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Full text: 38, 1920

Johannes Jankef: Strömungen und Oberflächentemperaturen im Golfe von Guinea. 35 
„Kurz nach 12 11 passierten die Grenze des grünen und blauen Wassers bei starker Stromkabbe 
lung. Dieselbe war so scharf in Ost-West-Richtung markiert, daß wir mehrere Minuten lang segelten 
und an Steuerbordseite vom Schiff blaues, an Backbordseite grünes Wasser hatten. Gegenströmung 
(nach Norden setzend) trat erst von Kap Lopez her auf, nördlich davon haben wir wenig oder gar keinen 
Strom bemerkt.“ 
S.M.S. „Wolf“. 
1899 
Breite 
Länge 
4 11 a 
8 h a 
12 k a 
4 h p 
8* p 
12 h p 
Strom 
Wind 
1. X. 
14° 50' S 
11° 40' D 
22.5 
20.5 
21.0 
20.9 
20.5 
17.9 
Stille 
SW 2 
2. „ 
17° 10' „ 
11° 20' „ 
17.7 
14.5 
16.5 
14.1 
13.2 
12.2 
N85 f 7 
SSW 4 
3. „ 
19°. 0' „ 
11° 40' „ 
13.0 
14.0 
13.8 
13.4 
13.3 
13.2 
N 78 W 11 
S 5 
4. „ 
19° 50' „ 
12“ 10' „ 
13.1 
22. „ 
19° 40' „ 
12° 40' „ 
14.5 
14.7 
14.4 
23. „ 
17° 50' „ 
11° 20' „ 
14.5 
14.5 
16.5 
15.0 
15.1 
14.5 
N 1 W13 
Stille 
24. „ 
14° 50' „ 
11° 40' „ 
14.8 
17.1 
19.5 
19.5 
19.5 
19.8 
ri UO O 1 ¿i 
SSW 2 
25. „ 
11° 40' „ 
12° 10' „ 
19.8 
22.5 
22.6 
25.7 
25.0 
25.1 
Stille / 
WSW 3 
November. Schon zeigt sich in der Bucht von Benin ein Warmwasserfleck von 28°. Ebenso 
warm ist es an der Kamerunmündung. Von Westen her schiebt sich die Zunge warmen Wassers vor, 
die jedoch wie schon früher durch das abkurvende kalte Äquatorialstromwasser ihren Einfluß verliert. 
Das Auftriebgebiet von Oberguinea ist nur noch schwach angedeutet durch das Zurücktreten der 27 °- 
Isotherme nach Osten und Westen in Küstennähe, das an der Nigermündung hat sich dagegen weiter 
nach Süden ausgedehnt. 
Der Auftrieb der Hochsee bleibt angedeutet. Im südwestafrikanischen Auftriebgebiet ist die 14°- 
Isotherme verschwunden. Die 15°-Isotherme liegt bei Kap Frio. Doch erwärmt sich die Hochsee 
schneller, so daß der Gradient wieder zunimmt. Bis zum Kap Frio ist jetzt der Einfluß der Warm 
wasserzunge zu spüren. Das Wasser nimmt innerhalb sechs Breitengraden von 15° auf 25° zu. Man 
beobachtet demnach starke Sprünge. 
S.M.S. „Falke“. 
1893 
' 
Breite 
Länge 
4» a 
8 h a 
, 12 k a 
4 h p 
8 h p 
' 12 » p 
23. XI. 
12° 20' S 
11° 50' 0 
26.0 
26.5 
270 
24.2 
24.0 
23.5 
24. „ 
15° 50' „ 
11° 10' 
23.4 
22.5 
22.8 
22.4 
21.7 
218 
25. „ 
18° 20' „ 
11° 10' „ 
17.5 
19.4 
20.0 
17.2 
17.2 
In der Bucht von Niederguinea erscheint die Wärmezunge sehr schmal. Die 25°-Isotherme liegt 
in 10° W unter dem Äquator und senkt sich dann tief nach Süden, zuletzt fast nordsüdlich, bis auf 
12° S herab. Nur noch sehr schwach ist die Auftrieberscheinung zwischen Loauda und Benguela aus- 
gebildet. Das Kongowasser erwärmt die Meeresoberfläche weit nach Norden hin, so daß nach Kap 
Lopez zu noch einmal einö Wärmeabnahme statt findet. 
Dez ember. Die 28°-Isotherme umschließt schon eine größere Fläche. Sonst herrschen nörd 
lich des Äquators recht gleichmäßige Zustände. Das Auftriebwasser ist verschwunden. Man könnte es 
höchstens noch daran erkennen, daß die Wärmeinsel nicht bis zur Küste reicht. 
Das südwestafrikanische Auftriebgebiet hat seine Küstentemperatur auf 16° erhöht. Die Wärme 
zunge ist breiter geworden. An der Niederguineaküste ist das kalte Küstenwasser wieder bis über 
Loango vorgeschritten. Auf einem Streifen von 7° S bis 11° S bleibt die Küstentemperatur um 3° hinter 
der der Hochsee zurück. Folgendes Beispiel läßt die Verhältnisse gut erkennen:
	        
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