Wegemann:, Die Gezeiten des Mittelmeeres,
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behandelt, passend für die v, Sterneckschen Zahlen (3b und. 9%). Die Karte
gibt dürch punktierte Linien die ungefähre Lage des Flutberges zu den ver-
schiedenen Stunden an,
B. Die Straße von Tunis.
Tatsache ist eine Amphidromie um Pantellaria. Man hat sie als Durch-
kreuzung zweier fortschreitender Wellen zu denken, die sich etwa unter einem
rechten Winkel schneiden. Die atlantische Welle ist um etwa 8% in Pantellaria
in N—S-Richtung laufend. Eine aus dem Ostbecken kommende ist um etwa 3%
dort in ostwestlicher. Richtung laufend (siehe die Pfeile auf der Karte). Also
paßt die atlantische Welle auch zur Theorie dieses Gebietes, während die
v. Sternecksche Theorie kaum eine plausible Erklärung dafür zu geben vermag,
C. Die Adria.
Daß aber auch die Ostbeckenwelle fortschreitend ist und nicht stehend,
beweist die Adria, die als am besten bekannt gelten kann. Die 2%-Isorhachie
ist deshalb auch ausgezogen, weil nicht hypothetisch wie die übrigen im Ostbecken.,
Der Süden der Adria zeigt eine in langer Front fortschreitende Welle 3%, die
des Ostbeckens, die von der dalmatinischen und nochmals von der italienischen
Küste reflektiert infolge der rechtwinkligen Durchdringung eine Amphidromie
liefert !), wie schon v. Sterneck sen. festgestellt hat. Daß die von v.Sterneck jun.
nachgewiesene Eigenschwingung des Nordendes vorhanden ist, ist wahrscheinlich,
Ja die Endpunkte der Knotenlinie den niedrigsten Gezeitenhub (17 em) in der
Adria besitzen,
D. Das Ostbecken.
Da die wenigen Daten dieses Gebietes mehr für eine fortschreitende Wellen-
bewegung als eine stehende Schwingung sprechen, so würde mir folgende An-
ordnung der Flutstundenlinien am wahrscheinlichsten vorkommen. Ich nehme eine
Amphidromie um Kreta als Zentrum an. Eine solche hat auch Harris vermutet,
Die Lage ist nach den wenigen Anhaltspunkten bestimmt, bei der Form sind die
Tiefenverhältnisse berücksichtigt, die aber dann, wenn es sich um eine Interferenz
sich kreuzender Wellen handelt, nicht maßgebend sind. Auch hier im Ostbecken
halte ich die atlantische Welle für Tiden erzeugend und die Amphidromie für das
Produkt derselben und. ihrer Reflexionen von der Syrtenküste und deren Gegen-
küste (Kreta und Peleponnes). Die um 8% Pantellaria passierende atlantische
Welle wird etwa 11 bis 12® an der Küste von Barka reflektiert, ordnungsmäßig
die freie fortschreitende Welle des Ionischen Meeres liefern, die in der Haupt-
sache den Tiefen entsprechend fortschreitet, Da eine fortschreitende Welle von
Malta etwa 5 Stunden bis Syrien braucht, so kann hier nicht, wie im Westbecken,
eine stehende Schwingung entstehen, ganz abgesehen davon, daß die Welle die
Syrtenküste zuerst trifft und nicht direkt die syrische.
E. Das Ägäische Meer.
Dieses halte ich wie die Adria für einen Anhängsel des Ostbeckens, in
dem die Südhälfte in dem Bereich der Amphidromie (zwischen 2b bis 7%) fällt,
In der Nordhälfte schreitet die Welle in breiter Front in S—N-Richtung fort.
Die komplizierte Gliederung läßt hier infolge zahlreicher Reflexionen Verhält-
nisse entstehen, die an die des Australasiatischen Inselmeeres erinnern wird,
worauf der Verfasser schon früher”) hingewiesen hat.
F, Das Schwarze Meer.
Nicht nur die Weltmeere und größeren Nebenmeere werden durch die flut-
erzeugende Kraft von Sonne und Mond gestört, sondern auch kleinere ab-
geschlossene Becken, wie z. B. der Michigansee, zeigen Gezeitenbewegung: Nicht
nur im Schwarzen und Kaspischen Meer, sondern auch im Aralsee. wird die
) v. Sterneck (Generalmajor): Sitzungsbericht der Wiener Akademie, Bd. 117, 8. 151, oder
Krümmel: Handbuch, Bd, 11, S. 371 bis 372. ; .
) Wegemann: Beiträge zu den Gezeiten des Mittelmeeres. »Ann, d, Hydr., usw.« 1907, VII