Dr. W.Klos ter: Bewölkungs-, Nioderschlags-11. Gewitterverhältnisse d. westind. Gewässer u. d. angrenz. Landmassen. 35
„A day with thunderstorm is one on which thunder is distinctly heard at the Station during the
day, whether or not lightning is seen or rain falls at the Station.“
Dagegen scheint in Mexiko keine einheitliche Vorschrift betreffs der Zählung der Gewittertage
zu bestehen. Von einigen Stationen wird nur die Anzahl der Tage mit relámpagos (Blitzen) oder relam
pagueo (Wetterleuchten) angegeben, von anderen daneben auch die mit truenos (Donner). In einzelnen
Jahrgängen findet sich auch die Angabe der Tage mit tempestad (Gewitter). Dagegen ist die Bezeich
nung „dias con manifestaciones eléctricas“ in einer Zusammenstellung im Boletín mensual (1911, 853)
ganz unbestimmt. Ein Vergleich dieser Daten mit den für dieselben Jahre und Orte an anderer Stelle
gefundenen Weiden ergab verschiedentlich keine Übereinstimmung. Es wurde daher diese Quelle, die
zudem für manche Jahre nur lückenhafte Reihen gab, nur mit Vorbehalt benutzt.
Für Guatemala werden von Sapper in der M. Z. allerdings nur für wenige Stationen mit einer
geringen Zahl von Beobachtungsjahren Werte mitgeteilt, die der oben gegebenen Definition entsprechen.
Von Guatemala Stadt liegen Blitz- und Donnerbeobachtungen getrennt vor, desgleichen von San Sal
vador. San José de Costarica gibt brauchbare Mittel von 6 Jahren, dagegen ist Nicaragua und Panama
nur mit einjährigen Beobachtungen vertreten. Der Norden Südamerikas weist nur eine geringe Anzahl
von Gewitterstationen auf, doch scheinen alle Beobachtungen nach dem international vereinbarten Schema
gemacht zu sein. Die Inselwelt ist ausreichend mit Gewitterstationen bedacht. Da diese z. T. dem Beob
achtungsnetz der Vereinigten Staaten angegliedert oder aber gemäß den Beobachtungsvorschriften der
hier vertretenen europäischen Mächte organisiert sind, so können wir das von ihnen gebotene Material
als brauchbar bezeichnen.
Vom Meere stehen uns die wachenweisen Beobachtungen nach den Schiffsjournalen zur Verfügung.
Es kommen dabei für unsere Zwecke die Beaufort’schen Bezeichnungen 1 (lightning) = Blitzen
und t (thunder) = Donner in Betracht. Wollen wir vergleichbare Werte mit denen des Landes anstreben,
so dürfen wir nur diejenigen Wachen berücksichtigen, an denen t entweder allein oder in Verbindung
mit 1 notiert ist. Bei den älteren Untersuchungen über die Gewitterhäufigkeit auf den Ozeanen ist eine
solche Scheidung meist nicht vorgenommen worden, sondern es sind alle Tage mit elektrischen Erschei
nungen überhaupt als Gewittertage in Rechnung gestellt worden [14,28; 104,14]. Meinardus hat in
seiner Bearbeitung der klimatischen Verhältnisse des Indischen Ozeans [79, Tab. 40 u. 41] und in einer
ausführlicheren Mitteilung über die Gewitter Verhältnisse auf dem Ozean [81, 506] jedoch nur die Donner
beobachtungen zur Untersuchung herangezogen. In seiner Arbeit über „die jährliche Verteilung der
Gewitter und Böen auf dem Nordatlantischen Ozean und an dessen Küsten“ [64] gibt Koppen zwar auch
die Donnerbeobachtungen getrennt von denen mit elektrischen Erscheinungen überhaupt, aber ent
sprechend der verwendeten Quelle nur wachenweise, so daß ein strenger Vergleich mit den mitgeteilten
Werten der angrenzenden Festländer nicht möglich ist.
Wie Koppen diese Zusammenstellung auf eine Anregung von technisch interessierter Seite
machte, so möge auch unsere Untersuchung einiges Material zur Kenntnis der jährlichen und täglichen
Periode jener elektrischen Erscheinungen herbeischaffen, die im funkentelegraphischen Betrieb als
„atmosphärische Störungen“ hindernd auftreten. A. Slaby klagt (Elektroteohn. Zeitschr. 1901, 42): „Wer
sich praktisch mit Funkentelegraphie beschäftigt hat, weiß, wie unerträglich häufig die Störungen sind,
welche die Luftelektrizität herbeiführt“. Darum hat der Elektrotechniker diesen Erscheinungen, „mit denen
er in fast beständigem Kampfe lebt“, besonderes Interesse zugewandt nach dem Grundsätze, daß „je
genauer wir unseren Feind kennen, wir um so mehr Aussicht haben, uns seiner wirksam zu erwehren.“
[71,962]. In einem Aufsatze über den „Einfluß meteorologischer Faktoren auf die drahtlose Telegraphie“
[75] faßt P. Ludewig die Ergebnisse der Untersuchungen in dieser Richtung zusammen. Seiner Auf
forderung, auch von meteorologischer Seite diesem Gebiete mehr Aufmerksamkeit entgegen zu bringen,
kommt der Verfasser um so lieber nach, als er im Felde als Funker die häufig recht unliebsamen atmo
sphärischen Störungen oder „Irrgänger“, wie Ludewig diese Erscheinungen bezeichnet, aus eigener
Anschauung genugsam kennen lernen konnte. Da als solche nicht nur die echten, also mit Donnererschei