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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1920 ISTr. 3 —
reichende Angaben nicht vor. Von der 22. bis 40. Wettbewerb-Prüfung waren nachstehende Chrono
meterin acher als Sachverständige tätig; die den Namen in Klammern beigefügten Zahlen geben dabei
an, an wie viel Prüfungen die einzelnen beteiligt waren:
Deneker (12), Eschholz (2), Grießbach (1), A. Meier (1), W. Meier (Chron.-Werke) (3), I. E. W.
Sackmann (7), E. Sackmann (8), Schlesicky (11), Schnoor (1), Prof. Straßer (18), Tietz (1), Wiegand (6).
Außerdem war der Uhrmacher der Deutschen Seewarte E. Bröcking 11 mal als Ersatzmitglied und
als Beirat der Deutschen Seewarte, darunter einige Mal auch als Sachverständiger tätig.
Leider sind aus der Zahl dieser Sachverständigen die Chronometermacher L. Eschholz in
Hannover, I. E. W. Sackmann in Altona, F. Deneker in Hamburg und kürzlich der Direktor der Deutschen
Uhrmacherschule in Glashütte i. Sa. Prof. L. Straßer durch den Tod ausgeschieden. Die vier Genannten
haben durch Rat und Tat wesentlich zu der Schaffung und Förderung der deutschen Chronometer-
Industrie beigetragen und sich durch ihre Tätigkeit das Recht auf dauernde Anerkennung bei den
Fabrikanten und der Marine erworben.
Es möge bei dieser Gelegenheit erwähnt werden, daß sich seit einigen Jahren am Anfang und
zeitweilig auch am Schluß der Wettbewerb-Prüfungen an die Besichtigung der Instrumente in der
Regel eine Besprechung und Beratung über Chronometerangelegenheiten anschloß. Da bei diesen Be
sprechungen häufig, in den letzten Jahren regelmäßig Vertreter des Reichs-Marine-Amtes und der
beiden Observatorien in Kiel und Wilhelmshaven, sowie außer oben genannten Sachverständigen auch
andere Vertreter aus Fabrikantenkreisen zugegen waren, so bot sich hierdurch Gelegenheit zu einem
regen Meinungsaustausch und zu einer engen Fühlungnahme zwischen den Fabrikanten und der auf
traggebenden Behörde. Dieses regelmäßige, zielbewußte Zusammenarbeiten hat viel zum gegenseitigen
Verstehen und zur Förderung der Sache beigetragen.
3. Art der Prüfung und Beurteilung.
' Die Art der Prüfung bestand lange Zeit hindurch nur in einer Temperatur-Untersuchung. Ab
gesehen von der ersten Prüfung, fanden die Untersuchungen im Winter statt. Dies hatte den Vorteil,,
daß auch bei den tieferen Temperaturen von der Verwendung künstlicher Kälte abgesehen werden
konnte. Weiter war es nicht erforderlich, die Chronometer während der Prüfung von der Stelle zu
nehmen.
Die Prüfung fand in den Grenzen von 5° C bis 30° C statt, und zwar in je zehntägigen Tempe
raturabschnitten. Die Anordnung war, abgesehen von den ersten Prüfungen, symmetrisch. Die ein
zelnen Temperaturabschnitte folgten mit einem Temperaturunterschied von 5° aufeinander. Ein genaues
Bild gibt jeder in den „Annalen der Hydrographie usw.“ veröffentlichte Bericht. Von der 38. Prüfung
(1914) ab wurde von einer Prüfung bei 5° Abstand genommen, da infolge der auf den meisten Schiffen
jetzt vorhandenen Heizvorrichtungen die Notwendigkeit hierfür nicht mehr bestand. Gleichzeitig wurden
die einzelnen Temperaturabschnitte von je 10 Tagen auf je 8 Tage verkürzt. Hierdurch gelang es, die
Gesamtdauer der Prüfung zeitlich etwas zusammenzudrängen.
Das Bestreben nach einer weiteren Verfeinerung der Bauart und der Leistungen der Chronometer
führte im Jahre 1904 zu der Einführung der sogenannten Gangtag- oder Z u g f e d e r p r ti f u n g.
Durch diese Prüfung soll der Gangunterschied eines Chronometers festgestellt werden, der sich zeigt,
je nach dem die erste oder die zweite Hälfte der Zugfeder arbeitet. Ist dieser Unterschied gering, so*
hat das Nichtaufziehen eines Chronometers an einem Tage auch nur einen geringen Einfluß auf den
Stand. Der ursprünglich auf 1,50 Sek. festgesetzte Höchstwert dieses Unterschiedes konnte bereits
von der 34. Prüfung ab (1910) infolge der sorgfältigeren Feinstellung auf 1,00 Sekunden herabgesetzt
werden.