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Full text: 38, 1920

A. Schumacher: Über betriichtl. Temperaturänderungen von Tag- zu Tag im Gebiet der deutschen Nordseekiiste. 13 
(Nordschweden und Finnland melden in diesen Tagen Temperaturmaxima von —20° und -minima 
von —83°!), so daß an unseren drei Stationen der Temperatursturz 6—11° beträgt. Schon bis zum 
Morgentermin des 31. sind die beträchtlichen Abnahmen allgemein, dabei bleibt der Himmel zunächst 
noch bedeckt und klärt erst im Laute des Tages auf 26 ). 
21./22. Januar 1907. Am 20. Januar abends lagert ein Hochdruckgebiet (Kern zeitweise 800 mm 
über dem Finnischen Meerbusen!) über Nordosteuropa, gleichfalls hoher Druck über dem Gebiet des 
englischen Kanals. Dazwischen zieht sich eine flache Furche geringeren Drucks (unter 770 mm) von 
der Nordsee über Jütland und die Beltsee südostwärts. Unser Gebiet hat bei leichten oder schwachen 
ozeanischen Winden Temperaturen von 3 bis 5° (3 bis 4° über normal). Schon im Laufe des 21. sind 
erhebliche Abnahmen an allen Stationen zu verzeichnen, je mehr das Hochdruckgebiet sich siidwest- 
wärts ausdehnt. Am heftigsten ist jedoch der Temperatursturz in den 24 Stunden bis zum Morgen des 
22. (12—14°). Die Winde, die schon am 21. vorwiegend östlicher Richtung waren, haben merklich auf 
gefrischt, und Hand in Hand damit geht ein allgemeines völliges Aufklaren in der Nacht vom 21. auf 
den 22. Januar 27 ). 
12. Januar 1891. Mittel- und Westeuropa haben am 11. Januar morgens, wie schon an den 
Vortagen, bei hohem Luftdruck nebliges, z. T. heiteres Wetter mit strengem Frost (winterlicher 
Strahlungstyp). Bei leichten örtlichen Westwinden betragen die Temperaturen an der Nordseeküste 
—10° bis —15° und liegen um ebenso viel unter der Normale. Bis zum 12. morgens entwickelt sich 
über der südöstlichen Ostsee ein flaches Teiltief als Ausläufer des nordeuropäischen Tiefs und bewirkt 
für die Nordseeküste ausgesprochen atlantische, wenn auch mäßige Winde, allgemeine Bewölkung, 
Nebel und Regen. Dieser Wetterumschlag bewirkt für Wilhelmshaven den überhaupt größten Tem 
peratursprung von 16.6° (auch am Abend des 11. sind schon beträchtliche Zunahmen zu verzeichnen). 
6./7. Februar 1912. Ein Hochdruckgebiet mit Kern über 770 mm über Südrußland erstreckt sich 
am 5. Februar morgens bis zur Nordsee. Die Nordseeküste hat, wie fast ganz Deutschland, bei 
schwachen, östlichen Winden heiteres, sehr strenges Frostwetter (—13° bis —16°, d. i.: 14 bis 16° zu 
tief). Am 6. und mehr noch am 7. steht unsere Gegend unter dem Einfluß eines atlantischen Tiefs, 
dessen Kern (unter 725 mm) westlich von Irland liegt. Bei bedecktem Himmel wehen schwache bis 
mäßige Winde, deren ozeanische Herkunft namentlich am 7. auf der Wetterkarte klar hervortritt. Der 
Temperaturanstieg vom 5. zum 6. beträgt an unseren Stationen 8 bis 12°, so daß also auch am 6. 
morgens noch allgemein Frost herrscht, und erst am 7. nach nochmaligem großen Sprung allgemein 
Tauwetter eintritt. Die Morgentemperaturen vom 5. und vom 7. Februar unterscheiden sich in Borkum 
um etwa 16°, in Hamburg um 19° und in Wilhelmshaven um mehr als 20°. 
4. Gleichzeitige beträchtliche Änderungen mit entgegengesetztem Vorzeichen. 
Dem an sich naheliegenden Versuch, eine Statistik über die Gleichzeitigkeit der beträchtlichen 
oder wenigstens der großen Änderungen aufzustellen, steht das Bedenken entgegen, daß der untersuchte 
Bezirk recht klein ist. Daher dürfte es beispielsweise nur von bedingtem Interesse sein, zu erfahren, wie 
oft Borkum oder Hamburg „allein“ von den drei Stationen eine beträchtliche oder große Änderung auf 
weist, da sofort die Frage nach dem Verhalten der holländischen und ostdeutschen Nachbarstationen auf 
26 ) Dieser Wetterumschlag ist als außerordentlich folgenschwer vielfach besprochen worden; vergl. u. a. 
v. B e b h e r, Bemerkenswerte Stürme, Ann. d. Hydr. 1905, S. 49; R, Heuni g, Gut und schlecht Wetter, Leipzig 1911. 
S. 107/8. 
27 ) Vergl. Ami. der Hydr. 1907, S. 144. — E, Sc h rief er Edler v. Wahlburg, Die Antizyklone der letzten 
Januardekade 1907, Das Wetter 1907, S. 68. — R. H e n n i g , Gut und schlecht Wetter, S. 88/89.
	        
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