Jlr. TS r 11 ti o S c li u 1 ■/., Hydrojrr. Unters., besonders über den Duro.hlüitnnKSzustaud in der Ostsee im .Iahre 1922. 29
horizontalen Wasseraiistauseh mit dem Alandsmeere ausgeschlossen. Die Salzgehalte nehmen dort daher
schon aus diesem Grunde weiter ab, ganz abgesehen von dem immer zunehmenden Einfluß -des Land
wassers. Über die Zustände im südlichen Teil gibt außer dem Längsschnitt besonders der nach den
Beobachtungen der Stationen F. 28, 29, 30, 32 gezeichnete Querschnitt durch die südliche Bottensee
eine Vorstellung.
Das im Alandsmeer kräftig ausgebildete obere Temperaturminimum war nur an einigen Stationen
(F. 31 und 30) noch ganz schwach ausgebildet, das kälteste Wasser war überall unmittelbar am Boden
(das Minimum war 0°. 5S ). Bis etwa 60 m Tiefe war die Salzgebaltszunahme, nur gering, die Extreme in
dieser Schicht waren 5. 4№ und 5.*,,*/«o, darunter aber war die Zunahme größer, bis zum Boden der beiden
tiefsten Stationen F. 30 und F. 29 (112 und 104m) nahm der Salzgehalt auf 6. 51 0 /«o zu. Von 60 m Tiefe
ab war also die schwerere Unterschicht zu rechnen und in dieser Schicht hatte die Stabilität größere
Werte. Inder ganzen Oberschicht mit weniger als etwa 5.„•/«» Salzgehalt war der relative Sauerstoff
gehalt über 100 % und auch nach dem Kohlensäuregehalt und der Wasserstoff zahl erwies sie sich als
gut durchlüftet. In der salzigeren Unterschicht fiel der Sauerstoffgehalt auf 88 % und der Kohlensäure
gehalt stieg bis auf 300%, entsprechend war die Wasserstoff zahl größer. Bei der westlichen Rand
station F. 32 war das noch der Oberschicht angehörende Bodenwasser ebenfalls etwas weniger gut
durchlüftet, der relative Sauerstoffgehalt fiel dort bis auf 94 %. Der absolute Gehalt an freier Kohlen
säure betrug in der Unterschicht bis fast \Y% ccm L.
Im nördlichen Teil der Bottensee war der hydrographische Zustand ein durchaus anderer, er sei
an dem Querschnitt Tafel 4, Nr. 4 näher betrachtet (Stationen F. 21, 22, 23, 24, 25 A). In 40 bis 70 m,
von Westen nach Osten wachsender Tiefe war ein Temperaturminimum kräftig ausgebildet. An der Ober
fläche herrschten Temperaturen von 5 bis 8°, darunter sank die Temperatur bis auf 0%., im Minimum.
Unterhalb der Zone der niedrigsten Temperaturen wurde das Wasser bis zum Boden ohne Unterbrechung
wärmer bis 3°. K am Boden der tiefsten Stationen (F. 25 A 189 m, F. 24 191 in). Bei der Verteilung des
Salzgehalts zeigte sich in der Oberschicht der große Einfluß des an der Westseite der Bottensee nach
Süden setzenden wiekisehen Deckwassers. Von diesem Gebiet mit größeren Salzgehaltsgradienten ab
gesehen, nahm der Salzgehalt langsam mit der Tiefe zu bis auf etwas über 6%« am Boden. Die Ober
schicht war wie zu erwarten gut durchlüftet, in der Unterschicht aber nahm der Grad der Durchlüftung
mit wachsender Tiefe stetig ab, die Extreme traten am Boden von F. 25 A auf mit einem relativem Sauer
stoff- und Kohlensäuregehalt von 60 und 360 %! Diese Unterseicht war also sowohl in bezug auf die
Temperatur wie die Durchlüftung ganz anderer Art wie in der südlichen Bottensee. Offenbar war die
letzten Endes von dem gotlänclisehen Deckwasser ausgehende Erneuerung der Unterschicht der Bottensee
noch nicht weit über den südlichen Querschnitt vorgedrungen,
F. 26 in der Mitte zwischen beiden behandelten Querschnitten
gehörig zu den im Norden ausgebildeten Verhältnissen (vergl.
Tab. 20. Mittelwerte der Temperaturen der südlichen und
nördlichen Bottensee (1904 1906) nach K. Witt lug.
Tiefe
F. 30 (südl. Bottensee)
F. 26 (mittlere Bottensee)
F. 23 (nördl. Bottensee)
m
Mai
August
Nnvltr.
Mai
Anglist
Novfor.
Mai
Aagnst
Novbr.
0
2.11
12.63
6.17
2.04
13.29
5.50
2.08
12.52
5.19
40
1.53
3.14
5.30
1.34
3.54
5.50
1.27
2.52
3.99
70
1.14
2.35
3.15
1.11
2.04
2.41
0.95
1.87
2.16
80
1.08
2.81
3.25
1.18
1.90
2.44
1.20
1.58
2.18
90
1.56
2.71
3.04
1.59
1.90
2.53
1.60
1.62
2.16
100
1.80
2.77
—
1.99
1.91
2.50
2.00
1.71
2.14
125
—
—
—
2.63
2.17
—
2.35
—
2.25
Boden
2.22
2.72
3.49
2.70
2.18
2.70
2.39
2.06
2.30
(Tiefe)
(115 m)
(132 m)
(137 nt)
denn die Beobachtungen bei der Station
erwies diese Station als durchaus zu-
Längssclinitt und Tabellenwerte). Daß
die Erneuerung der Unterschiebt
der Bottensee im Norden in der
Regel wesentlich später erfolgt
als im Süden, zeigen auch die
von Witting aus den Beobach
tungen der Jahre 1904—1906 er-
reclin eten M i tt ei werte.
Etwa bis 90 m Tiefe hinab
tritt allgemein von Mai bis
August eine Temperaturzunahme
ein, in größerer Tiefe ist dies
aber nur im Süden der Fall, bei
F. 26 schon und bei F. 23 nimmt