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Full text: 41, 1923

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An» dem Archiv der Deutschen Seewürfe. — 1923. Nr. .1. 
Gesamtkohlensäure und des Sauerstoffs hinreichend groß waren, so daß der Einfluß der Analysenfehler 
auf die Ergebnisse, besonders auf den Sauerstoffuniwanölungsfaktor möglichst klein wurde, sie be 
wirkte außerdem, daß alle benutzten Werte nur dem Muldenwasser der Ostsee entstammen. Die Beob 
achtungen und die daraus abgeleiteten Werte sind in Tabelle 27 zusammen gestellt, 
Das Sauerstoffdefizit schwankt zwischen —3.40 und -—7.56 ccm L, die Anomalie der Gesamtkohlen 
säure zwischen +2.60 und +7.5 ccm/L, die Zusammensetzung der ursprünglich vorhanden gewesenen Luft 
ist also in allen Fällen sehr stark verändert. Die Sauerstoffumwandlungsfaktoren bewegen sich zwischen 
den Extremen 0.71 und 1.15, das Mittel aus den 52 Einzelwerten ist 0.91, ein Wert, der mit der aus den 
drei 1922 gesammelten Proben abgeleiteten Zahl sehr gut übereinstimmt. 
Da wir annehmen können, daß ganz überwiegend die Atmungsvorgänge der Tiere die Veränderungen 
in der Zusammensetzung' der Luft im Muldenwasser der Ostsee bedingen, können wir auch sagen, 
daß der mittlere respiratorische Quotient der im Muldenwasser der Ostsee 
vorhandenen Lebewelt nahe 0.9 ist. 
IV. Das Defizit der freien Kohlensäure und das Verhältnis zwischen den Mengen der Karbonate 
und Bikarbonate. 
Wenn die gesamte durch den Aufbau und Abbau der Organismen erzeugte Kohlensäure einfach 
physikalisch gelöst würde, müßte die Anomalie der freien Kohlensäure gleich der Anomalie der 
Gesamtkohlensäure sein und also auch der Quotient aus den Anomalien der freien Kohlensäure und 
des Sauerstoffs gleich dem Sauerstoffumwandlungsfaktor. Das ist aber nicht der Fall, vielmehr ist 
1 = 0.5 und 1 — 0.9, dies besagt, daß ein Defizit an freier Kohlensäure vorhanden ist und 
daß im Mittel nur wenig mehr als die Hälfte der erzeugten Kohlensäure als freie Kohlensäure auftritt, 
fast die Hälfte wird chemisch gebunden. 
Hierbei kommt zunächst die Verwandlung von Karbonaten in Bikarbonate in Betracht und außer 
dem die Aufnahme weiterer Basenmengen durch Auflösung von kohlensaurem Kalk. Betrachten wir 
zunächst den ersten Punkt, Die Neubildung von Kohlensäure stört das vorhandene chemische Gleich 
gewicht hauptsächlich zwischen den Wasserstoff-, Karbonat-, Bikarbonationen und der freien Kohlen 
säure. Die Beziehungen zwischen diesen Faktoren sind mehrfach theoretisch untersucht worden, u.a. 
von Auerbach und Pick, 1 ) L. Michaelis 2 ) und K. Buch. 3 ) Der letztere berücksichtigte besonders die 
Verhältnisse im Meere und führte eine umfassende Berechnung der in Betracht kommenden Gleichungen 
durch unter Annahme einer Änderung der Wasserstoffionenkonzentration. Diese bedingt eine Änderung 
der Menge der freien und der Gesamt-Kohlensäuremenge, sowie auch der Karbonat- und Bikarbonationen. 
Tab. 28. Die freie und gebundene Kohlensäure bei verschiedenen Wasserstoffionenkonzentrationen 
nach den Berechnungen von K. Buch. 
Alkalinität = l.soo m Äqu./L. 
Wasserstoff- 
zalil 
x • IO-' 1 
Kolilensäurc- 
d ruck 
x • 10- 4 Atm. 
freie Kohlen 
säure 
m Mol/L 
Gesamtkohlen- 
säure 
in Mol/L 
Gebundene 
Kohlensäure 
m Mol/L 
Normales 
Karbonat 
m Mol/L 
Bikarbonat 
nx Mol/L 
5 
1.47 
0.0060 
1.113 
1.107 
0.093 
1.014 
10 
2.66 
0.0108 
1.146 
1.135 
0.065 
1.070 
15 
3.98 
0.0162 
1.168 
1.152 
0.048 
1.104 
20 
5.61 
0.0229 
1.190 
1.167 
0.033 
1.134 
25 
7.81 
0.0317 
1.214 
1.182 
0.018 
1.164 
30 
10.21 
0.0416 
1.235 
1.193 
0.007 
1.186 
1 ) F. Auerbach und H. Piek, Die Alkalinität wässeriger Lösungen kohlensaurer Salze. Arbeiten aus dem 
Ivaiserl. Gesimdlieitsamte Bd. XXXVIII 1911. S. 244 1. 
*) Vcrgl. u. a. L. AI ichaelis, Die Wasserstof l'ioiieiikonzenlraiion. 2. Au fl., Teil I. — Die theoretischen Grund 
lagen, Berlin 1922, S. 29 f, 7h f. 
*) K. B u c h, a. a. O. S. 74 ff,
	        
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