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Full text: 38, 1920

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Aus dem Archiv der Deutschen See warte. — 1920. Nr. 2. 
zugreifen: Eine Änderung von 15° ist in Borkum nie verzeichnet worden (Maximum —14.3 ), wohl 
aber in Wilhelmshaven und Hamburg. Den* größte vorgekommene Sprung beträgt 16.6° in Wilhelms 
haven am 12. Januar 1891 morgens. Im allgemeinen hat aber doch Hamburg, wie bei seiner größeren 
Kontinentalität zu erwarten, auch die größten Werte. Bilden wir einmal die Mittel der größten Ab 
nahmen und der größten Zunahmen für Winter und Sommer (in der gewohnten Abgrenzung der Jahres 
zeiten), so zeigt (Tabelle V) sich mit Ausnahme des Sommers 2 p, wo sogar Borkum Hamburg etwas 
übertrifft, denn auch ein allgemeiner Anstieg der Zahlen in der Richtung [Borkum—Wilhelmshaven 
—Hamburg. Wie dies eingangs bei den Gesamtsummen der beträchtlichen Änderungen erörtert 
wurde, ist übrigens auch hier der Abstand Borkum—Wilhelmshaven vielfach größer als der Abstand 
Wilhelmshaven—Hamburg. An den einzelnen Stationen sind durchgängig an allen drei Terminen im 
Winter die absoluten Werte der Zunahmen, im Sommer die absoluten Werte der Abnahmen die 
größeren. Die absolut größten Zahlen treffen wir als Zunahmen am Wintermorgen und als Abnahmen 
am Sommernachmittag. Die Verhältnisse dieser (vielleicht etwas kühn gebildeten) mittleren Höchst 
werte für die Jahreszeiten entsprechen also der Verteilung der beträchtlichen Zunahmen und Abnahmen 
im Winter und Sommer. 
Tabelle V. 
„Jahreszeitliche Mittel“ der größten Abnahmen und Zunahmen. 
8a 
Borkum 
Wilielmsh. 
Hamburg 
2 P 
Borkum 
Wilhelms!]. 
Hamburg 
8p 
Borkum 
Wilhelmsli. 
Hamburg 
Okt.- 
Febr. 
-8.7 
+8.6 
-9.5 
+110 
-10.0 
+11.7 
Okt.- 
Febr. 
-7.6 
+8.1 
-8.5 
+9.6 
-9.0 
+9.9 
Okt.- 
Febr. 
-8.1 
+8.8 
-8.6 
+9.7 
-9.6 
+11.0 
März- 
Sept. 
-6.8 
+6.5 
-7.5 
+6.8 
-8.4 
+7.5 
März- 
Sept. 
-11.4 
+9.6 
-11.4 
+9.9 
-11.2 
+10.0 
März- 
Sept. 
-8.2 
+6.6 
-8.5 
+7.1 
-9.2 
+ 8.7 
Auch die Daten der Höchstwerte scheinen der Beachtung wert. Im Winter kommt es häu 
figer vor, daß an einem und demselben Datum während der 25 Jahre zwei oder alle drei Sta 
tionen zugleich ihre überhaupt größte Tempera tu rabnahme oder -Zunahme für den betreffenden Monat 
haben, oder daß eine und dieselbe Station an zwei oder allen drei Terminen desselben Tages 
den höchsten Wert der 25 Jahre für einen Monat verzeichnet. Ganz besonders bemerkenswert sind 
in dieser Hinsicht der 31. Dezember 1904 und der 21./22. Januar 1907 (Abnahmen), sowie der 
12. Januar 1891 und der 6.17. Februar 1912 (Zunahmen). Die Sommermonate bleiben bei dieser Durch 
musterung der Daten hinter den Wintermonaten w r eit zurück. Der Fall, daß an allen drei Stationen 
gleichzeitig der Monatshöchstwert der 25 Jahre auftritt, kommt in der warmen Jahreszeit überhaupt 
nicht vor, und nur einmal, noch dazu im tlbergangsmonat März, hat eine Station (Wilhelmshaven) die 
größte Zunahme für diesen Monat an allen drei Terminen eines und desselben Datums. 
Diese Tatsaohe, daß die winterlichen Höchstwerte der interdiurnen Temperaturänderungen 
häufiger und allgemeiner an einem und demselben Datum gefunden werden, als die sommerlichen, 
deutet gewiß darauf hin, daß die großen Änderungen in der kalten Jahreszeit in ausgeprägterem 
Maße Begleiterscheinungen von allgemeinen Wetterumschlägen sind, als die großen Änderungen in 
der wärmeren Jahreszeit. 
Eine kurze Beschreibung der Wetterlage an den vier oben besonders hervorgehobenen Daten 
schien mir am Platze zu sein: 
31. Dezember 1904. Ein Tiefdruckgebiet lagert am 30. morgens über der Nordsee (Kern unter 
735 mm zwischen Schottland und Skagerrak), die Nordseeküste hat steife bis stürmische Südwest 
winde. Die Temperaturen sind: Morgens 7—8° (d. i. 6—8° über der Norm), nachmittags 5—8° (4—5° zu 
hoch) und abends 3—7° (2—5° zu hoch). — Am 31. morgens befindet sich das Tief über Polen; es hat 
den Weg über Jütland—Odermündung genommen; ein über Nordskandinavien erschienenes Hoch 
druckgebiet breitet sich im Laufe des Tages rasch südwärts aus (Kern über 780 mm über Süd 
skandinavien). Norddeutschland wird dementsprechend von kalten nordöstlichen Winden überflutet
	        
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