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Volltext: 55, 1936

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 55. Bd. Nr. X 
Bunthaus — Elbbrücken : (dazu Figur 2). 
Das Oberflächenwasser der Norderelbe auf dieser Strecke zeigt von der Gabelung des Stromes bis nach 
Hamburg zu einer bestimmten Zeit konstante Kalkgehaltsverteilung. Jahreszeitlich betrachtet können Schwankun 
gen von über 0,6 auftreten. Dieselben jahreszeitlichen Unterschiede wie bei Geesthacht und Bunthaus treten auch 
hier bei allen Stationen auf. Im Sommer werden die niedrigsten und im Herbst die höchsten Werte erreicht. An 
fang Juli 1932 war der Kalkgehalt fast genau so groß wie im Frühjahr des nächsten Jahres. Dann trat eine wei 
tere Abnahme infolge Kalkentzug wahrscheinlich durch Organismen ein, so daß der Gehalt von rund 1,75 auf 
1,45 sank. Im August 1932 hatte der Gehalt wieder auf 1,5 zugenommen und gegen Ende des Monats war der 
Anfangswert von rund 1,75 wieder erreicht. Die täglichen Schwankungen scheinen nicht sehr ausgeprägt zu sein. 
Kalkwerte von bei Berg- und Talfahrt geschöpften Wasserproben zeigen keine bemerkenswerten Unterschiede. 
Nur ein kleines Minimum bei Over oder Bunthaus, wahrscheinlich je nach dem Tideneinfluß flußauf- oder fluß 
abwärts verschoben, konnte festgestellt, aber nicht erklärt werden. Vielleicht handelt es sich hier um eine lokale 
Erscheinung biologischen Ursprungs. 
Am 25. August und 20. Oktober 1932 sind Proben aus der Alten Dove-Elbe, einem Stillwasser, unter 
sucht worden. 
am 25. 8. 32. 
Doveelbmündung A f597 = 1,720 
Billwärder Konkave 1,775 
Holzhafen 1,680 
am 20. 10.32. 
1,945 mäquiv/L 
1,995 
1.970 
Während die Norderelbe im August Werte von durchschnittlich 1,74 und im Oktober desselben Jahres von 1,96 
aufweist, zeigt das wenig bewegte Wasser der Alten Doveelbe in der Mitte des Gewässers höhere und in der inner 
sten Bucht niedrigere Werte als die Norderelbe. Vielleicht können sich hier die biologischen Prozesse bei fast 
stehendem Gewässer ungestörter abspielen als im Strom, so daß dadurch die unterschiedlichen Werte zu er 
klären sind. 
Elbbrücken — Hafen: 
Hinter den Elbbrücken wird das Norderelbwasser durchweg von den Hamburger Abwässern und den in 
ihnen sich abspiegelnden biologischen Stoffwechselumsetzungen beeinflußt. Daß wir noch oberhalb der Elbbrücken 
bis zur Mündung der Doveelbe, wahrscheinlich je nach der Oberwasserführung auch noch weiter flußaufwärts 
Einflüsse des Hamburger Wassers bemerken können, haben systematische Untersuchungen des Hamburgischen 
Hygienischen Staatsinstitutes gezeigt. Nach den vorliegenden Ergebnissen muß man annehmen, 
daß der Kalkentzug in diesem Gebiet die Kalkzufuhr überwiegt, so daß allgemein von einer biogenen Entkalkung 
gesprochen werden kann (siehe S. 18). 
Für die Zeit vom 28. 7. 32 bis 20. 4. 33 ergeben die Beobachtungen einen angenäherten Mittelwert von 
1.722 mäquiv/L. Vergleichen wir diesen Wert mit denen für Bunthaus und Geesthacht, so ist er immer noch 
um ca. 0,12 mäquiv/L niedriger als die entsprechenden weiter flußaufwärts gewonnenen. Nehmen wir aus rund 
50 Beobachtungen von der Norder- und Süderelbe und den dazwischenliegenden Hafenbecken die Werte zu den 
obigen vom Juli 32 bis April 33 hinzu, so steigt der Wert auf 1,740 mäquiv/L. Dies gilt für den im Wasser 
gelösten Kalkgehalt. Unfiltrierte Proben ergaben für die Zeit vom 27. 5. 33 bis 29. 7. 33 einen Durchschnitts 
wert von 1,967, während der entsprechende für quantitativ filtrierte Proben nur 1,759 mäquiv/L betrug. Der 
Unterschied beträgt also durchschnittlich AA {u . f) = 0,208 mäquiv/L. Solches AA ist im Durchschnitt auf der 
Oberelbe nicht anzutreffen. Das AA für dieses Gebiet beträgt rund 0,150 mäquiv/L. Nur Geesthacht zeigte am 
14. 9. 33 ein sehr hohes AA von 0,221 (A u = 2,081 und A im = 1,860). Geesthacht enthält durchschnittlich 
mehr Kalk suspendiert als Bunthaus und die Hafenwässer bei Hamburg im allgemeinen mehr als Geesthacht. 
Der überaus große AA-Wert für Hafenwasser wird wahrscheinlich nicht aus anorganischen Kalkpartikelchen 
allein bestehen, sondern auch aus organischem Kalk des Zooplanktons (siehe Volk 1907). Folgende Zusammen 
stellung gibt einige extreme Werte für Kalkgehalt an der Nordseite der Hafengewässer: 
28. 7. 32 Magdeburger Hafen 1,404 mäquiv/L 
28. 7. 32 Norderelbe 1,402 
4. 8. 32 Norderelbe 1,509 
1. 12. 32 Stadtdeich 1,995 
20. 4. 33 Norderelbe 1,765 
Die ersten drei Werte waren rund 0,06 niedriger als die zur selben Zeit bei Bunthaus beobachteten. Die letzten 
beiden Werte zeigten sogar annähernd dieselbe Größe wie bei Geesthacht, so daß zu dieser Zeit der Kalkgehalt 
im Oberflächenwasser auf der ganzen Strecke von Geesthacht bis Hamburger Hafen so gut wie ausgeglichen war.
	        
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