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Aus dom Archiv der Deutschen See warte. — 1923. Nr. 1.
die Temperatur noch ab. Von August bis November ist dagegen schon von 40 m Tiefe ab die Temperatur
zunahme allgemein.
Das die Bottensee von der Bottenwiek trennende Gebiet des nördlichen Ivvarks wies, wie beider ge
ringen Tiefe dieses Übergangsgebietes zu erwarten, nur geringe Unterschiede in bezug auf den Durch
lüftungszustand auf. Der Verlauf der Isothermen und der Isohaiinen war etwas wechselvoller, weil wie
früher ausgeführt das Oberflächenwasser besonders an der schwedischen Seite stark erwärmt war und
dort auch das wiekische Oberflächenwasser den Salzgehalt am meisten herausetzte. Am stärksten waren
die Gegensätze hei der Station F. 17, wo die Temperatur von der Oberfläche bis zum Boden von 7°. s7
bis 1°. M abnahm und der Salzgehalt gleichzeitig von B. 53 auf 5. 43 %o stieg.
Die Bottenwiek erwies sich nach den Juni-Beobachtungen in hydrographischer Beziehung als
durchaus selbständig im Vergleich zur Bottensee. Die im mittleren und nördlichen Teile der Bottensee
vorhandene vergleichsweise warme Unterschicht war in der Bottenwiek nicht vorhanden, vielmehr waren
sämtliche Temperaturen auch an der Oberfläche außerordentlich niedrig, niedriger als sonst irgendwo
in der Ostsee. Dies hängt abgesehen von der Breitenlage wohl damit zusammen, daß das Eis in diesem
Jahre ungewöhnlich spät vrschwunden war. Nur bei den beiden nördlichsten Stationen traten höhere
Oberflächentemperaturen auf, bis über 8°. In bezug auf die Tiefentemperaturen bestand wie in der
Bottensee ein wenn ¡auch schwächerer Gegensatz zwischen Nord und Süd. Auf dem Querschnitt F. 6
bis F. 10 und südlich davon war allgemein die Temperatur unterhalb 30—40 m Tiefe niedriger als 1°.«, und
sank vielfach bis unter Vt °, die niedrigste hier und damit überhaupt zur Beobachtung gelangte Tempe
ratur war -| 0°.Der Salzgehalt nahm innerhalb der oberen wärmeren Schicht nur wenig, darunter
schneller zu. Die Extreme in der südlichen Bottenwiek waren 8.„, und 4. 24 «/*. In ¡der Größe des Salzgehalts
zeigt sich der ausschlaggebende Einfluß der von der Bottensee trennenden und nicht über 35 m Tiefe hin-
abgehenden Schwelle im nördlichen Kvark. Wasser von der Unterschicht der Bottensee kann demnach
nicht in die Bottenwiek gelangen und die Erneuerung der wiekischen Unterschicht erfolgt von der Deck
schicht der Bottensee her. Das Verhältnis zwischen Bottenwiek und Bottensee ist also das gleiche wie
das geschilderte zwischen der Bottensee, dem Alandsmeer und der nördlichen Ostsee. Die niedrigen
Temperaturen in. der südlichen Bottenwiek sind so einfach erklärt und auch die unregelmäßige Tem
peraturänderung mit der Tiefe (stellenweise mehrere Minima, vergl. Tabellen) ist nur eine einfache
Parallele zu der im Alanld'smeer festgestellten. Auch der Durchlüftungszustand war gut. Nur am Boden
von F. 12 war der Kohlensäuregehalt recht hoch (350 %), der allerdings durch die Beobachtung des
Sauerstoffs (92 %) nicht bestätigt wird, während die hohe Wasserstoff zahl (87 ■ 10 " 9 ) für eine An
reicherung an freier Kohlensäure spricht.
In der nördlichen Bottenwiek waren die Temperaturen ¡unterhalb etwa 50 m Tiefe höher als im
Süden. Dies spricht dafür, daß die Wasserbewegung in der Tiefe von Süden nach Norden geht und
also auch die Abkühlung in gleicher Richtung fortschreitet. Auch hierfür gehen die Mittelwerte von
Witting eine Bestätigung.
Tab. 21. Mitteinerte der Temperaturen (1904—1906) in der Bottemviek nach R. Wittins'.
Tiefe
F. 12 (südliche Bottenwiek)
P. 3 (nördliche Bottenwiek)
m
Mai
August
November
Mai
Anglist
November
0
1.38
12.67
4.39
0.75
12.91
4.35
20
1.37
8.40
4.54
0.29
6.16
5.11
40
0.97
2.89
4.45
0.31
2.50
5.42
60
0.72
2.38
2.68
0.02
1.68
3.39
70
0.62
2.55
2.86
0.24
1.31
2.22
80
0.47
3.21
3.03
0.45
“1.30
1.88
90
0.34
3.53
3.13
0.86
1.29
2.07
100
—
3.49
3.22
—
—
—
Roden
0.24
3.63
3.19
0.99
1.27
2.06
(Tiefe)
(113 m)
(99 m)