Dr. A. Franz: Ozeanographie und Klimatologie der D.-Südwestafrik. Küste nach Beobacht, v. S. M. S. „Möwe". 23
auflösen —, eine Steigerung dieser Erscheinung auf.“ Hier ein recht deutliches Beispiel für dieses
Phänomen, wie es im September 1912 in Lüderitz-Bucht beobachtet wurde.
Tabelle 12.
Datum
k
Lufttemp.
Wind
Be
wölk.
Relat.
Feucht.
Ab&ol.
Feucht.
Datum h
Lufttemp.
Wind
Be
wölk.
llelat.
Feucht.
Absol.
Feucht.
11. IX. 12
8p
14.5
Stille
0
82°,o
10.1 g
12m
31.3
NNW.l
0
2 u /o
0.8 g
12u
26.4
ENE,3
0
26°;0
6.8 g
4p
25.1
Stille
0
16°o
3.8 g
12. IX .12
4a
24.3
EUE,2
0
26° o
5.8 g
8p
24.3
SE,1
0
29°,o
6.5 g
8a
25.5
ENE,3
0
37°/o
9.1 g
12n
21.2
Stille
0
46°/o
8.6 g
12m
32.6
ENE.l
0
8°o
3.0 g
14. IX. 12 4a
16.6
E,3
0
96°,o
13.5 g
4 P
28.8
SSW,2
3
2№
6.2 g
8a
28.3
NNW,2
0
23°; o
6.6 g
8p
26.2
SSE,1
0
29° o
7.4 g
12m
25.0
Stille
Ü
33°b
7.7 g
12n
21.1
Stille
0
53*^0
9.8 g
4|>
28.1
Stille
0 ,
17°,o
4.9 g
13. IX. 12
4a
21.5
Stille
0
57“/»
11.0 g
8p
21.0
SSW,2
0
38° o
6.9 g
8a
30.2
Stille
0
12°o
3.8 g
12n
17.0
Stille
0
67°/o
9.7 g
Über mehrere Tage erstreckt sich hier der Einfluß des Föhnwindes; denn erst am 17. 9. 1912
treten wieder normale Verhältnisse ein, obwohl vom 12. 9. 4 p bis zum 17. 9. mit nur einmaliger Unter
brechung (am 14. 9. 4a) Seewinde geweht haben, bezw. Windstille geherrscht hat.
Sind hiermit die großen Züge für die Verteilung der Lufttemperatur gegeben, so dürfte es, nach
dem vorher schon die Verteilung der Wassertemperatur besprochen worden ist, trotz des knappen Mate
rials möglich sein, die Verteilung der Lufttemperatur im jährlichen Gange in ähnlicher Weise zu ver
folgen, wie bei der Oberflächentemperatur des Wassers. Ich will hierbei die Monate in derselben
Reihenfolge bringen, wie bei der Besprechung der Wassertemperatur, aus den bereits dort ange
führten Gründen. Natürlich muß auch jetzt die Lage des Beobachtungsgebietes zum gesamten Auf
triebgebiet berücksichtigt werden.
Juli 1912. (Tafel 2.) Im Juli liegen die Temperaturen im allgemeinen zwischen 11 und 13° C
mit vier Ausnahmen, die jedoch ihre höhere Temperatur Föhnwinden verdanken.*) Dieser Einfluß
des Föhnwindes bewirkt dann auch eine bedeutende Erhöhung des Monatsmittels, so daß dieses für
Swakopmund 14,4° C+** )gegen 13,6° Ci. M. (s. Tabelle 11) und für Ltideritz-Bucjit 15° C®**) beträgt. — Das
Julikärtchen läßt auch noch verhältnismäßig gut die eingangs geschilderte Temperaturverteilung in der
Ostwestrichtung erkennen. Sehen wir von den Föhntagen ab, so befinden sich unter der Küste die
niedrigsten Wärmegrade und nach der See zu erfolgt Temperaturzunahme, während an den Föhntagen
die höchsten Temperaturen direkt an der Küste zu finden sind. Um auch Unterschiede in meridionaler
Richtung erkennen zu können, ist das Beobachtungsgebiet zu klein, doch weisen die Monatsmittel von
Swakopmund und Lüderitz-Bucht auf die oben geschilderte nordsüdliche Temperaturverteilung hin.
August 1912. (Tafel 2.) Im August müßte nach Gülland die Lufttemperatur in ihrem jährlichen
Gange noch abnehmen und ihr Minimum erreichen, es müßten also auch unsere Beobachtungen
niedrigere Werte aufweisen. Dieses ist jedoch nicht der Fall, die Temperatur ist vielmehr gestiegen
und die Mittelwerte bewegen sich jetzt zwischen 12° und 14° C.
Der Grund für diesen scheinbaren Widerspruch ist leicht zu finden, wenn wir berücksichtigen,
daß jetzt das Beobachtungsgebiet weiter südlich als im Juli liegt. Nach den oben gemachten theo
retischen Auseinandersetzungen müssen wir also in ein Gebiet mit wärmerer Luft kommen. Bemerkens*
*) In den Karten sind die Werte unterstrichen.
**) Die mit ■f) versehenen Angaben sind den Beobachtungen der Meteorolog. Stationen des betreffenden Ortes entnommen
7a + 2p + 9p + 9p
und nach der Formel 7— berechnet.
8 a T 8p
2~~
***) Berechnet nach der Formel