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Full text: 41, 1923

Pr. A. M e y : Pilotballonaufstiege auf einer Fahrt nach Mexiko, September bis Dezember 1922. 
Bl 
lichkeit nach eine aus dem Westwindgebiet in der Höhe südwärts sich bewegende und dabei immer mehr 
nach rechts drehende Luftströmung; der weiter nördlich am 7. Oktober gemachte Aufstieg Nr. 12 (Tafel 1) 
zeigt über unterem Südostwind in der Höhe noch W - bezw. NW-Wind. 
T y p u s 2. Die nächste Reisestrecke (zwischen 
28° und 19° N, 72° und 95° W) von östlich der 
Bahama-Inseln bis zum mexikanischen Hafen Vera 
cruz zeigt ebenfalls in der unteren Schicht durchweg 
Südostwind, der sich aber in viel größere Höhen 
erstreckt, so daß Piloten, die bis 6 und 7 km verfolgt 
werden konnten, diese Windschicht noch nicht durch 
stoßen hatten. Erst in größerer Höhe gerieten die 
Ballone in eine Nordwestströmung, die in allen vier 
Fällen hoher Aufstiege bis in die größten Höhen an 
hielt. Die mittlere Lage der Windgrenze ist 8—10 km. 
ln diese Zeit fallen noch zwei hohe Aufstiege (Nr. 38 
und 40), die von dem Typus abweichende Windverhältnisse zeigen, sie kennzeichnen sich aber beide durch 
außerordentlich schwache Luftbewegung bis in die größten Höhen und können nicht als typisch angesehen 
werden. 
Typus 3. Eine neue Windschichtung trat während des Aufenthaltes in Veracruz durch 9 auf 
einanderfolgende Tage auf (Piloten Nr. 44—52). Es herrschte wiederum Südostwind als Unterwind, der 
aber nicht mehr so beständig war wie während des vorangegangenen Teiles der Reise, sondern durch 
„Norder“-Einbrüehe gestört wurde. Im Mittel betrug die Höhe der unteren Windschicht 6 km, im 
einzelnen schwankte sie zwischen 2 und 10 km. Darüber wurde bis in die größten erreichten Höhen 
Südwestströmung gefunden. 
Typus 4. Der Einbruch des letzten beobachteten „Norders“ (7. November) leitete eine ganz neue 
Wetterlage ein durch das Vordringen eines sehr umfangreichen und mächtigen Hochdruckgebietes nach 
den Südstaaten Nordamerikas und über den ganzen Golf. Damit war eine ganz neue Windverteilung 
über dem mexikanischen Küstengebiet zwischen 18 und 22 Grad Nordbreite verbunden: über einer Unter 
strömung aus NE lag eine obere Windströmung aus NW. Die Dicke der unteren Windschicht war be 
deutend, im Mittel 7 km, die obere Nordwestströmung, die bis zu 18 km festgestellt wurde, war sehr 
lebhaft (bis 30 mps.). 
Wir wollen diese 4 Typen mit den Windverteilungskurven vergleichen, die Wegener und Kuhlbrodt 
(1. c. Tafel 5) für die einzelnen Monate nach den Beobachtungen von Gangoiti aus dem Wolkenzug über 
Havanna gezeichnet haben. Wir finden dann, daß unsere Kurve des Typus 1 mit der Mittelkurve von 
Havanna für August sehr gut übereinstimmt; der zeitliche Unterschied erklärt sich wohl zum Teil aus dem 
etwa 10° betragenden Breitenunterschiede, um den im Mittel die Aufstiegsorte des Typus 1 nördlicher 
liegen als Havanna, zum Teil auch daraus, daß anscheinend in diesem Jahre durch besondere Lage des 
Hochdruckgürtels überhaupt eine zeitliche Verschiebung der mittleren Verhältnisse vom Sommer nach 
dem Herbste zu stattfand. Die letztere Vermutung wird auch dadurch bekräftigt, daß der in die zweite 
Oktoberhälfte fallende Typus 2 mit seinen hochreichenden Südostwinden sich am stärksten an die 
Septemberkurve von Havanna anpaßt, bei der allerdings der höchste Wolkenzug noch wie im August aus 
NE geht, während Typus 2 in der Höhe bereits Norlwestströmung aufweist. Beide Typen spiegeln Wind 
schichtungen wider, die wir als charakteristisch für den Früh-Herbst ansehen dürfen. Typus 3 kann man 
als einen Übergangstypus ansehen, der in seinem unteren Zweige noch die September-, in seinem oberen 
Zweige bereits die Oktoberverh äl tnisse wiedergibt. Für Typus 4 bieten die Kurven von Havanna keine 
Analogie, in seinem unteren Zweige ist er schon charakteristisch für die winterliche Passatströmung über 
dem Golfgebiet. Der durchgeführte Vergleich zeigt, daß sich auch in der zeitlichen Aufeinanderfolge der 
einzelnen Windschichtungstypen der Übergang von herbstlichen zu winterlichen Verhältnissen ausspricht, 
wobei, wie schon bei der Besprechung der Ostkomponenten der Breitengruppen (S. 24) gesagt wurde, der 
Tabelle 13. Winddrehung innerhalb der einzelnen
	        
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