Treibeis um Sücdatlantischen Ozean.
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Die während des Aufenthaltes von „Alster“ zwischen dem Eis gemessenen. Wassertemperaturen
schwankten von 29° bis 2,5° C., während vorher durchschnittlich 3° bis 4°C, gemessen wurden, jedoch
hatte eine größere Annäherung an eine Eismasse innerhalb der angewebenen Grenzen des Thermo-
meters keinen Einfluß auf dasselbe, cs wurden im Gegenteil beim ganz nahen Passieren eines Kisberges
18? C. gefunden.
Als vor eineny Eisberge abgehalten werden mußte, trat beim Passieren desselben in Lee eine
leichte Bö (Fallwind) ein, In der Nacht vorher war eine yleiche Bö beobachtet worden und ist wohl
anzunehmen, daß „Alster“ zu «ler betreffenden Zeit in Lee einer Eismasse passierte, obwohl eine solche
nicht zu sehen war,
Die Sichtweite der verschiedenen Berge war bei Tag als auch hei Nacht sehr verschieden, so
war ein Berg, welcher nachts schon längere Zeit in Sicht war umd nahebei passiert wurde, nach
Passieren desselben plötzlich nicht mehr zu schen, Auch bei Tag könnten Kismassen, welche schon
ange und «anz klar zu sehen waren, nur mit Mühe wiedergefunden werden, wenn sich ihre Be-
euchtung verändert hatte, und könnte wegen der sehr großen Kollisionsgefahr immer nur mit handigen
Segeln und unter dem schärfsten Ausguck gefahren werden. «
T. Bettaque,
Kaypt. der „Alster“.
Das Schiff »Alsterthal- sichtete am 17, September in 51,3° 8-Br. und
45,3° W-Lg. die ersten Eisberge, blieb aber, da das Schiff bei nördlichem Winde
2och reichlich ONO gutmachte, zunächst auf Backbordhalsen und sah sich erst
yezwungen zu wenden, als am 18, September sehr viel Berge und unzählige Eis-
stücke in Sicht kamen. Aber auch auf Steuerbordhalsen begegnete man großen
Schwierigkeiten, Kapt, Hellmich schreibt den folgenden
Eisbericht des Schiffes „Alksterthal“,
sAm 19. Tage von Iquique wurde Kap Horn passiert, Durch die vorherrschenden nördlichen
Winde, welche das Schiff schon südlich von 50° S im Atlantik antraf, war es unmöglich, die mittlere
Ronte einzuhalten, sondern „„Alsterthal“ wurde ziemlich östlich gedrängt. Am 17, September 5b N. in
etwa 51° 3 S und 48° 3' W sichteten die ersten Eisberge. Da es zu dieser Zeit noch immer nördlich
von ONO m. hinging, so blieben noch über B-B.-Halen liegen. Während der Nacht kamen noch
verschiedene Berge in Sicht, Am nächsten Morgen bei Tapwerden sichteten sehr viele Berge und
unzählige kleine Stücke, Da es nicht ratsam erschien, das Schiff noch weiter nach Osten laufen zu
jassen, so legten jetzt das Schiff (Sb V. 18, September) auf St-B.-Halsen, um so nach Westen und aus
der Fisgegend herauszulaufen, der Wind war noch immer nördlich und flax, Es kamen auch jetzt
2och immer neue Berge, umgeben von unzähligen kleinen Stücken, in Sicht, teilweise mit nur 2 bis
3 Sm und noch weniger Raum dazwischen, so daß es sehr schwierig war, von den Bergen klar zu
zteuern, mußten verschicdentlich abhalten. Ge 50 am nächsten Morgen (während der Nacht noch
sehr viele Berge passiert} am 18, September sichteten erst hohe Berge und dann mit einmal niedriges
Eis voraus und nach kurzer Zeit niedriges Eis von SW bis NNO, Zum Glück war es nur flau; des
Schiff lief nur 27. bis 3 Knoten, und so war 68 möglich, das Schiff noch in einem Abstand von 2,
bis 3/, Sm vor den Wind zu bekommen, um klar zu kommen von dem Eise, Bei Tagwerden stellte
sich. heraus, daß wir es mit einem kolossalen Eisfeld zu tun hatten, Die Ausdehnung der Trift war
in. O- bie W-Richtung und möchte wohl an 35 bis 40 Sm lang sein, denn die Enden waren nicht ab-
zuschen, Das ganze Sn war eine kampakte Masse, hatte verschiedene Ecken und Winkel mit steilen
Wänden, welche überall die gleiche Höhe von etwa 15 bis 20 m hatten, Die See hatte in die steilen
Wände verschiedene Höhlen eingewühlt, welche durch das Einlaufen des Wassers oder vielmehr der
Seen ein ziemliches Getöse, gleich fernem Donner, verursachten. a
Regelten bis Dunkelwerden in 2 bis 4 Sm Abstand des Feldes: in dieser Nähe war die
Brandung und das Donnern des herabstürzenden Kises deutlich zu hören, welches ziemlich häufig
vorkam, In 2 bis 5 Sm Abstand vom Felde trieben viele höhere Berge und unzählige kleine Stücke,
durch welche schwierig durchzukommen war. Der Wind war inzwischen etwas aufgefrischt und NNO
geholt, mıd so war es ans möglich, einen XW-lichen Kurs zu stenern. Des Nachmittags 30 peilte die
NW-Spitze «des Feldes in rır, NO, Den Abschluß der Spitze bildeten mehrere hohe Berge mit niedrigem
His dazwischen. Weiter nach Westen sichteten noch verschiedene Berge vor Dunkelwerden, während
ler Nacht keine, Am nächsten Morgen, 20, September, noch verschiedene kleine Berge and noch ein
kleineres Fell von 14 bis 2 Sm, welches sich wahrscheinlich von dem großen abgetrennt hatte.
Während des Tages noch verschiedene kleine Berge, welche wohl den Abschluß der ganzen Tuift
bildeten, denn anı 21. September morgens war nichts mehr zu sehen, Hatten während der Tage die
französische Viermastbark „Valparaiso“ bei uns.
Die ganze Anzahl der yesichteten größeren Berge mochte wohl dieht an 60 bis 70 betragen,
Die größten hiervon waren wohl an 150 bis 200 Fuß hoch und hatten einen Durchmesser von is bis
Sm. Die Form war sehr verschieden, einige waren platt, andere spitz, andere wieder in verschiedenen
Spitzen und sogar einer in der Form eines Se hwimmdocke, wo das Wasser in der Mitte hindurch-
spülte. Yon kleineren Stücken waren alle begleitet, und zwar die meisten waren in Lee davon. Nach
tn war das Feld in NS-Richtung an 15 bis 20 Sm breit, Es war während der Ba Zeit
klare Luft, und so war es uns möglich, auch des Nachts die Berge in 3 bis 4 Sm Abstand zu sehen;
meistens schienen sie etwas heller als die Laft und dichter bei, weiß. Die Temperatur des Wassers
war zwischen dem Eise schr verschieden, zwischen + 11% und 21,° €, ganz dicht bei + 14,“ C.+
W. Hellmich,
Führer des Schiffes „Alsterthal“,