accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : 38, 1920

57

Johannes  Jankef:  Strömungen  und  Oberflächentemperaturen  im  Golfe  von  Guinea.

umspült  werden.  Das  ist  der  Nordstrom,  wie  ihn  auch  die  Strompfeile  zeigen.  Auch  das  Eingradfeld
von  Fernando  Poo  weist  nur  eine  geringe  weitere  Wärmezunahme  auf.
Vergleicht  man  mit  diesen  Wassertemperaturen  die  Lufttemperaturen  von  Fernando  Poo  (3°46'N,
8°86'0,  20m  Höhe,  5  Jahre) 1 )  und  St.  Thomé  (0°20'N,  6°43'0,  17m  Höhe,  9  Jahre) 2 ),  dann  fällt  die
niedrige  Lufttemperatur  dieser  Inseln  auf.  St.  Thomé  ist  um  1.4;  und  Fernando  Poo  um  1.5°  kälter  als
der  umgebende  Ozean.

Ì

Lufttemperatur

Regen  in  mm

Lufttemperatur

Regen  in  mm

Fern.  Poo

St.  Tliomé

Fern.  Poo

St.  Thomé

Fern.  Poo

St.  Thomé

Fern.  Poo

St.  Thomé

Januar  ....

27.7

25.7

25

94

Juli

24.7

23.6

162

0

Februar.  .  .  .

27.6

26.2

93

111

August....

24.5

23.8

282

1

März  .....

26.9

26.1

230

178

September  .  .

23.6

24.9

420

21

April

26.2

25.9

210

150

Oktober  .  .  .

24.7

25.3

392

109

Mai

24.8

25.6

213

135

November  .  .

25.7

25.5

222

154

J  uni

24.1

24.4

280

16

Dezember  .  .

26.9

25.7

28

101

Jahr

25.6

25.2

2557

1070

Eingehend  berichtet  Greef 3 )  über  das  Klima  von  St.  Thomö.  Er  nimmt  eine  Regenzeit,  zugleich ­
  die  Windstille  und  heißeste  Zeit  an.  Sie  trifft  mit  der  größtem  Erwärmung  des  umgebenden
Ozeans  zusammen.  Im  Gegensatz  hierzu  steht  die  Windzeit,  die  weniger  feuchte  und  weniger  heiße
Zeit  der  Monate  Juni,  Juli  und  August,  wo  das  Meer  am  kühlsten  ist,  und  der  Südwestmonsun  am  stärksten
weht.  Schon  vorher 4 )  wurde  auf  die  niedrige  Temperatur,  die  starke  Bewölkung  und  den  geringen
Regenfall  hingewiesen.  Man  suchte  dies  alles  mit  der  kühlen  Strömung  in  Zusammenhang  zu  bringen.
Über  den  Regenmangel  im  Südwinter  schreibt  eine  neuere  Darstellung 5  * ):  „Der  sehr  große  Unterschied
zwischen  der  Regenhäufigkeit  in  diesem  und  in  den  übrigen  Monaten  des  Jahres  mag  auch  darin  seine
Ursache  haben,  daß  die  in  der  Gegend  vorherrschenden  südlichen  bis  südwestlichen  Winde  von  Juni
bis  August  am  kräftigsten  und  beständigsten  sind,  und  ferner  zur  selben  Zeit  der  kalte  Äquatorialstrom
bis  zur  Insel  St.  Thomd  hinan  reicht  oder  sie  vielleicht  gar  umgibt.  Der  kühle,  vom  kalten  Wasser
und  von  höheren  Breiten  herwehende  Wind  trägt  wahrscheinlich  nicht  viel  Feuchtigkeit  mit  sich.“  „In
den  Monaten  Oktober  bis  April  kommt  der  Wind  durchgehends  schwächer  und  veränderlicher,  als  Seebrise ­
  von  Nordwest  oder  Nordost.  Auch  ist  die  Insel  jetzt  nicht  vom  kalten  Wasser,  sondern  vom
warmen  Guineastrome  umspült:  alles  Umstände,  welche  Wolkenbildung  und  Niederschlag  begünstigen.“
Hierzu  bemerkt  Hann c ),  daß  der  Beobachtungsort  auf  St.  Thome  vor  allem  im  Südwinter  im  Lee
der  vorherrschenden  Süd-  und  Südwestwinde  liegt,  im  Südsommer  dagegen  von  wechselnden  Winden
bestrichen  wird,  wodurch  die  entschiedene  Trockenheit  von  der  Regenzeit  streng  zu  unterscheiden  ist.
Die  abweichend  niedrige  Lufttemperatur  läßt  sich  jedoch  nicht  durch  die  Niederschlagsverhältnisse
  erklären.  Zwar  fällt  der  größte  Wärmeunterschied  mit  dem  stärksten  Niederschlag  zusammen,
wo  das  Wasser  2.3°  wärmer  ist  als  die  Insel,  aber  er  beträgt  immer  noch  1.2°,  wenn  im  Juli  die  Regenmenge ­
  auf  Null  gesunken  ist.  Auf  Fernando  Poo  herrschen  ähnliche  Verhältnisse:  Man  findet  sie  in
den  spanischen  Jahrbüchern  beschrieben 7 ),  wo  auch  auf  die  unerwartet  niedrige  Lufttemperatur  hingewiesen ­
  wird,  die  allerdings  an  der  Gabunmündung  kaum  höher  ist.  Nach  den  neuen  Beobachtungen 8 )
beträgt  sie  hier  gar  nur  24.6°,  also  noch  0.6°  weniger  als  auf  St.  Thome.

b  Meteorol.  Zeitschrift  1873,  S.  46—48.
b  Meteorol.  Zeitschrift  1903,  S.  421—423.
s )  Peterm.  Mitteil.  1884,  S.  131.
*)  Meteorol.  Zeitschrift  1878,  S.  79/80;  1879,  S.  56-59.
s)  Meteorol.  Zeitschrift  1903,  S.  421/423.
6 )  Hann,  Handbuch  der  Klimatologie,  II,  1,  1910,  S.  76.
5 )  Meteorol.  Zeitschrift  1873,  S.  47.
Meteorol.  Zeitschrift  1905,  S.  120.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.