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Full text: 43, 1925

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Die wirtschaftlichen Schäden der tropischen Wirbel stürme. 
Nach Semper 1 ) fallen die verwüstenden Taifune auf den Philippinen mit dem Monsutnwechsel 
zusammen. „Wehe den Pflanzen und Tieren, den Menschen in ihren Hütten und an Bord der im Hafen 
ankernden Schiffe, wenn . . . der gefürchtete Bagio eintritt, der im Herbst viel heftiger ist als im 
Frühling. Im heftigsten Anlauf reißt der Wind ganze Waldungen in den Bergen nieder, Wolkenbrüche 
schwellen Gießbäche und Ströme bis zu verheerenden Überflutungen an, die Schiffe reißt der durch alle 
Richtungen der Windrose sich drehende Sturmwind von ihren Ankern ab auf die Untiefen und Klippen“. 
Die Wirbelstürme sind also auf den Philippinen ein sehr wichtiger klimatischer Faktor für die 
Wirtschaft. Am meisten sind die nördlichen Inseln in Mitleidenschaft gezogen, wo überdies die Wind- 
und Regenböen viel intensiver auftreten 2 ). Außer den Verwüstungen an Häusern erleidet die Wirtschaft 
hauptsächlich durch Überschwemmungen Schaden (Zuckerrohr, Reis, Tabak und Kaffee) 3 ). Die Strandungs 
gefahr für Schiffe ist sehr groß. 
c) .Südostasiatische Küste. 
(Cocbinchina, Annara und Tongking.) 
Über die Wirkung der Taifune in diesem langen Küstengebiet ist wenig zu sagen. Wohl erreichen 
jährlich eine beträchtliche Anzahl die Küste; doch einesteils ist auf dem langen Weg — das Ursprungs 
gebiet liegt unmittelbar westlich oder östlich der Philippinen — ihre Kraft meist schon wesentlich 
gemindert, andererseits ist in diesem Gebiete die Witterung ohnedies in der Taifunzeit aus anderen 
Gründen so beschaffen, wie sie es auf Grund der Wirbelstürme sein könnte. In der heißen Jahreszeit 
fallen sintflutartige Regen, regenreiche Gewitter sind sehr häufig und haben gewaltige Flußüberschwemmungen 
im Gefolge 4 ). In den eigentlichen Taifunmonaten schon von April bis Anfang Oktober sind diese 
Gegenden orkanfrei. Der nördliche Teil des Golfes von Tongking wird gelegentlich auch schon früher 
heimgesucht, z. B. Ende September 1904, wo ein Taifun in der Gegend von Pakhoi beträchtlichen Schaden 
anrichtete 5 ). Auf dem Lande kamen dabei hunderttausende Menschen ums Leben und die zweite 
Reisernte wurde vernichtet. Bedeutende Wirbelstürme ereigneten sich ferner noch: 
Ende Oktober 1900 in Annam: 1600 Menschen kamen ums Leben, 4850 Personen wurden obdachlos 6 ). 
1. Mai 1904. Beträchtlicher Schaden im Tal des Flusses Saigon 7 ). 
Auf dem Lande scheint sonst eine derartige Intensität selten zu sein. Auf dem Meere jedoch sind 
die Taifune in diesen Gegenden besonders gefürchtet 8 ). 
d) Südchinesische Küste (Provinz Kwang-tung). 
In diesen Küstengebieten ereignen sich jene schweren Katastrophen, durch die die ostasiatischen 
Taifune so berüchtigt geworden sind. Gemäß der geschilderten Wanderung der Gefahrzone kommen 
diese Gegenden gerade in der eigentlichen Taifunzeit in das Gefahrgebiet zu liegen. August und 
September sind die schlimmsten Monate. Glücklicherweise wird die Wirkung gerade der stärksten Taifune 
beim Landen bedeutend geschwächt und nur die unmittelbar an der Küste gelegenen Plätze haben unter 
ihnen schwerer zu leiden. Die meiste Zerstörung geht von der Orkanwelle aus 9 ). So sind zum Beispiel 
in Kanton, das nicht am freien Meer liegt, verderbliche Taifune selten zu spüren, während in Makao und 
Hongkong große Katastrophen sehr häufig sind. Taifune, die sich zur Zeit der Herbst-Tag- und Nacht 
gleichen ereignen, sind besonders gefürchtet 10 ). Auf einige Taifune ist alljährlich bestimmt zu rechnen. 
Man kann etwa annehmen, daß wenigstens ein Viertel aller ostasiatischen Taifune in diesem Küstengebiet 
landet 11 ). Genauere Nachrichten liegen aber nur von einzelnen besonders wichtigen Punkten vor: Hongkong, 
Makao und Swatau, die wegen ihrer Bedeutung als Welthandelshäfen von allgemeinem Interesse sind. 
Am empfindlichsten sind immer die Verluste in Hongkong gewesen; soweit es sich zurückverfolgen läßt, 
ist dort ungefähr alle 30 Jahre auf eine große Katastrophe zu rechnen, nämlich 1780, 1844, 1874, 1906 1S ). 
Sehr erheblich w'aren auch die Taifune von 1900 und 1923. Meistens wird bei den Hongkong-Taifunen 
auch das über 50 Seemeilen entfernt gelegene Makao in Mitleidenschaft gezogen. 
*) (117), S. 37. "J Bergholz (9), S. 43. s ) Besonders im Jahre 18S9/90. 4 ) Hann (43). II. S. 256. 5 ) Ann. Hydr. 1907, S. 137. 
*) D. R. f. G. Bd. 23, S. 140. ') Kroc (41). 8 ) Vgl, hierzu Dampier (23), I. S. 586 und Francisci (38), S. 1090. 9 ) Algue (4), 
S. 169 ff. 10 ) (7) III. S. 964. ") M. W. R. 1916. ,2 ) Ibler in Köln. Volkszeitung, 27. IX. 1912.
	        
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