Alkalinität aus. A. Krogh bezeichnet diesen als „Saturation“, was
mit „Sättigungsgrad“ übersetzt sei. Dieser Sättigungsgrad muß offenbar 1 sein, wenn alle kohlen
sauren Salze Karbonate dagegen 2, wenn sie nur Bikarbonate sind. Selbst bei dem geringen Kohlen
säuredruck von 0.7 war bereits soviel Kohlensäure gebunden, daß sie ausreichte, um fast die Hälfte
aller an Kohlensäure gebundenen Basen in Bikarbonate zu verwandeln, hei dem Kohlensäuredruck 29.5 da
gegen war der Sättigungsgrad 2.035, d. h. es war mehr Kohlensäure als zur Verwandlung aller Karbonate
in Bikarbonate erforderlich gebunden, weit mehr war dies bei dem letzten der oben angeführten
Versuche der Fall. Die Frage ist, in welcher Form ist die Kohlensäure im Meer gebunden. Krogh
ist geneigt, anzunehmen, daß bei hohen Kohlensäuredrucken die geringen Mengen der schwachen Bor-,
Phosphor- und Arsensäure z. T. durch die Kohlensäure ersetzt werden. K. Buch dagegen kommt ans
rein theoretischen Gründen im Gegensatz hierzu zur Annahme, daß sich Kohlensäure an andere Salze zu
einem Komplex anlagert, besonders die Magnesiumsalze kommen hier wohl in Frage. Durch seine
Berechnungen hat Buch keinen Sättigungsgrad größer als 2 erhalten, hält ihn aber in Übereinstimmung
mit den Versuchen von Krogh auch nach 'den auf Grund seiner Berechnungsergebnisse entworfenen
Kurven für möglich.
In quantitativer Hinsicht besteht ein Unterschied zwischen den Ergebnissen vorliegender Bear
beitung und den Versuchen von Krogh. Es wurde gefunden, daß etwas mehr als die Hälfte des Zu
wachses der Gesamtkohlensäure die freie Kohlensäure vermehrt, etwas weniger als die Hälfte aber ge-
Kolilensäure-
diuck
x • 10- 1
Gesamt-
kohlensiure
ccm/L
Freie Kohlen
säure
ccm/L
Gebundene
Kohlensäure
ccm/L
Sättigungs
grad
0.7
33.45
0.0595
33.39
1.470
1.15
36.69
0.0975
36.59
1.611
1.5
37.79
0.1275
37.66
1.658
2.95
40.98
0.2505
40.73
1.792
5.4
43.78
0.4585
43.32
1.906
13.9
46.14
1.180
44.96
1.979
29.5
48.76
2.520
46.24
2.035
352
83.36
29.90
53.46
2.353
B A. Krogh, On tlic Tension of Carbonie Aciil in Nnfnml Walers nnrt espeeinlly in Ilie Sei«,
firfliilnml Vol. XXVI. Oopenliaircn 19«4, S. 355 ff.
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