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Full text: 38, 1920

A. Schnmacher: Über beträchtl. Temperaturänderungen von Tag zu Tag im Gebiet der deutschen Nordseeküste. 28 
Im Winter 39 > fällt bei den Abnahmen als Ausgangsquadrant besonders der NE auf (21 % statt 
10 % in der allgemeinen Windverteilung), unter den Endquadranten tritt die Begünstigung der östlichen 
Richtungen deutlich hervor (NE 26 statt 10 %, SE 38 statt 27 %). Bei den winterlichen Zunahmen, ist 
unter den Ausgangsrichtungen besonders der SE begünstigt (bei 44% der beträchtlichen Zunahmen wehte 
am Vortage SE, gegenüber 27% SE-Winden in der Verteilung aller Winde), unter den Endrichtungen 
der SW (60 % statt 40 %). 
Umgekehrt tritt im S o m m e r der SE (und SW) unter den Ausgangsquadranten bei den Ab 
nahmen hervor, während als Endrichtung besonders der NW ausgezeichnet ist. Als Endrichtung der die 
Zunahmen begleitenden Winde sind besonders der SE- und danach der SW-Quadrant ausgezeichnet. 
Die Verteilung der beträchtlichen Aenderungen der Temperatur 
auf die Quadranten an den einzelnen Stationen im Winter und Sommer. 
A. Winter. 
1. Musterung cles gesamten Materials (Tabelle VIII). 
Abnahmen: Wie zu erwarten, bietet Borkum bezüglich der Verteilung der beträchtlichen Ände 
rungen der Temperatur nach Windrichtungen im allgemeinen das ausgeprägteste und am meisten ein 
leuchtende Bild. Die Mehrzahl der beträchtlichen winterlichen Abnahmen finden wir hier verbunden 
mit gleichzeitigen östlichen Winden; auf SE als Endquadranten entfallen morgens, mittags und abends 
mehr als die Hälfte aller Fälle (56.7, 51.1, 51.2 %). Bezüglich des gleichzeitigen W echsels der Rich 
tungen zwischen Ausgangs- und Endtermin ist zu sagen, daß wieder fast die eine Hälfte der 
Temperaturänderungen an allen drei Terminen, besonders morgens, von Winden begleitet wird, die 
zwischen NE und SE wechseln oder dauernd aus einem dieser Quadranten wehen. In die vier Felder 
oben links (a, b, e, f der Erläuterungsfigur auf S. 20) finden wir morgens 29 von insgesamt 60, nach 
mittags 21 von 45, abends 18 von 43 Fällen eingetragen. Südwestwinde mit gleichzeitigem beträchtlichen 
Temperatursturz sind in Borkum recht selten; gleichzeitigen Nord-West finden wir ausschließlich, und 
nur spärlich, am Abendtermin. 
Von den beiden anderen Stationen entspricht auf den ersten Blick am wenigsten die Verteilung 
in Wilhelmshaven den allgemeinen Vorstellungen von abkühlenden winterlichen E-Winden und 
erwärmenden SW-Winden. Am Endtermin überwiegen morgens und abends unter den gleichzeitigen 
Winden die westlichen Quadranten, nur am Nachmittage treten die östlichen Winde etwas mehr 
hervor. Geradezu im Gegensatz zu Borkum ist hier festzustellen, daß fast die Hälfte der Abnahmen am 
Morgen und Abend von Winden begleitet wird, die zwischen NW und SW wechseln, oder ständig in 
einem der beiden Quadranten (vor allem SW) verweilen. (8 a : 58 von 121, 8 p : 43 von 89 Fällen.) 
Winter N 
NE 
E 
SE 
S 
SW 
W 
NW 
C 
Sommer N 
NE 
E 
SE 
s 
SW 
W 
NW 
C 
Bremen .... 4.2 
6.4 
10.0 
16.6 
9.8 
25.7 
15.2 
7.6 
4.5 
Bremen . . . 6.4 
8.6 
7.6 
11.8 
6.4 
17.5 
16.3 
20.4 
5.0 
Vs (Bo. + IVhv. 
Vs (Bo.+Wliv. 
+ Hamburg) 4.8 
6.9 
10.5 
13.9 
10.7 
27.2 
13.7 
8.0 
4.2 
+ Hamburg) 13.3 
10.7 
7.9 
8.3 
5.4 
15.4 
15 3 
18.8 
4.9 
(Hambg. allein: 8.4 
9.0 
9.8 
10.7 
4.8 
17.2 
18.5 
19.0 
2.6 
Im Winter 
stellt 
Bremen 
nach 
diesem Vergleich 
die mittleren Verhältnisse 
also 
genü 
gend genau 
dar. 
Im 
Sommer finden sich größere Abweichungen: die Nord- und Nordostwinde gewinnen im Mittel Borkum, Wilhelms 
haven, Hamburg gegenüber Bremen auf Kosten der SE- und SW-Winde (Einwirkung der Seebrise an den Küsten 
stationen auf die Verteilung). Bei besser geeignetem Vergleichsmaterial für den Sommer würde z. B. die Bevor 
zugung der SE- (und SW-)Richtungen als Ausgangsquadrant bei den beträchtlichen Abnahmen und als End 
quadrant bei den beträchtlichen Zunahmen noch etwas deutlicher werden. 
39 ) In den nachstehenden Betrachtungen bedeutet, so weit das Gegenteil nicht ausdrücklich hervorgehoben ist, 
z. B. „SW-Wind, Wind aus südwestlicher Richtung, südwestliche Winde“ stets dasselbe: den ganzen SW-Quadranten 
von S—WSW. Entsprechend sind unter „Ostwinäe, östliche Winde“ u. ä. stets der NE- und SE-Quadrant (N—SSE) zu 
sammen zu verstehen.
	        
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