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Full text: 39, 1921

H. M ahnkopf: Die Auslösung der funkentelegr. Nauener Zeitsignale durch, die Deutsche Seewarte. 
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Die gesuchte Reaktionszeit des Relais ist ax—a 2 . Für die wegen der Relaisverzögerung korrigierte 
Ablesung der Signalzeichen ergibt sich also 
s 0 = s—(ai—a 2 ), 
s 0 ist aber der negative Stand der Arbeitsuhr, wie er aus dem Signal folgt. — 
Wenn außerdem die Signale auch noch durch ein Telephon abgehört werden sollen, so ist das 
letztere unter Einschaltung eines entsprechend hohen Widerstandes zum Relais R parallel zu schalten. 
Unter Anwendung dieser Schaltung für automatische Aufnahme von. Signalen läßt sich bei der 
Registrierung eines Onogo-Signals eine Genauigkeit von einigen Tausendstelsekunden erreichen. Bei 
den Relaisaufnahmen des Geodätischen Instituts beträgt der m. F. einer Bestimmung der Relaisver 
zögerung ±0 S .004. Die Frage ist, inwiefern die heutzutage vorhandenen FT-Empfangseinrichtungen hin 
reichen, um eine sichere Registrierung von Zeitzeichen in dieser oder einer ähnlichen Form zu ermög 
lichen. Es ist bereits erwähnt worden, daß vorläufig, auch bei Verwendung eines guten Lautverstärkers 
und eines zuverlässigen hochempfindlichen Registrierrelais, noch allerlei Schwierigkeiten auftreten. Zwar 
sind jetzt alle Fragen, die die mechanische Aufnahme von Funkzeichen betreffen, als gelöst zu betrachten; 
jedoch wird vorläufig eine Verwendung der in der funkentelegraphischen Praxis gebräuchlichen Vorrich 
tungen seitens wissenschaftlicher Institute in vielen Fällen an der Kostenfrage scheitern. Durch 
Anstellung weiterer Versuche wird angestrebt werden, die für die automatische Registrierung von Zeit 
zeichen nötige Apparatur zu vereinfachen und zu verfeinern. — Die Registrierung der Signale auf photo 
graphischem Wege (also mit dem „Lichtschreiber“) ist, wie noch erwähnt werden möge, auf der Seewarte 
bisher nicht angewandt worden. — 
Wenn die Zeit des Empfangs von Funkzeichen mit der größten Schärfe bestimmt werden soll, also 
z. B. bei den genauesten Ermittlungen von geographischen Längenunterschieden, kann, wie bereits betont 
worden ist, die mechanische Registrierung der Zeichen nicht entbehrt werden. In den letzten Jahren 
haben nun die Koinzidenzsignale, die man ja als .„wissenschaftliche Signale“ bezeichnet, eine sehr aus 
gedehnte Verwendung gefunden. Bei ihrer Aufnahme mit dem Telephon (eine dazu sehr geeignete 
Schaltung ist auf S. 29 erwähnt worden) läßt sich eine innere Genauigkeit von wenigen Tausendstel 
sekunden erreichen. Aber auch hier gibt die innere Sicherheit der Aufnahme keinen brauchbaren 
Maßstab für die Güte der Methode ab. Die bisher angestellten Versuche deuten an, daß man bei der Auf 
fassung der Koinzidenzen mit dem Auftreten einer persönlichen Gleichung zu rechnen hat, die bei dem 
einzelnen Beobachter nicht konstant ist und deren Existenz sich auch darin äußert, daß Unterschiede syste 
matischer Art auftreten, wenn verschiedene Beobachter die gleichen Koinzidenzen auffassen. Mit Hilfe 
dieser Signale lassen sich demnach die benutzten Uhren verschiedener Empfangsstationen kaum genauer 
als bis auf einige Hundertteile der Sekunde miteinander vergleichen, und die Methode wird hinsichtlich 
der erreichbaren Genauigkeit schwerlich geeignet sein, das bei genauen Längenbestimmungen unter 
Benutzung der Telegraphenleitung bisher verwandte Verfahren der Uhrvergleichung zu ersetzen. — 
Wir kommen also wiederum auf die selbsttätige Registrierung der Zeitzeichen zurück. Die oben behan 
delte Bestimmung der Reaktionszeit der benutzten Registriervorrichtungen ersetzt dabei gewissermaßen 
den bei der telegraphischen Längenübertragung erforderlichen „Ausgleich der Stromstärken“. Art und 
Form der Signale sind bei Amvendung der automatischen Registrierung von untergeordneter Bedeutung. 
Eine gewisse Anzahl von Zeichen ist zur Erzielung einer hohen Genauigkeit natürlich erforderlich, bei 
Benutzung der oben (s. S. 36) angegebenen Schaltung zur Bestimmung der „Relaisverzögerung“ auch 
eine hinreichend große Zahl von Signal-„Striclien“. — Im übrigen wird es wohl noch einiger Unter 
suchungen und der Anstellung von Versuchen bedürfen, um alle hier angedeuteten Fragen, die gelegent 
lich unserer Betrachtungen über die beim Nauener FT-Zeitdienst gemachten Erfahrungen auf getaucht 
sind, voll und ganz zu klären. Indessen gilt es schon jetzt als sicher, daß in Zukunft bei der Ausführung 
von sehr genauen Längenbestimmungen die Telegraphenleitung nicht mehr verwandt zu werden braucht, 
da betreffs der erreichbaren Genauigkeit die gewöhnliche Telegraphie vollkommen ersetzt werden kann 
durch die Funkentelegraphie.
	        
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